Feiert Karneval seit Kindertagen: Daniel Rodenberg aus Niesen hat inzwischen einen riesigen Fundus an Karnevalskostümen in seinem Keller angehäuft. In diesem Jahr wird er als Astronaut beim Peckelsheimer Rosenmontagsumzug dabei sein. - © Alexander Lange
Feiert Karneval seit Kindertagen: Daniel Rodenberg aus Niesen hat inzwischen einen riesigen Fundus an Karnevalskostümen in seinem Keller angehäuft. In diesem Jahr wird er als Astronaut beim Peckelsheimer Rosenmontagsumzug dabei sein. | © Alexander Lange

Niesen Daniel Rodenberg aus Niesen ist Jeck seitdem er denken kann

In seinem Keller befindet sich ein riesiger Fundus an Karnevalskostümen. Doch die Art der Kostüme habe sich verändert, sagt er

Alexander Lange

Niesen. Daniel Rodenberg ist ein Vollblutkarnevalist. In Niesen geboren, feiert er jedes Jahr ausgelassen Karneval. Mit einer kleinen Band musiziert der Schulinspektor während der fünften Jahreszeit und ist buntverkleidet bei den Umzügen in der Region mit dabei. Herr Rodenberg, für sie gibt es nahezu kein Jahr, an dem sie nicht Karneval feiern. Woher stammt eigentlich ihre Begeisterung für die fünfte Jahreszeit? Daniel Rodenberg: Meine Eltern stammen aus dem Rheinland, daher kommt die ganze Affinität zum Karneval. Bei uns zuhause war immer Karneval. Mein Vater hat früher den Karneval hier im Dorf sogar wieder angeschoben, mithilfe des Reitervereins. Als ich 20 Jahre alt war, habe ich das dann mit meiner Clique weitergeführt, Büttenabende moderiert und vieles mehr. Wie erleben sie den Karneval hier in der Region? Rodenberg: Hier im Ort finden die Karnevalsveranstaltungen unregelmäßig statt. Anfang der 90er Jahre hatten wir einmal einen Wagen gebaut und wollten damit in Willebadessen teilnehmen. Aber weil der Umzug aufgrund des Wetters ausfiel, sind wir dann schnell nach Peckelsheim gefahren und haben da mitgemacht. Und das hat uns so gut gefallen, seitdem sind wir immer in Peckelsheim. Einen Wagen bauen wir aber nicht mehr, dafür sind wir immer als Fußtruppe mit dabei und haben jedes Jahr unseren Spaß. Zum Karneval gehören auch immer Kostüme. Haben sie eigentlich ein Lieblingskostüm? Rodenberg: Nein, ein absolutes Lieblingskostüm habe ich nicht. In diesem Jahr gehen wir als Astronauten, machen das Kostüm teilweise selber. Wir waren auch schon Krümelmonster, Indianer oder als Steampunks verkleidet. Aber der Karneval und das Kostümieren hat sich natürlich über die Jahre auch ein wenig verändert. Sie sagen, es habe sich einiges verändert. Was genau hat sich denn in Bezug auf die Kostüme verändert? Rodenberg: Ganz früher waren die typischen Verkleidungen natürlich "Cowboy" und "Indianer" - auch wenn meine Mutter das mit Pistolen nie wollte. In der Grundschule war ich dann einmal Kung-Fu-Kämpfer, weil es zu der Zeit eine Kung-Fu-Serie im Fernsehen gab. Und daher kommen glaube ich auch viele Kostüme. Die sind dann zeitlich bedingt, wobei ich mir da nie so wahnsinnige Überlegungen gemacht habe, wie das heute vielleicht manche Leute tun. Meine Tochter geht in diesem Jahr zum Beispiel als Einhorn, das ist ein absoluter Trend. Welche Rolle spielt das Internet dabei? Rodenberg: Das hat die Vielfalt der Kostüme natürlich verändert. Mit wenigen Klicks kannst du dir heute das Kostüm deiner Wahl bestellen, dass dann vielleicht 20 oder 30 Euro kostet und aus China kommt. Ob die Qualität dann stimmt, weiß man nie. Früher wurden viele Kostüme noch selber gemacht. Von meinen Eltern weiß ich noch, dass häufig auch einfach alte Klamotten aus dem Keller genommen wurde, das reichte vollkommen aus. Heute ist alles möglich. Ein besonderer Reiz bei Kostümierungen ist es immer, in anderen Rollen zu schlüpfen, oder? Rodenberg: Die Leute verkleiden sich immer unterschiedlich. Das war früher so, und das ist heute noch so. Einigen ist es egal, was sie tragen. Aber die Leute wollen heute vor allem gut aussehen in ihren Kostümen. Das ist heute ausgeprägter und hängt sicherlich auch mit verschiedenen Vorbildern oder Modeerscheinungen zusammen. Aber am meisten macht es natürlich Spaß sich zu verkleiden, wenn man einen selber nicht mehr erkennt. Ist der heutige Karneval ein anderer als früher? Rodenberg: Früher stand das Kostüm nicht so im Vordergrund, wie das heute ist. Ich erinnere mich noch an meine Mutter. Die sagte immer, es gehe an Karneval doch vor allem darum, dass es lustig ist und man sich selber nicht so ernst nehmen sollte. Manchmal musste man dann auch Mut zur Hässlichkeit haben, das gehörte einfach dazu. Da reichte es, wenn man einfach einen Bademantel auf Links angezogen hat. Das würde heute niemand mehr machen. Trotzdem ist beim Karneval der Hintergedanke der Gleiche geblieben. Das Feiern ist das Gleiche geblieben. Die einen feiern lieber auf der Straße, die anderen lieber auf Sitzungen.

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