Machen auf die Gefahr aufmerksam: Britta von Weichs (v. l.) und der stellvertretende Vorsitzender der Kreisjägerschaft Walter Rose wissen, dass unter der Verbreitung der Schweinepest in Deutschland der Handel mit Schweinefleisch und damit auch die Landwirtschaft leiden wird. - © Foto: Hermann Ludwig||
Machen auf die Gefahr aufmerksam: Britta von Weichs (v. l.) und der stellvertretende Vorsitzender der Kreisjägerschaft Walter Rose wissen, dass unter der Verbreitung der Schweinepest in Deutschland der Handel mit Schweinefleisch und damit auch die Landwirtschaft leiden wird. | © Foto: Hermann Ludwig||

Warburg/Kreis Höxter Drohende Gefahr für Wildschweine im Kreis Höxter

Die Population der Wildschweine im Kreis Höxter wächst stetig. Im vergangenen Jahr wurden die Tiere wieder intensiv bejagt. Den Erreger der Schweinepest wird das allerdings nicht fernhalten

Angelina Kuhlmann

Warburg/Kreis Höxter. Als Jäger müssen für bestimmte Wildtiere besondere Schonzeiten eingehalten werden. In dieser Zeit darf keine oder nur schonend Jagd auf einige Arten gemacht werden. Das ist zum Beispiel bei Wachteln der Fall oder bei Wildgänsen. Anders ist das bei Frischlingen und Überläufern, also Wildschweinen von der Geburt an bis zum zweiten Lebensjahr. Die dürfen ganzjährig bejagt werden. Aktuelle Zahlen gäbe es für den Kreis Höxter zwar nicht, aber die Anzahl der Wildschweine sei in den letzten 20 Jahren deutschlandweit immer weiter gewachsen, teilte Walter Rose, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft, mit. "Wildschweine kommen hier flächendeckend vor. In großen Waldgebieten mit angrenzenden Feldern ist der Bestand am höchsten. Zum Beispiel in Beverungen, Brakel, Höxter und dem Eggegebirge. Weniger sind es in Steinheim und Warburg", sagt er. Das Schwarzwild sei aber auch im vergangenen Jahr wieder intensiv gejagt worden, bilanziert der Jäger. Und das nicht nur im Kreis, sondern in ganz NRW (NW berichtete). Ein Grund für die NRW-weit verdichtete Jagd auf Wildschweine ist das Vorbeugen der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest. 2007 sei die Seuche von Afrika aus, dort wird sie von der Lederzecke übertragen, nach Russland gelangt, so Walter Rose. Nach einem Ausbruch in Osteuropa breitet sich der Virus jetzt weiter nach Westen aus. Auch in Tschechien sei sie bereits angekommen. Laut dem Friedrich-Löffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, wurden dort in der letzten Woche 183 Fälle von infizierten Wildschweinen gemeldet. Für Walter Rose ein deutliches Indiz: "Es ist zu befürchten, dass sie nach Deutschland kommt". Rose sieht einen anderen Übertragungsweg in Richtung Deutschland, als über den direkten Kontakt von Wildschweinen, die die Seuche dann weiter transportieren: Viel gefährlicher sei infiziertes Fleisch von Hausschweinen oder Wildschweinen aus Osteuropa. Leute brächten das zum Beispiel aus dem Urlaub oder vom Besuch bei Verwandten mit. "Produkte, die unbedacht entsorgt werden" könnten dann in die Natur und so an heimische Wildschweine und Hausschweine gelangen. "Schweine sind Allesfresser", so Rose. Auch wenn die Seuche bis jetzt noch nicht in Deutschland aufgetreten sei, sei die Kreisjägerschaft Höxter darauf vorbereitet. Sie stehe im engen Kontakt mit dem Kreisveterinäramt. Schon jetzt werden Blutproben von jedem erlegten Wildschwein genommen und untersucht. Im Fall einer Infektion in der Region würde keine Jagd mehr auf die Tiere gemacht und die Bezirke stark bewacht werden, um Haustierbestände zu schützen. Ist ein Hausschwein erst infiziert, stirbt es in wenigen Tagen. Neben der Infektion über infiziertes Fleisch, können sich die Tiere auch über den direkten Kontakt mit den Körperflüssigkeiten betroffener Artgenossen und über indirekte Übertragungswege, wie Ausrüstungsgegenstände von Jägern, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, anstecken. Schaden würde durch die Verbreitung der Seuche in Deutschland vor allem der Handel mit Schweinefleisch nehmen. Darunter leidet dann die Landwirtschaft.

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