Vor dem Problemtunnel: Bürgermeister Michael Stickeln nimmt von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl einen ersten Förderbescheid für die Umgehungsstraße entgegen. PRG-Geschäftsführer Hubert Dierkes (hintere Reihe v. l.) regte 2006 den Bau an. Mit anwesend sind Sören Spönlein vom Stadtmarketing, Sachbearbeiter Daniel Frerk und Leiter des Fachbereichs II, Rainer Ehle. - © Vivien Tharun
Vor dem Problemtunnel: Bürgermeister Michael Stickeln nimmt von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl einen ersten Förderbescheid für die Umgehungsstraße entgegen. PRG-Geschäftsführer Hubert Dierkes (hintere Reihe v. l.) regte 2006 den Bau an. Mit anwesend sind Sören Spönlein vom Stadtmarketing, Sachbearbeiter Daniel Frerk und Leiter des Fachbereichs II, Rainer Ehle. | © Vivien Tharun

Warburg Umgehung zum Warburger Gewerbegebiet kommt

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl überreicht einen ersten Förderbescheid über 1,7 Millionen Euro. Die Summe soll 80 Prozent der Baukosten eines neuen Straßenabschnitts zwischen B 252 und Gewerbegebiet decken

Vivien Tharun

Warburg. Schon seit mehr als einem Jahrzehnt stellt der kleine Tunnel unter der Bahnstrecke in der Nähe des Cineplex-Kinos ein Problem dar: Große Lastwagen, die Firmen im Gewerbegebiet beliefern möchten, kommen nicht hindurch. Doch ihre Navigationsgeräte leiten sie immer wieder von der Bundesstraße 252 zu diesem Nadelöhr. Das soll sich bald ändern. Die Bezirksregierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl übergab nun einen Förderbescheid über 1,7 Millionen Euro, um das Gewerbegebiet mit einer neuen Straße an die B 252 anschließen zu können. „Bereits bei meinem Antrittsbesuch war ich hier gewesen und hatte mich über die Straßensituation informiert", sagt Thomann-Stahl. Das war im Jahr 2006. Die Stadt Warburg hat seitdem immer wieder Pläne für Bau und Finanzierung einer Umgehungsstrecke in Angriff genommen. Aus verschiedenen Gründen begannen die Bauarbeiten nicht. Nun soll es 2018 endlich zum ersten Spatenstich kommen. Laut Bürgermeister Michael Stickeln war es Hubert Dierkes, der Geschäftsführer der Warburger Präzisions-Rührer GmbH (PRG), der einen wichtigen Anstoß lieferte. Auf einer Veranstaltung sprach Dierkes NRWs damaligen Wirtschaftsminister Garrelt Duin auf die Straßenführung zum Gewerbegebiet an und dass diese ein Problem für die ansässigen Unternehmen darstelle. Duin habe sich der Situation dann angenommen. Die Gesamtinvestitionen für den Bau sollen sich auf 7,1 Millionen Euro belaufen, wofür die Stadt eine Förderung über 3,5 Millionen erhalten soll. Alleine tragen muss Warburg den zum Bau nötigen Grunderwerb von 700.000 Euro und 1,4 Millionen Euro als Ablöse für die Unterhaltung sowie den verbleibenden Eigenanteil. »So wird vermieden, dass der Bund seine eigenen Straßen bevorzugt« Ursprünglich sollte das Projekt vollständig aus Mitteln von Bund und Ländern für die „Regionale Wirtschaftsförderung" erfolgen. „Das war aber so nicht möglich", sagt Sachbearbeiter Daniel Frerk. Der Bund hätte dann seine eigenen Straßen zum Teil fördern müssen, was nicht zulässig sei. „Auf diese Weise wird vermieden, dass der Bund seine eigenen Straßen bevorzugt behandelt", sagt Frerk. Die Lösung war nun, das Projekt auf zwei Förderanträge zu teilen. Die freie Strecke wird aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) bezuschusst, die Auffahrten an der Bundesstraße zum Teil mit Mitteln zur Förderung des kommunalen Straßenbaus gestemmt. Der von Thomann-Stahl übergebene Bescheid decke 80 Prozent der Kosten für die sogenannte „freie Strecke" der neuen Straße. Insgesamt koste dieser Abschnitt 2,1 Millionen Euro. Die Förderzusage für die Straßenbaumittel (voraussichtlich 1,8 Millionen Euro) sei noch nicht eingegangen. Das liege daran, dass diese „erst nach Verabschiedung des Bundeshaushaltes 2018 erfolgen kann", wie Frerk sagt. Und der könne erst verabschiedet werden, wenn sich eine Bundesregierung gebildet habe. Die Gesamtsumme belaufe sich hier auf knapp 3 Millionen Euro. „Es wäre schön, wenn die Straße 2019 fertig würde", sagt Bürgermeister Stickeln. Ob es dazu kommt, hänge nun von weiteren Anträgen, deren Bearbeitungszeit und eventuellen Änderungen ab.

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