Beraten gemeinsam: Ricardo Blaszczyk (Runder Tisch Flüchtlingsfragen), Daniela Dahlmann (Flüchtlingsberatung), Nora Wieners Integrationsbeauftragte der Stadt Warburg, Joscha Riemann (Projektmanager integrAIDE), Tanja Köster (Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur Höxter) - © Runder Tisch
Beraten gemeinsam: Ricardo Blaszczyk (Runder Tisch Flüchtlingsfragen), Daniela Dahlmann (Flüchtlingsberatung), Nora Wieners Integrationsbeauftragte der Stadt Warburg, Joscha Riemann (Projektmanager integrAIDE), Tanja Köster (Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur Höxter) | © Runder Tisch

Wenn Flüchtlinge Jobs in Firmen finden

Unternehmerfrühstück: Vertreter des Runden Tisches in Flüchtlingsfragen der Stadt Warburg und des Integration Points der Agentur für Arbeit informieren Firmenchefs

Warburg. Vor zwei Jahren flüchteten Hunderttausende Menschen vor Verfolgung und Krieg nach Deutschland und beantragten Asyl. Damals sahen viele Unternehmen darin auch eine Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Einige konnten diese Vision bereits umsetzen, andere sind noch in der Planungsphase. Der runde Tisch in Flüchtlingsfragen der Stadt Warburg und der Integration Point der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kreis Höxter haben in Warburg ein Unternehmerfrühstück organisiert, um einen Austausch zwischen diesen Unternehmergruppen anzuregen. Als Zusammenarbeit zwischen Agentur, Jobcenter und dem Kreis Paderborn dient die Einrichtung als erste Anlauf- und Beratungsstelle für geflüchtete Menschen mit hoher Bleibeperspektive. Dabei wird ihnen Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme angeboten. Und dieses Angebot wird angenommen. Die rechtlichen Grundlagen sind kompliziert „Mitte Januar betreuten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Integration Point Paderborn mehr als 2.000 Kunden", berichtet Rüdiger Matisz, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. Das sei eine Zahl, die sich sehen lassen könne, denn sie beweise das Interesse der Geflüchteten an Beratung und Unterstützung. Am Samstag trafen sich Vertreter aus zwölf Unternehmer im Restaurant Frühauf in der Warburger Altstadt, um sich über Erfahrungen und Fragen rund um das Thema der geflüchteten Menschen als Mitarbeiter auszutauschen. Die vom Integration Point eingeladenen Unternehmen hatten bei einem Frühstück die Gelegenheit, sich durch Fachvorträge zu informieren und Fragen sowie Erfahrungswerte zu diskutieren. Der Integration Point eröffnete die Veranstaltung in Warburg nach einer kurzen Einleitung mit einem Vortrag über die Rechtsgrundlagen zur Beschäftigung von geflüchteten Menschen und Asylbewerbern in der Bundesrepublik Deutschland. „Die rechtlichen Grundlagen im Rahmen der Einstellung von geflüchteten Menschen sind kompliziert, vor allem, wenn das Asylverfahren der betreffenden Person noch nicht abgeschlossen ist", sagt Tanja Köster. Sie könnten für viele Firmenchefs abschreckend wirken. „Deshalb war es für uns wichtig, diese Fragen als erste zu klären", betont die Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur in Höxter. Erfahrungsaustausch der Beteiligten Unternehmen, die bereits einen Flüchtling eingestellt haben, saßen ebenfalls am Tisch, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Zusätzlich dazu waren ehrenamtliche Flüchtlingshelfer dabei: „Es ist nicht nur wichtig, eine Diskussion zum Thema anzuregen, sondern auch, Brücken zu schlagen – Brücken zu den Personen, um die es geht, den geflüchteten Menschen", so Ricardo Blaszczyk vom Warburger Runden Tisch in Flüchtlingsfragen. Mithilfe der ehrenamtlichen Helfer könnten diese Brücken gebaut werden. Daher sei ihre Präsenz beim Unternehmertreffen wesentlich, betont Ricardo Blaszczyk. Ob es konkrete Ergebnisse aufgrund der Veranstaltung geben werde, bleibe abzuwarten. „Der angeregte Austausch lässt aber darauf hoffen", bilanziert Nora Wieners, Integrationsbeauftragte der Stadt Warburg.

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