Steinheim Christian Felber ist der neue Reineccius-Preisträger in Steinheim

Mit der Medaille des bekannten Steinheimer Querdenkers ehrt die Stadt einen Wirtschaftsökonomen von internationalem Rang.

Josef Köhne

Steinheim. Wenn es erlaubt ist, bei der Auswahl eines Preisträgers von einem großen Wurf zu reden, dann lässt sich sagen, dass der Stadt Steinheim ein solcher gelungen ist. Denn mit dem diesjährigen Empfänger der Reineccius-Medaille, Christian Felber, kommt ein international beachteter Querdenker, Wirtschaftsökonom und erfolgreicher Buchautor in die ostwestfälische Kleinstadt. Geboren wurde Christian Felber 1972 in Salzburg. Er ist ein Aktivist im westlichen Sinne und Autor zahlreicher mehrsprachig verlegter Bücher. Als Gründungsmitglied von Attac Österreich bezog er immer wieder öffentlich Stellung zu politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Themen. Bevor er 1996 sein Studium mit dem Magister in romanischer Philologie abschloss, studierte Felber in Wien und Madrid zudem Spanisch, Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie. Seitdem ist er als freier Autor tätig. 1998 erhielt Felber Arbeitsstipendien des Landes Salzburg und des österreichischen Bundeskanzleramtes für Literatur. Als einer der Sprecher von Attac in Österreich initiierte er das Projekt Bank für Gemeinwohl und entwickelte die Gemeinwohl-Ökonomie. Im Herbst 2008 wurde Christian Felber Dozent an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er kommentiert heute für zahlreiche Medien in sowohl deutscher und englischer, als auch in spanischer Sprache. Gemeinsam mit mehreren Unternehmern entwickelte er das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie. Nach Felber beruht die Gemeinwohl-Ökonomie auf denselben Verfassungs- und Grundwerten, die unsere Beziehungen tragbar und dauerhaft machen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen. Sie ist einerseits eine vollethische, andererseits eine wirklich liberale Marktwirtschaft. Bei ihr geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die Stärkung des Gemeinwohls. Bereits 2009 war Christian Felber Mitgründer der Bewegungsstiftung Österreich, die ihre Tätigkeit mit der Starthilfe für das Projekt Demokratische Bank und die Gemeinwohl-Ökonomie beendete. 2014 entstand daraus die BfG-Genossenschaft, deren Ziel die Gründung der Bank für Gemeinwohl als erster ethischer Bank Österreichs ist. Für die Verleihung der Reineccius-Medaille wurde Christian Felber von einem unter Bürgermeister Carsten Torke tagenden Gremium ausgewählt. Laut Wirtschafsförderer Ralf Kleine waren insgesamt 15 Vorschläge eingegangen, von denen die Empfehlung Felber die größte Zustimmung erhielt. Kleine zufolge schließen sich weltweit zunehmend Unternehmen der Gemeinwohl-Initiative von Christian Felber an. In Steinheim ist das der Unternehmer und Apotheker Albrecht Binder. Gestiftet wird die Reineccius-Medaille alljährlich von der Vereinigten Volksbank. Ihr Sprecher Werner Lödige zeigte sich beim Pressegespräch über die Wahl von Felber sehr erfreut. Als Genossenschaftsbank fühle man sich seit jeher dem Anliegen der Gründungsväter Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch verpflichtet, die für ihre Zeit ebenfalls als Querdenker neue Wege gegangen seien. Verliehen wird die Reineccius-Medaille am Sonntag, 12. November, um 11.30 Uhr im Festzelt auf dem Steinheimer Marktplatz. Einlass ist für die interessierten Bürger ab 11 Uhr. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Corporate Governance (Grundsätze der Unternehmensführung), der Universität Paderborn, Prof. Dr. René Fahr.

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