Hagedorn Prowin will Windräder bei Hagedorn bauen

Verwaltung lehnt Ansinnen den Anlagenbetreibers ab

David Schellenberg

Steinheim/Hagedorn. Der Anlagenbetreiber Prowin hat beim Kreis Höxter einen Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung von drei Anlagen zwischen Rolfzen und Hagedorn gestellt. Das bestätigte Steinheims Bürgermeister Carsten Torke auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Da es sich bisher nur um einen Antrag auf Vorbescheid handelt – ähnlich einer Bauvoranfrage für Privathäuser – wollte der Verwaltungschef nicht näher auf Einzelheiten des Antrages eingehen. So viel steht aber fest: Eine Anlage soll nach dem Willen von Prowin nur 740 Meter von den ersten Wohnhäusern in Hagedorn entstehen. Der Kreis als Genehmigungsbehörde hat die Stadtverwaltung um eine Stellungnahme gebeten – diese wird am Montag, 9. Oktober, in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates diskutiert (Beginn 19 Uhr im Rathaussaal). Die Verwaltung machte in der Informationsvorlage für die Politiker allerdings schon deutlich, dass sie gegen die neuen Anlagen ist: „Die Verwaltung beabsichtigt, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen, da die Ausweisung von Konzentrationsflächen für die Windkraft mit einem rechtskräftigen Flächennutzungsplan geregelt ist, der entsprechende Flächen dafür vorsieht." Wie Torke im NW-Gespräch erläuterte, gebe es in Steinheim den politischen Konsens, dass der Mindestabstand von Anlagen zu Siedlungen mindestens 1.000 Meter betragen müsse. Er sei von Prowin im Vorfeld nicht über den Antrag informiert worden – zuletzt habe es mit dem Unternehmen Mitte Mai Gespräche um die Errichtung eines Bürgerwindparkes bei Hagedorn gegeben. „Was Prowin nun mit dem Antrag bezweckt, kann ich nicht sagen", so Torke. Bei einem weiteren Windparkprojekt vom Stadtwerkeverbund Trianel im Steinheimer Becken, gebe es keinen neuen Sachstand. Ein Genehmigungsantrag, wie vom Unternehmen für den Herbst angekündigt, sei noch nicht eingegangen, so Torke. Die derzeitige Anlagenplanung von Trianel sieht vor, neun Anlagen vom Typ Vestas zu errichten, dabei sieben Anlagen mit einer Gesamthöhe von 234 Metern sowie zwei Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern im Schnittpunkt zwischen den Ortschaften Steinheim, Ottenhausen, Vinsebeck, Bergheim und Eichholz. Die Abstände zu den Ortschaften betragen mindestens 1.000 Meter. Torke wünschte sich in diesem Zusammenhang endlich Klarheit über die im NRW-Koalitionsvertrag vereinbarte 1.500-Meter-Abstandsregel. Die Kommunen bräuchten Rechts- und Planungssicherheit. Er kündigte an, dass die Stadt am Donnerstag, 9. November, in einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle über den aktuellen Sachstand zur Windenergie in Steinheim informieren werde. Dabei werde auch das Planungsbüro Drees & Husemann seine Untersuchungsergebnisse zu harten und weichen Tabukriterien für Windkonzentrationszonen vorstellen. Bis Jahresende soll es dann einen politischen Beschluss geben, wo die Stadt neue Windkraftanlagen zulassen möchte.

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