Gut erkannt: Zur Freude von Claudia Kay (l.) und Silke Rakel haben Dennis und Marie die Lebensmittel den richtigen Aufbewahrungsorten zugeordnet. - © Josef Köhne
Gut erkannt: Zur Freude von Claudia Kay (l.) und Silke Rakel haben Dennis und Marie die Lebensmittel den richtigen Aufbewahrungsorten zugeordnet. | © Josef Köhne

Vinsebeck Vinsebecker Kinder lernen, Lebensmittel sinnvoll zu nutzen

Umwelt- und Abfallexperten kämpfen gegen das gedankenlose Wegwerfen von Nahrungsmitteln

Josef Köhne

Vinsebeck. „Wirf mich nicht weg“, heißt ein Projekt, an dem sich die Klasse 4 der Grundschule Vinsebeck beteiligt. Es hat das Ziel, die vorhandenen Lebensmittel sinnvoll zu nutzen und der Verschwendungswut in unserer Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken. „Wirf mich nicht weg“ wurde vom Umweltzentrum Hollen, Ganderkesse/Oldenburg, initiiert und vom Kreis Höxter übernommen. Den etwa dreistündigen Schulworkshop in der Klasse von Christa Müller-Lüke lenkten Projektleiterin und Ökotrophologin Claudia Kay vom Umweltzentrum Hollen und Silke Rakel von der Abteilung Abfallwirtschaft des Kreises Höxter. Dabei erfuhren die 20 Jungen und 9 Mädchen in den verschiedenen Gruppen zunächst, wo Lebensmittel gut und wo sie besser nicht aufbewahrt werden. Hilfreich war dabei ein Suchbild, in dem mit den Farben Rot und Grün die richtigen und die falschen Lagerorte anzuzeichnen waren. Ferner lernten die Kinder, dass auch im Kühlschrank unterschiedliche Temperaturen herrschen, und dass Obst und Gemüse im unteren Fach ihren Platz haben, während Butter, Milch oder Joghurt weiter oben stehen dürfen. Ganz wichtig waren den Umweltpädagogen die Hinweise auf Lebensmittel, die oft unüberlegt in der Abfalltonne landen. So kann zum Beispiel aus einem nicht mehr ganz frischen Apfel Kompott gekocht werden oder aus den Spargelschalen lässt sich eine ganz leckere Suppe zubereiten. Ähnlich ist es mit Möhren oder Kartoffeln, deren Äußeres sich ebenfalls noch verwenden lässt. Auch älteres Brot muss nicht zwangsläufig im Abfall landen. Schließlich erfuhren die aufmerksamen Grundschüler noch, wie sich, bei ausreichender Pflege, aus zarten Pflänzchen leckere und gesunde Salate entwickeln. In Vinsebeck wurde dazu Brunnenkresse eingepflanzt. Aus der Sicht von Silke Rakel ist dem Projekt „Wirf mich nicht weg“ eine besondere Bedeutung beizumessen. „Wenn wir bedenken, dass jeder Bundesbürger im Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel wegwirft, ist das nicht mehr zu verantworten“, sagt sie und fordert jeden Einzelnen zum Handeln und Gegensteuern auf. Schulleiterin Elisabeth Hanewinkel lenkt den Blick auf den in größter Armut lebenden Teil unserer Welt. „Wir verschwenden gedankenlos Lebensmittel und Energie, die wir zu ihrer Herstellung benötigen. Dabei könnten wir mit nur 18 Cent am Tag ein Kind in Äthiopien ausreichend ernähren.“ Offensichtlich ist die Bedeutung dieser wertvollen Aktion auch an höherer Stelle erkannt worden, denn „Wirf mich nicht weg!“ war für den „Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung“ nominiert. Bei einer feierlichen Preisverleihung in Berlin wurden die 14 besten Projekte gewürdigt und der Bundespreis in vier Kategorien verliehen.

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