Kein Blatt vor den Mund: Drummer Leech und Frontmann Thorn (Necrotic Woods) auf dem Still Reaching for Darkness-Festival in Steinheim. - © Foto: Jonas Gröne||
Kein Blatt vor den Mund: Drummer Leech und Frontmann Thorn (Necrotic Woods) auf dem Still Reaching for Darkness-Festival in Steinheim. | © Foto: Jonas Gröne||

Steinheim Metal-Festival für Fans der härteren Gangart

Szene: "Still Reaching for Darkness" in Steinheim

Jonas Gröne

Steinheim. Diese Musik hat etwas Spirituelles: Die Steinheimer Metal-Band "Necrotic Woods" heizte in der Stadthalle Steinheim beim "Still Reaching for Darkness"-Festival dem Publikum ein. Das Line-up war dabei so vielfältig wie noch nie: Neben einer futuristschen Metal-Band aus Hamburg, reisten Bands aus Marburg, Paderborn und Lügde an. Rund 250 Fans besuchten das sechsstündige Festival. Sechs Bands standen auf dem Programm des "Still Reaching for Darkness"-Festivals: Unter anderem die heimische Metal-Gruppe "Necrotic Woods" aus Steinheim. Der Frontmann mit Künstlernamen Thorn ist gemeinsam mit der Jungen Kultur Organisator und zugleich Initiator des seit 2007 bestehenden Metal-Festivals. "Necrotic Woods" steht für eine härtere Gangart: "Wir spielen Black Metal. Das ist im Ton düsterer. Wir nehmen sozusagen kein Blatt vor den Mund", erklärt Sänger Thorn. Martialisch, wild und blutig präsentiert sich die fünfköpfige Steinheimer Gruppe auf der Bühne. Gemeinsam mit dem Gitarristen Nachzehrer gründete Thorn die Band im Jahr 2004. Eigentlich legte die Band sogar den Grundstein für das Festival: "Wir haben früher im privaten Rahmen mal Konzerte veranstaltet. Das waren die ersten Anfänge des Festivals. Ein paar Jahre später haben wir das dann nach Steinheim verlagert und ein Festival draus gemacht", berichtet Bandleader Christoph Piesk. Seitdem hat die Gruppe bereits ein Album rausgebracht, das nächste ist schon studioreif. "Wir müssen nur noch zur Aufnahme. Die Texte sind geschrieben. Wir sind heiß drauf", zeigt sich Thorn voller Ansporn. Die Richtung des Albums soll wieder deutlich zum Black Metal neigen. Die satanisch geprägten Texte der Band seien dabei vor allem was für Fans. "Das ist nicht für jeden was", sagt Frontmann Thorn und meint: "Es geht in dieser Musik immer auch um Spiritualität. Hier wird Inneres nach außen getragen. Man sagt das, was man will. Das kann dann auch kalt oder unheilvoll wirken", beschreibt Sänger Thorn. Neben dem Musiker Nachzehrer (Gitarre) vervollständigen Leech (Schlagzeug), Splitt (Bass) und Brew (Gitarre) die Band. »Das ist nicht nur Musik, es ist vielmehr ein Lebensgefühl« Gut eine Stunde unterhielten die "Necrotic Woods" die rund 250 Fans in der Steinheimer Stadthalle mit Songs wie "The Nameless Dark" aus dem eigenen Album oder Coversongs wie "Venus in Furs". Dabei achtete die Band bei ihrer Songauswahl auch auf eine mögliche Politisierung. "Wir, wie auch Hyems, distanzieren uns ganz entschlossen von rechtem Gedankengut in unseren Texten. Es gibt Leute, die diese Musik für rechtes Gedankengut missbrauchen. Das ist ein No-Go", distanziert sich Frontmann Thorn klar von einer politischen Band. Den Start machten beim Festival "Past Insane" (Lügde) und "Orphalis" (Dortmund). Nach den "Necrotic Woods" folgten noch "Cyborg" (Hamburg), "Hyems" (Marburg) und der Paderborner Headliner "Bloodwork", der bereits auf Wacken mitmischte. Ein Novum im Steinheimer Festival Line-up waren in diesem Jahr die Elemente der Hamburger Band "Cyborg." "Es war das erste Mal eine futuristische Metal-Band bei diesem Festival. Wir hatten schon Rockbands und härtere Genres, aber noch nichts Futuristisches. Die Vielfalt ist auch gut für so ein Festival", sagt Piesk. Die Zahlen bestätigen die Attraktivität des von "Junge Kultur Steinheim" präsentierten Festivals. "Es läuft richtig gut. Hier ist richtig was los. Wir können zufrieden sein", freut sich der Bandleader. Sechs Stunden ging das Festival am Samstag. Dann löste sich diese besondere Atmosphäre langsam auf. "Das ist nicht nur Musik, es ist vielmehr ein Lebensgefühl. Schön, dass die Musik so gut ankommt", schließt Piesk ab.

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