Die neue Idee kommt bestens an: Der jecke Rathausschmuck begeistert nicht nur seine Schöpfer - auch Ehrenpräsident Meinolf Lambertz (4. v. r.) gefällt sein jeckes Abbild. - © Madita Schellenberg
Die neue Idee kommt bestens an: Der jecke Rathausschmuck begeistert nicht nur seine Schöpfer - auch Ehrenpräsident Meinolf Lambertz (4. v. r.) gefällt sein jeckes Abbild. | © Madita Schellenberg

Steinheim Jecke Ehrenpräsidenten thronen über Steinheim

Karneval: Die Ehrenpräsidenten Meinolf Lambertz, Lothar Runte und Markus Struck gibt es nun auch aus Modelliermasse. Sie hängen für die kommenden Wochen am Steinheimer Rathaus

Madita Schellenberg

Steinheim. Dass das Steinheimer Rathaus jeck ist, lässt sich kaum bestreiten. Schließlich wird das Gebäude jedes Jahr zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit von der feiernden Karnevalsgesellschaft (StKG) gestürmt. Vier Tage zuvor, zur Weiberfastnacht, gibt der Bürgermeister sogar den Hausschlüssel an zahlreiche Närrinnen ab. Nur am schlichten Gebäudeäußeren ließ sich der Frohsinn bis jetzt nicht eindeutig erkennen. Das ist nun anders. »Der Steinheimer Karneval hat sich zu einem echten Markenzeichen entwickelt« Denn im Obergeschoss des Rathauses schauen aus einem der elf Fenster, die in Richtung der Marktstraße liegen, ab sofort die drei gut gelaunten Ehrenpräsidenten der StKG heraus. Meinolf Lambertz, Lothar Runte und Markus Struck - allesamt aus Papier, Kleister und Farbe gebastelt - werden dort oben die restlichen Wochen der fünften Jahreszeit verbringen. Erschaffen wurde das farbenfrohe Kunstwerk vom jecken "OWL-Team": Klaus Ovenhausen, Matthias Walbaum und Matthias Lange haben rund zwei Jahre an dieser Idee gefeilt. Den Einfall dazu hatte Ovenhausen zuvor in den Niederlanden. "Denn dort schauen immer zur Karnevalszeit Figuren aus den Fenstern des Rathauses. Ich war sofort begeistert und dachte, dass es toll wäre, so etwas auch in Steinheim umsetzen zu können", erzählte er. Eine Vorlage war schnell gefunden: Andreas Postert steuerte begeistert die Karikatur der Ehrenpräsidenten bei. Bei ihren Bastelarbeiten in der heimischen Garage sowie im Fotostudio haben Ovenhausen, Walbaum und Lange ganz genau auf die Uhr geschaut und - wie sollte es im Karneval anders sein - 222 Arbeitsstunden investiert. "Aus 11.111 Rollen Toilettenpapier und Kleister wurde eine Modelliermasse, die sogenannte Matschepampe, gemacht. Es wurde fleißig gedrahtet, modelliert und gepinselt", erzählten die kreativen Karnevalisten. Um die Gesichtszüge der Ehrenpräsidenten besonders gut zu zeichnen, wurde ein weiterer Künstler ins Boot geholt: Gerd Leifels. Die Mühe aller Beteiligten hat sich gelohnt: Entstanden ist ein echter Hingucker, der die Vorfreude auf den Rosenmontag am 12. Februar bei allen Karnevalsfans wohl noch verstärken wird. "Der Steinheimer Karneval hat sich weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einem echten Markenzeichen der Emmerstadt entwickelt", sagte StKG-Präsident Dominik Thiet am Samstagvormittag, bevor das bunte Kunstwerk mit einem Kran hinauf ins Rathausfenster transportiert wurde. "Diese gute Entwicklung liegt auch an der guten Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Steinheimer Rat", fügte er hinzu. Denn auch Bürgermeister Carsten Torke freute sich über die gebastelten Ehrenpräsidenten am Rathaus und half im Beisein vieler Gäste bei der Anbringung.

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