Vor der Kirche St. Marien: Bernhard und Heike Nalbach (v. l.), Abba Teshome Fikre, Cornelia Düwel-Westphal und Kirsten Wiethaup genießen die gemeinsame Zeit in Steinheim. - © Foto: Corinna Westphal
Vor der Kirche St. Marien: Bernhard und Heike Nalbach (v. l.), Abba Teshome Fikre, Cornelia Düwel-Westphal und Kirsten Wiethaup genießen die gemeinsame Zeit in Steinheim. | © Foto: Corinna Westphal

Steinheim Besonderer Gast bei Äthiopienhilfe

Generalsekretär der Diözese in Emdibir, Abba Teshome Fikre, besucht Äthiopienhilfe Steinheim

Simon Westphal

Steinheim. Weit gereist und herzlich erwartet: Die Mitglieder der Äthiopienhilfe Steinheim empfingen einen Priester aus Äthiopien, welcher auf dreiwöchiger Reise durch Europa ist. Abba Teshome Fikre ist Generalsekretär der Diözese in Emdibir, leitender Sekretär des Bischofs. Emdibir ist die nächstgrößere Stadt zum Bergdorf Burat, in dem die Vereinsmitglieder regelmäßig medizinische Hilfe leisten. Seit fünf Jahren fahren sie regelmäßig in das entlegene Bergdorf. Inzwischen betreut der Steinheimer Verein drei Kliniken in der Region. Die Kirche ist in Äthiopien eine überaus wichtige Kraft in Sachen humanitärer Hilfe. Deshalb ist eine intensive und langjährige Zusammenarbeit zwischen der Äthiopienhilfe Steinheim und der Kirche entstanden, inzwischen besteht ein enges Vertrauensverhältnis zu insbesondere dem Bischof persönlich und eben zu Abba Teshome. "Es war mir eine Herzensangelegenheit, euch zu besuchen und auch einmal eure Heimat kennenzulernen", erklärte er den Vereinsmitgliedern beim gemeinsamen Spaziergang. Abba Teshome hat Kirchenrecht studiert und ist die rechte Hand des Bischofs in Emdibir in Bezug auf Verwaltung und Organisation. In diesem Rahmen findet auch seine Europareise statt: Er besucht große humanitäre Organisationen wie Misereor und Kindermissionswerk in Italien, Deutschland, Frankreich und Holland, um aufmerksam zu machen auf Hilfsmöglichkeiten in seiner Heimat. Aber der Besuch r in Steinheim war ihm ein besonderer Wunsch, um die Vereinsmitglieder noch besser kennenzulernen und ihr Leben hier zu erfahren. Die Zusammenarbeit ist über die Jahre immer enger geworden. Abba Teshome unterstützt und koordiniert die von der Äthiopienhilfe Steinheim getragenen Projekte, denn die Kirche trägt die Verantwortung für all die Initiativen. Im Moment hilft Abba Teshome zum Beispiel bei dem Bau eines Kindergartens, den die Äthiopienhilfe plant; er sucht Architekten aus und sorgt dafür, dass Baumaterialien rechtzeitig geliefert werden. Das alles geschieht in Rücksprache und Abstimmung mit seinen Freunden in Steinheim, es wird gemeinsam besprochen und geplant. "Es ist für diesen Verein eine große Hilfe und auch beruhigende Gewissheit, dort in Äthiopien jemanden zu haben, der mit Herz und gleichzeitig auch mit Verstand gewissenhaft die Projekte weiter koordiniert. Es ist eine essenzielle Voraussetzung, einen Einheimischen zu haben, der die Abläufe in seinem Land schlichtweg besser kennt und auch mit der Regierung die notwendige Absprache halten kann", erklärte Bernhard Nalbach. Denn in Äthiopien muss die Regierung über alles informiert werden, 5-Jahrespläne und Zuständigkeiten müssen klar definiert sein. "Mein Land ist dann doch ziemlich bürokratisch", erzählte Abba Teshome lachend. So wurde die Zeit in Steinheim auch intensiv genutzt, um weitere Details der Vereinsarbeit zu besprechen. Ist es möglich, einen Container zu schicken? Wie geht das Frauenprojekt voran? Wie ist der Stand in den drei Kliniken? Es blieb aber auch ein wenig Zeit, um die Emmerstadt kennenzulernen. Es wurden die Kirche mit dem Marktplatz sowie die Arztpraxen angeschaut. Alles doch sehr anders als bei ihm Zuhause, bemerkte der Gast aus Afrika lachend und wohlwollend, "ich bin sehr glücklich, hier so herzlich aufgenommen worden zu sein". Er zeigte sich sehr beeindruckt von der Hilfe durch die Menschen in Steinheim, die von einer so kleinen aber effektiven Organisation repräsentiert werden. "Durch ihre Hilfe zeigen die Menschen meinem Heimatland gegenüber großen Respekt. Ein ganz herzliches und ehrliches Dankeschön an Steinheim!"

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