Die Wasserstraße an der Einmündung zur Schäfer- und zur Langen Straße sollen umgebaut werden. - © FOTO: JOSEF KÖHNE
Die Wasserstraße an der Einmündung zur Schäfer- und zur Langen Straße sollen umgebaut werden. | © FOTO: JOSEF KÖHNE

Nieheim Diskussion über Pflaster und Bäume

Kritik an Plänen für Wasser- und Schäferstraße

Nieheim. Nahezu drei Stunden diskutierten die Mitglieder des Ortsausschusses Kernstadt und des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen das Thema "Umgestaltung der Wasserstraße und der Schäferstraße auf Grundlage des Integrierten Handlungskonzepts der Stadt Nieheim. Das Ergebnis der breit angelegten Diskussion aber bleibt fragwürdig.


Mit 30-minütiger Verspätung wurde die Sitzung eröffnet, weil sich die beiden Ausschüsse bereits vorher zu einem Ortstermin getroffen hatten. Wer nun allerdings erwartete, dass man, nachdem Anliegerversammlungen stattgefunden hatten und Planer Anton Volmer mit allen Anliegern Einzelabstimmungen vorgenommen hatte, zu einem raschen Ergebnis kommen würde, der sah sich getäuscht. Eine lang anhaltende Aussprache über die Wasserführungen sowie die Gestaltung der Gehwege und verkehrsberuhigenden Einbauten führte schließlich zu einer sich im Kreis drehenden Erörterung über Pflasterungen, braunen oder schwarzen Asphalt und eine immer wieder kontrovers diskutierte Grüngestaltung.

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Planer Volmer war in dieser Situation nicht zu beneiden, denn die in der Vergangenheit gemachten Fehler kann auch er nicht wegzaubern. Verständnis hatte er für die Fragen der Anlieger, die sich Gedanken um die Zufahrten zu ihren Geschäften und um Parkmöglichkeiten machten. Gegen seine Überzeugung musste er auch zwei für den Einmündungsbereich Wasserstraße – Schäferstraße vorgesehene Bäume auf einer Fahrbahn einengenden Insel aus dem Plan nehmen. Ein weiterer Baum an der Ecke Wasserstraße – Untere Mauerstraße wird ebenfalls gestrichen. Auch hier hatten die Anwohner Bedenken wegen der großen Baumkronen. Anstatt mit den vorgesehenen Bäumen ließe sich der Verkehr auch mit Poldern bremsen, lautete ein Argument aus dem Ausschuss.

Heftigen Protest legte Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper gegen die Empfehlung des Ausschusses ein, die mehr als 20 Jahre alten Bäume in der Wasserstraße zu entfernen und durch junge Bäume mit kleineren Kronen zu ersetzen. Dazu SPD-Fraktionschef Wolfgang Kuckuk: "Wenn wir damit eine Wohnumfelderbesserung erreichen bin ich für andere Bäume."

Entfernt werden müssen an anderer Stelle mehrere große Bäume, die vor etwas zwei Jahrzehnten trotz der Bedenken einiger Ratsvertreter über einer Gasleitung gepflanzt worden waren. Hier sollen neue Bäume auf der gegenüberliegenden Seite angepflanzt werden. In wieweit das Anpflanzen neuer Bäume in den Kostenrahmen passt, muss von der Verwaltung noch geklärt werden.

Das Abstimmungschaos von Ortsausschuss und Planungsausschuss über einzelne Bäume, Farben und Pflasterungen konnte letztlich nur durch den als geschickten Mediator eingreifenden Bürgermeister zu einem nachvollziehbaren Ende gebracht werden.

Über die Empfehlungen der beiden Ausschüsse und die von Ingenieur Anton Volmer in die Pläne eingearbeiteten Änderungen wird der Rat der Stadt Nieheim in seiner regulären Sitzung am 4. Juni beraten und abstimmen.

"Ich vermute, dass da noch einmal alles auf den Kopf gestellt wird", äußerte einen Tag nach der Sitzung eine Anwohnerin der Schäferstraße gegenüber der NW. Sie hegt die Befürchtung, dass man in diesem Jahr gar nicht mehr in Gang kommen könnte, weil die Beratungen länger dauern, als die noch notwendige Ausschreibung der Maßnahme und der Straßenausbau.

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