Objekte wie leerstehende Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen sind nach Meinung der Bezirksregierung Arnsberg als zentrale Übergangswohneinrichtungen geeignet. Ebenfalls dazu zählt möglicherweise auch das Weberhaus in Nieheim. - © FOTOS: JOSEF KÖHNE
Objekte wie leerstehende Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen sind nach Meinung der Bezirksregierung Arnsberg als zentrale Übergangswohneinrichtungen geeignet. Ebenfalls dazu zählt möglicherweise auch das Weberhaus in Nieheim. | © FOTOS: JOSEF KÖHNE

Nieheim Asylbewerber im Weberhaus

NRW-Innenministerium bestätigt Verhandlungen mit Träger und Kommune

Nieheim. Sollte das NRW-Innenministerium seine Pläne bezüglich der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern in die Tat umsetzen, kann die Stadt Nieheim schon bald mit rund 200 Einwohnern mehr rechnen. Das bestätigte Ministeriumssprecherin Birgit Axler gestern auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Untergebracht werden sollen die Hilfesuchenden im "Weberhaus", der ehemaligen Kolping-Bildungsstätte.

Die Heimvolkshochschule des Kolping-Diözesanverbands Paderborn war Ende 2011 wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen worden. Geschäftsführer Werner Sondermann erklärte damals, man bemühe sich um ein neues Konzept und einen Investor. Offensichtlich waren die Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, denn die Gebäude stehen ein Jahr nach der Schließung immer noch leer.

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Birgit Axler zufolge ist die Landesregierung auf der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber. Wegen einer dauerhaften Unterbringungseinrichtung führe man derzeit Verhandlungen mit Wickede-Wimbern. "Die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg führt aber auch Verhandlungen über zwischenzeitliche Unterbringungseinrichtungen. Da ist auch ein Objekt in Nieheim im Gespräch, um es möglicherweise als Übergangswohnheim zu nutzen."

Man suche intensiv nach einer Dauerunterbringungsmöglichkeit, benötige bis dahin aber Zwischenlösungen. "Wir haben zurzeit noch Notunterkünfte, und die bestehenden Einrichtungen in Hemer, Schöppingen, Dortmund, Neuss und Bielefeld reichen nicht aus", sagte Axler. Die Zahl der Asylbewerber sei in NRW konstant hoch, deshalb müsse nach weiteren geeigneten Liegenschaften gesucht werden.

Für die Bezirksregierung Arnsberg erklärte Christoph Söbbeler, man stehe mit der Stadt Nieheim und dem Träger der Einrichtung in Verhandlungen. Geplant sei, in der ehemaligen Bildungsstätte Menschen für eine befristete Zeit unterzubringen. "Sie kommen hier an, werden registriert und halten sich in der Regel nur wenige Tage auf. Anschließend werden sie landes- auf die Gemeinden verteilt", sagte Söbbeler. Das Land sei hier in der Pflicht und müsse in Anbetracht der steigenden Anzahl von Asylbewerbern handeln.

In Erstunterbringungseinrichtungen, wie für Nieheim vorgesehen, leben die Menschen durch Zäune von ihrer Nachbarschaft getrennt. Kontakte sind nur über eine ständig besetzte Pforte möglich. Nach Söbbelers Erfahrung sind ehemalige Krankenhäuser und Einrichtungen, wie die Bildungsstätte in Nieheim, sehr gut für die Erstunterbringung der Kriegsflüchtlinge geeignet. "Dort sind genügend Zimmer, Sozialräume und sanitäre Einrichtungen. Außerdem verfügen die Häuser über Großküchen für die Versorgung mehrerer hundert Menschen." Einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums zufolge kommen die Asylsuchenden hauptsächlich aus Krisengebieten wie Syrien, aber auch aus den Balkanländern Mazedonien und Serbien.

Bürgermeister Rainer Vidal erklärte auf Anfrage der NW, er bedauere, dass das Thema bereits jetzt öffentlich diskutiert werde. Er habe für den kommenden Mittwoch eine Info-Veranstaltung in der Realschule geplant. "Dort werden wir umfassend informieren", sagte er.

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