Geben nicht auf: Weitere Nachteile durch den Bilster Berg darf es für die Region und ihre Bürger nicht geben, sagen Damiane Spier, Annette Cabron, Uli Kros und Heike Spier. - © Josef Köhne
Geben nicht auf: Weitere Nachteile durch den Bilster Berg darf es für die Region und ihre Bürger nicht geben, sagen Damiane Spier, Annette Cabron, Uli Kros und Heike Spier. | © Josef Köhne

Nieheim Anwohner wehren sich gegen Lärm am Bilster Berg

Die Bürgerinitiative „Ruhe am Bilster Berg“ wehrt sich gegen die Erhöhung der Immissionsrichtwerte und bezeichnet das Vorgehen des Betreibers als rücksichtslos

Josef Köhne

Nieheim. Es gibt erneut Unruhe am Bilster Berg. Der Grund ist ein Antrag des Rennstreckenbetreibers, die Lärmgrenzwerte noch weiter anzuheben. In der Bekanntmachung des als Genehmigungsbehörde handelnden Kreis Höxter wird dazu folgendes mitgeteilt: „Die beantragte Änderung umfasst die Änderung der immissionsschutzrechtlichen Einstufung des Immissionspunktes 12 (IP 12) und somit die Anhebung des Immissionswertes von 45 d(A) auf 50 (dB(A) an diesem Punkt, die Erhöhung der Immissions-Referenzwerte zur Kernbetriebszeit um 4 dB(A) sowie die geänderte Beurteilung der angrenzenden Gebiete." Aus Sicht der Bürgerinitiative Ruhe am Bilster Berg (BI) ist dieser Antrag der Bilster Berg Drive Resort ein weiterer Schlag aufs Trommelfell der Nieheimer Bürger. „Immer mehr Menschen fühlen sich durch den Motorenlärm belästigt und vermeiden es, in der Umgebung von Nieheim spazieren zu gehen", sagt der Vorsitzende Ulrich Kros. Am meisten aber stört ihn das rücksichtslose Vorgehen des Bilster Bilster-Berg-Betreibers bezüglich des Immissionspunktes 12. „Dieser liegt genau am Altenwohn- und Krankenheim. Vom Bilster Berg her spricht man dem St.-Nikolaus-Hospital den Status einer Pflegeanstalt ab und begründet so, an diesem Punkt und damit in ganz Nieheim mehr Lärm machen zu können. Abgesehen davon, dass eine weitere gravierende Erhöhung des Lärmpegels eine zusätzliche, nicht mehr hinnehmbare Belastung für die pflegebedürftigen Menschen wäre, ist das auch ein Schlag gegen einen der größten, sehr engagierten Arbeitgeber in Nieheim. Das ist ein dreistes Verhalten gegenüber einer anerkannten Institution, die gerade Millionen in ihre Modernisierung steckt ", so Kros. Grundsätzlich gibt er zu bedenken, dass der Lärm vom Bilster Berg ein anderer sei, als der von öffentlichen Verkehrswegen oder Industrieanlagen. Denn während dort der Lärmpegel nahezu kontinuierlich gleich bleibe, schwelle der Lärm vom Bilster Berg durch das abrupte Abbremsen und starke Beschleunigen der lauten Renn- und Sportwagen unentwegt auf und ab. „Genau das aber ist es, was vom Unterbewusstsein der betroffenen Menschen als störend empfunden wird. Sie kommen nicht zur Ruhe und reagieren gereizt", meint Kros. »Vor allem an Sonn- und Feiertagen ist es schon jetzt unerträglich laut« Mittlerweile haben nach Einschätzung der Bürgerinitiative immer mehr Nieheimer und Bad Driburger erkannt, dass die Lärmbelastung durch die Rennstrecke wesentlich höher sei, als das vor der Inbetriebnahme vom Betreiber suggeriert worden sei. „Vor allem an den Sonn- und Feiertagen, wenn die Motorsportler ihre Runden drehen, ist es jetzt schon unerträglich laut", pflichtet Heike Spier Kros bei. „Dabei sollte die arbeitende Bevölkerung doch gerade an diesen Tagen Ruhe und Erholung finden." In Anbetracht der negativen Auswirkungen für die im Umkreis des Bilster Bergs lebenden Personen zieht der Vorstand der Bürgerinitiative auch ein psychosoziales Gutachten in Betracht. „Wir müssen uns doch fragen, inwieweit sich die Lärmbelastung auf den Gesundheitszustand der betroffenen Menschen auswirkt", kritisiert Kros, dass bei der immissionsrechtlichen Bewertung kaum vom Schutzgut Mensch also den schützenswerten Interessen jeder Bürgerin und jedes Bürgers die Rede sei. Die Bürgerinnen und Bürger ruft die Bürgerinitiative dazu auf, Einsicht in die derzeit bei den Städten Nieheim und Bad Driburg sowie beim Kreis Höxter ausliegenden Antragsunterlagen zu nehmen und sich gegen die beantragte Erhöhung der Immissionsrichtwerte auszusprechen. Alle Unterlagen sind zusätzlich unter www.kreis-hoexter.de einsehbar. Die Auslagefrist endet am 4. Dezember, Einwendungen gegen das Vorhaben können bis zum 4. Januar 2018 erhoben werden. Als Termin für die mündliche Erörterung der erhobenen Einwendungen ist der 15. Februar, 10 Uhr vorgesehen. Er wird voraussichtlich im Rathaus Bad Driburg stattfinden. Das Anliegen der 120 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative ist nun, dass sich alle diejenigen, die sich bereits jetzt vom Lärm des Bilster Bergs „gestört, belästigt und der inneren Ruhe beraubt fühlen", ihre Bedenken rechtzeitig vorbringen. Um den Bürgern den rechtlich vorgegebenen Weg zu erleichtern, bereitet die Bürgerinitiative Mustereinwendungen vor, die unter der E-Mail ig.bb.ev@gmail.com angefordert werden können. Weitere Informationen stellt die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage ins Netz.

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