Ganz schön schräg: Als Schützenfunktionär und Wortakrobat begeisterte Hubert Meiwes das Publikum. - © Josef Köhne
Ganz schön schräg: Als Schützenfunktionär und Wortakrobat begeisterte Hubert Meiwes das Publikum. | © Josef Köhne

Nieheim Fröhliche Nieheimer starten in die Session

Karneval: Junge Tänzerinnen und gestandene Kerle begeistern auf der närrischen Bühne

Josef Köhne

Nieheim. Karneval der Weberstadt: Um 19.31 Uhr starteten die Karnevalisten am 11. im 11. die neue Session. Und der fröhlich familiäre Start lässt darauf schließen, dass es im 775. Jubiläumsjahr der Ackerbürgerstadt Nieheim eine alle mitreißende fünfte Jahreszeit werden wird. Zur Auftaktveranstaltung konnte NKG Präsident Josef "Figaro" Schunicht neben zahlreichen Ehrengästen aus Kirche, Politik und (Gast-) Wirtschaft die Abordnungen befreundeter Vereine aus Pömbsen, Willebadessen und Ovenhausen begrüßen. Besonders herzlich nahm er den neuen Pfarrer Jürgen Bischoff im Kreis der Nieheimer Narren auf. Das unterhaltsame Abendprogramm eröffneten die quirligen Mädchen der Minigarde. Ihnen folgten die Emmersingers mit den Liedern, die seit Jahren die Herzen aller echten Nieheimer höher schlagen lassen. Nicht mehr ganz taufrisch, aber neu in der Bütt, präsentierten sich mit einer sprechenden Katze und trockenem Humor der "schönere" Bernhard Schröder und der "dickere" Dirk Guse. Mit einer tollen tänzerischen und sportlichen Leistung riss das Solomariechen Sophie Pruys die Narren von den Stühlen. "Die junge Dame hat noch eine große Karriere vor sich", war die Meinung aufmerksamer Beobachter. Mit jugendlichem Charme und einer hübschen Choreographie präsentierte sich das Kindertanzpaar Luca Peters und Dylaine Pahle. Einen Glücksgriff tat die NKG mit der Auswahl des Büttenredners Hubert Meiwes. Der münsterländische Vielfachfunktionär im straff organisierten Schützen(un)wesen traf mit seiner Revolverschnauze zielsicher jede 12 in der imaginären Zehnerscheibe und exakt den Lachnerv des närrischen Auditoriums. Unter Einbeziehung aller Nieheimer Ortschaften, zahlreicher Lokalgrößen und örtlichen Unikate setzte er im Rhythmus eines Dampfhammers die Pointen, deren Ladungen einschlugen, wie mit Lachgas gefüllte Kugelsalve-Gewehrpatronen. Originell war seine Deutung der Namen Nieheim = "notorisch immer extrem herrschsüchtige Ehefrauen inhaftierter Männer" und Olle meh = "Ohnmächtig liierte Leidensgenossen erleben mal eine Huldigung". Verabschiedet wurde der Schützenvereinsmeier mit stehenden Ovationen. Auf eine bewegende Session lässt der Showtanz der Prinzengarde hoffen. Die Damen präsentierten sich selbst auf der kleinen Bühne so elastisch, als hätten sie am karnevalistischen Winterschlaf gar nicht teilgenommen. Der Abschluss der Auftaktveranstaltung 2017/18 war den Emmersingers und ihren karnevalistischen Heimatliedern vorbehalten. Zum Ende gab es dann noch eine dicke Überraschung: Das närrische Dream-Team der NKG, Dirk Guse, Matthias Lemke und Marcel Niebelung, stellte das neue NKG-Banner vor. In der Planung war es, Katzenvater Lemke zufolge, seit vier Jahren, angefertigt wurde es in den letzten vier Wochen.

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