Bleibt gelassen: Luise Knetmann (Monika Nolte) lässt sich vom Chaos in ihrer Wohnung nicht beeindrucken . - © Madita Schellenberg
Bleibt gelassen: Luise Knetmann (Monika Nolte) lässt sich vom Chaos in ihrer Wohnung nicht beeindrucken . | © Madita Schellenberg

Sommersell Weihnachtstrubel mit Schuss

Die Sommerseller Theatergruppe Lampenfieber präsentiert die Komödie "Ausgerechnet Heiligabend".

Madita Schellenberg

Sommersell. In Sommersell ticken die Uhren anders: Während draußen der nass-kalte Herbstwind die letzten Blätter von den Bäumen fegt und dem nahenden Novemberwetter alle Ehre macht, steht im Dorfgemeinschaftshaus schon der geschmückte Weihnachtsbaum. Doch statt adventlicher Stimmung regiert in der neuen Komödie der Sommerseller Theatergruppe das Chaos: "Ausgerechnet Heiligabend" ist das Stück der engagierten Laiendarsteller überschrieben, das gestern Nachmittag Premiere feierte. »Stille Nacht kann man das wohl wirklich nicht nennen« Behagliche Stunden unterm Tannenbaum - so kennt und wünscht man sich den Heiligen Abend. Wer Inspiration und Hilfestellung sucht, um das Fest "mit seinen Lieben auch mal anders zu feiern", der ist im Sommerseller Theater bestens aufgehoben, so der humorvolle Hinweis der Darsteller und Regisseurin Kerstin Struk selbst. Denn "stille Nacht kann man das wohl wirklich nicht nennen", muss auch Hauptdarstellerin Luise Knetmann (Monika Nolte) schnell einsehen. Eigentlich erwartet sie ihre Familie zum traditionellen Weihnachtsbesuch - doch Tochter Angelika (Monika Fortmann-Kremeier) hat statt Weihnachtsgeschenken ihren gepackten Koffer dabei - na klar, sie hat unüberbrückbaren Streit mit ihrem Angetrauten. Auch die streitsüchtigen Nachbarn, die sich aus ihrer Wohnung ausgesperrt haben, suchen Unterschlupf. Und als wäre das nicht schon Trubel genug, suchen gleich mehrere Ganoven Luises Wohnung auf. Zwar kommt Einbrecher Hannes Breitling (Heinz-Josef Benning) ohne Waffe und vorherige Straftaten etwas unbeholfen daher, doch beim Auftritt von Lana Brenner (Hilde Liene) mit gezogener Pistole wird die Situation schon brenzliger. Es kommt zu giftigen und zugleich drolligen Kommentaren - und Schüssen. Bleibt den begeisterten Zuschauern des Stücks zu wünschen, dass ihre Heilige Nacht in rund 60 Tagen dann doch etwas behaglicher verläuft. Mit dem turbulenten Fest von Luise Knetmann vor Augen, lassen sich die eigenen wohlbekannten Traditionen am Weihnachtsfest bestimmt noch besser genießen.

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