Offene Stellungnahme: Roland Florin, Geschäftsführer von "Komm aktiv" zur Schließung des Jugendtreffs Echo. - © Madita Schellenberg
Offene Stellungnahme: Roland Florin, Geschäftsführer von "Komm aktiv" zur Schließung des Jugendtreffs Echo. | © Madita Schellenberg

Nieheim Geschlossener Jugendtreff: Deutliche Kritik des Vereins

"Komm aktiv" forderte mehr Geld. Kompletter Offener Brief als Download.

David Schellenberg

Nieheim. In einer öffentlichen Stellungnahme hat der Träger des schließenden Jugendtreffs Echo, der Verein „Komm aktiv“, noch einmal Kritik an der Verwaltung sowie der CDU-Fraktion im Stadtrat geübt. Weil die Stadt dem Verein nach auslaufender Förderung deutlich weniger Geld zur Verfügung stellt, als gefordert, hat sich „Komm aktiv“ aus der offenen Jugendarbeit in Nieheim zurückgezogen. Nur einige Sonderaktionen finden bis Ende April noch statt. „Komm aktiv“-Geschäftsführer Roland Florin verweist in seinem Schreiben darauf, dass der geforderte finanzielle Rahmen professionell erarbeitet wurde und in der Kostenplanung effizient sei. Er monierte, dass die zugesagte „ausreichende Unterstützung“ in den vergangenen Jahren ausgeblieben ist. „Wir haben es dennoch geschafft, mit viel Herzblut und Engagement einen der bestausgestattetsten Jugendtreffs im ländlichen Raum in Nieheim zu realisieren, der auch in weiteren Vergleichen mit anderen – und finanziell besser gestellten – Einrichtungen sehr gute Zahlen vorzuweisen hat“, meint Florin. Er erinnerte daran, dass es in den vergangenen 30 Jahren viele Versäumnisse gegeben habe, bei denen verschiedene Versuche, offene Jugendarbeit sinnvoll dauerhaft durchzuführen, gescheitert sind. Politik und Verwaltung hätten dem Aspekt, dass zunächst eine „Aufholjagd“ notwendig sei, zu wenig Beachtung geschenkt. Florin beanstandete zudem die mangelnde offene Informationspolitik und Beteiligungsmöglichkeiten. Komm aktiv habe mit dem Projekt erfahren und erlebt, dass mündige Bürger und solche, die es werden, nicht mit einbezogen würden und, „da sie keine Lobby haben, ihnen vielmehr das Recht auf Beteiligung und Mitgestaltung vorenthalten wird“. Die negative Ausgangsituation in der offenen Jugendarbeit in Nieheim war dem Verein und der Stadt im Vorfeld bekannt. „Dass wir im Sinne unseres Auftrages zur Verbesserung der negativen Ausgangsituation auch unangenehme Themen ansprechen und angehen müssen, sieht die Kommune als Schikane an, sobald sie dazu etwas beitragen muss“, erklärte Florin. Er betonte, dass der gemeinnützige Verein das finanzielle Risiko, dass die Stadt nicht übernehmen wolle, nicht tragen kann. Die finanzielle Ausgangssituation sei weit entfernt von zeitgemäßen Ansätzen, die zur heutigen Gesellschaftsstruktur passen.

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