Im Morgennebel: Der Betreiber der Strecke Bilster Berg zwischen Nieheim und Bad Driburg wünscht sich eine Ausweitung der Betriebsgenehmigung, um die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu erhöhen. Foto: Peter Smiatek - © Peter Smiatek Fotografie
Im Morgennebel: Der Betreiber der Strecke Bilster Berg zwischen Nieheim und Bad Driburg wünscht sich eine Ausweitung der Betriebsgenehmigung, um die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu erhöhen. Foto: Peter Smiatek | © Peter Smiatek Fotografie

Nieheim Anwohner empört: Rennstrecke Bilster Berg könnte lauter werden

Rennstrecken-Betreiber zieht in Zweifel, dass das St.-Nikolaus-Hospital ein gebietsprägendes Pflegeheim ist

Torsten Wegener

Bad Driburg/Nieheim. Der Betreiber der Rennstrecke Bilster Berg hat eine Änderung der Betriebsgenehmigung beantragt, die eine Anhebung der Lärmgrenzwerte mit sich bringt. Dagegen gibt es großen Protest seitens der Bevölkerung. Mehr als 800 Einwendungen sind beim Kreis Höxter als immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbehörde eingegangen. Die Anwohner fürchten um ihre Gesundheit und den Wert ihrer Grundstücke. Bei einem öffentlichen Erörterungstermin gestern hatten die Bürger nun die Möglichkeit, mit ihren Einwendungen die direkte Diskussion mit den Betreibern zu suchen. Da jeder Bürger, der einen Einwand formuliert hatte, das Recht besitzt, auch am Erörterungstermin teilzunehmen, musste der Kreis Höxter als Gastgeber für die nötigen Sitzplätze sorgen. Deshalb fand der Erörterungstermin in der Bad Driburger Schützenhalle statt. Doch der ganz große Ansturm blieb aus. Rund 80 Bürger sowie Vertreter von Verbänden und Städten waren gekommen. Streitpunkt: Nähe zum Pflegeheim Und so gab es von Ulrich Kros, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Ruhe am Bilster Berg" zunächst einmal Kritik am Versammlungsort. Er monierte, dass der Termin überhaupt in Bad Driburg stattfand. „Dieser Sitzung hätte nach Nieheim gehört, dort wo die Änderung der Betriebsgenehmigung besonders weh tun würde." Konkret geht es um den Immissionspunkt 12, der direkt am St.-Nikolaus-Hospital in Nieheim liegt, einem Alten- wohn- und Krankenheim. Dieser Immissionspunkt reglementiert das Lärmkontingent der Test- und Präsentationsstrecke bislang am stärksten. Von bisher 45 dB(A) tagsüber zwischen 8 und 20 Uhr soll der Wert nun auf 49 dB(A) angehoben werden. An den anderen elf Punkten liegen die Grenzwerte zwischen 50 (Wohngebiete) und 60 dB(A) (Außenbereichswohnhäuser). Kernpunkt der Diskussion ist deshalb die Anhebung für den Immissionspunkt 12. Betreiber argumentiert mit Wettbewerbsfähigkeit Der Rennstreckenbetreiber begründet seinen Antrag mit der Wettbewerbsfähigkeit der Anlage. „Gegenüber anderen Test- und Präsentationstrecken in Deutschland und Europa sind wir aktuell im Nachteil", sagte Geschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp. Somit müsste das Immissionsniveau am Hospital aber dementsprechend angehoben werden. Dies sei laut Rechtsabteilung der Betreiber möglich, „da es sich beim Hospital nicht um eine Pflegeeinrichtung mit einem gebietsbezogenen Charakter handelt." Deswegen könne der Wert auf das Niveau von Wohngebieten angehoben werden. Wie groß eine Pflegeeinrichtung an dem Standort seien müsste, um einen gebietsbezogenen Charakter zu haben, konnte jedoch nicht vom Antragssteller gesagt werden. Nur so viel: Die 76 Betten würde nicht ausreichen. Für das St.-Nikolaus-Hospital, immerhin einer der größte Arbeitgeber in Nieheim, ist diese Argumentation überhaupt nicht nachvollziehbar. Nach der Diskussion der weiteren Themenblöcke wie ‚Naturschutzfachliche Gesichtspunkte’ und ‚Sonstiges’ wurde der Erörterungstermin gegen 16 Uhr abgeschlossen. Beim Kreis Höxter werden nun alle Informationen ausgewertet, um eine Entscheidung über den Antrag zu treffen. Alle Erkenntnisse aus den Einwendungen und dem Erörterungstermin fließen in die Entscheidung ein. Es könne derzeit aber noch nicht bestimmt werden, wann die Entscheidung zu erwarten ist.

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