Bullenjagd: Prinz Gerd I. schnappt sich den wildgewordenen Zuchtbullen Conrad (Rainer Vidal) beim Rathaussturm mit dem Hula-Hoop-Reifen. - © Simone Flörke
Bullenjagd: Prinz Gerd I. schnappt sich den wildgewordenen Zuchtbullen Conrad (Rainer Vidal) beim Rathaussturm mit dem Hula-Hoop-Reifen. | © Simone Flörke

Nieheim Karnevalsprinz Gerd I. fängt Zuchtbullen Conrad schnell ein

Rathaussturm: Gegen die närrische Übermacht hat Bürgermeister Rainer Vidal keine Chance. Und Hubert Unruhe ist Träger des Eurokatzenordens der Nieheimer Karnevalsgesellschaft

Simone Flörke

Nieheim. Zuchtbulle Conrad hatte bei dem närrischen Ansturm auf die Rathausbastion im Herzen von Nieheim keine Chance und ließ sich den Schlüssel zur Stadt schnell abnehmen. Hinter „Zuchtbulle Conrad" verbarg sich Bürgermeister Rainer Vidal, dem als „Liesel" an Weiberfastnacht noch die Herzen der Männerwelt zugeflogen waren. Doch: „Liesel hat’s dahingerafft", verkündete er zum Rosenmontagsmorgen. Stattdessen: Kuhflecken und Conrad. „Und das Euter ist nur eine Laune der Natur", erklärte er zum Rathaussturm. Zuvor hatte Prinz Gerd I. ihn und seine Begleitung „Gertrud aus den USA" (beide Namen waren als Pendant zu den Namen des amtierenden Prinzenpaares Gerd I. und Conny I. gedacht) in bester Cowboy-Manier statt mit Lasso mit dem Hula-Hoop-Reifen einfangen. Was der Tollität ohne Probleme gelang. Und dann gab’s kein Halten mehr: Die Narren übernahmen die Macht und lieferten im Rathauskeller mit einer mehr als zweieinhalbstündigen närrischen Sitzung den Vorgeschmack auf den folgenden Rosenmontagszug. Große, kleine und ehemalige Tollitäten und jede Menge dreifachem „Olle meh" Mit Büttenreden von Annemarie Lauinger (humorvoller Einblick in die Stadtgeschichte) und Thorsten Hitschfel (musikalische Weltreise) oder Gesang von den Emmersingers, großen, kleinen und ehemaligen Tollitäten und jeder Menge dreifachem „Olle meh" feierten die bunt kostümierten und bestens aufgelegten Jecken mit der Nieheimer Karnevalsgesellschaft (NKG) um Präsident Josef Schunicht. Der begrüßte die Jubelprinzenpaare Fritz und Anne Rodemeier (50 Jahre), Arno und Angela Tachlinski (40) sowie Gerhard (Kecke) Stamm und Jutta Nagel (25). Höhepunkt war die Verleihung des Eurokatzenordens, der höchsten Auszeichnung der NKG: Der ging in Würdigung der Verdienste um den mehr als drei Jahrzehnte währenden „bildgebenden Einsatz" für Nieheim an Hubert Unruhe (Holzhausen). In Vertretung des erkrankten Vorjahresordensträgers Josef Köhne übernahm kurzerhand Thorsten Meier von der NKG die Laudatio auf den Mann, der sein Hobby zum Beruf gemacht und die gesellschaftlichen Ereignisse seiner Heimatstadt fotografisch für die Nachwelt festgehalten hatte. So habe man schon am Aschermittwoch im Schaufenster der Drogerie (2017 in Ruhestand) die Fotos vom Rosenmontag anschauen können. Dafür habe der Holzhäuser mit „bemerkenswertem und unbezahlbarem" Engagement die Nacht hindurch Filme und Bilder entwickelt. Unruhe erinnerte in seinen Dankesworten an die vielen Begegnungen mit Menschen, sah den Orden als Wertschätzung und sagte mit Blick auf seinen Ruhestand: „Alles hat seine Zeit."

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