"Herzbeben" auf der Bühne: Die Nieheimer Prinzengarde in Aktion. Fotos: Wolfgang Tilly - © Wolfgang Tilly
"Herzbeben" auf der Bühne: Die Nieheimer Prinzengarde in Aktion. Fotos: Wolfgang Tilly | © Wolfgang Tilly

Nieheim Einstimmung auf Rosenmontag mit "Olle meh" und Bütt

Karneval: Nieheimer Jecken außer Rand und Band. Büttenabend der Nieheimer Karnevalsgesellschaft in der Stadthalle

Wolfgang Tilly

Nieheim. Die schwarze Katze, ein wohltemperierter Stadthallen-Saal voller kreativ kostümierter Narren und eine Bütt vom Feinsten haben Nieheim kurz vor dem Rosenmontag noch einmal richtig erbeben lassen. Mit großem Karacho und heißer Partymusik mit der Band "Genial Live" wärmte sich die Nieheimer Karnevalsgesellschaft (NKG) für die heiße Phase des heutigen Straßenkarnevals auf. Pünktlich eine Minute nach halb Acht gaben Nieheims Jecken Gas. Präsident Josef Schunicht begrüßte einen vollen Saal feierwütiger Gäste (siebenhundert Jecken nach Angaben des karnevalistischen Veranstalters) und das umjubelte Prinzenpaar Gerd, der engagiert Melkende, und Conny, die laufend Vollbringende. Nachdem das schicke Prinzenpaar und der Vorstand in ihren Logen die Plätze eingenommen hatten, begann das abendliche Spektakel mit heimatnaher Bütt und spritzigen Tanzeinlagen. Gleich zu Anfang zogen die beiden karnevalistischen Veteranen Claudia (Peine) und Markus (Kemper) mit ihrer Sicht zu aktuellen Dingen rund um Nieheim die Blicke der immer wieder applaudierenden Gästeschar auf sich. Lärm am Bilster Berg, ungenutzte Mitfahrbänke und vieles mehr brachten die beiden Senioren mit viel Humor zur Sprache. Zum Schluss zeigten sie sich auch etwas ernster mit dem Schlusswort: "Die teure Renovierung unserer Schulen ist nicht für Touristen und Rennfahrer, sondern für das Wichtigste in Nieheim, für unsere Kinder." Nachdem die Nieheimer Prinzengarde mit Helene Fischers "Herzbeben" artistisch die Halle zum Kochen brachte, bauten sich Bernhard (Ridder) und Dirk (Vizepräsident Guse) ihre Bütt auf. Mit viel Esprit und karnevalistischen Nieheimer Liedgut strapazierten sie die Lachmuskeln der Zuhörer. "Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick", war ein Spruch zum karnevalistischen Schmetterling und Präsidenten Schunicht. Auch Nieheims wegen Krankheit fehlender Bürgermeister Rainer Vidal bekam an diesem Büttenabend sein Fett weg, genauso wie die karnevalistisch ungeliebten Man-Teou-Nachbarn aus Steinheim. Mit, "warum gibt es auf Schalke nur Pommes in Tüten" und der Antwort "weil sie keine Schalen halten können" ließen besonders die der BVB-Fans wie FC-Macher Alfred Ruberg jubeln. Die Everser Hebamme Birgit Stille freute sich in ihrer Büttenrede über das Babyprogramm des Nieheimer Bürgermeisters. Das demografisch fördernde Programm aus dem Rathaus bezeichnete sie humoristisch als Karnickelpass und belegte das Ganze immer wieder unterbrochen von großen Applaus mit Unterstützung der örtlichen Geschäfte, wie kostenloser Rücknahme von Empfängnisverhütungsmitteln. Frank Bühler, ein erzählender Müllmann aus sein witzigen Praxis, kündigte eine weiße Tonne für überzähligen Schnee an und das junge Tanzpaar Dylain und Luca zauberten mit kölschen Tönen auf der Bühne. Nicht zu vergessen die Juniorengarde, Jutta und Lisa, das Solomariechen Sophie Pruys, die Power Elfen, die Nöhmische Brut und zu guter Letzt die alljährigen Emmersingers ließen den Büttenabend zu einem Höhepunkt der diesjährigen Nieheimer Karnevalszeit werden.

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