Marienmünster Ein Juwel der westfälischen Orgellandschaft

Restaurierung der Johann-Patroclus-Möller-Orgel nach 25 Monaten abgeschlossen

Jean-Christophe Debély beim Intonieren der restaurierten Johann-Patroclus-Möller-Orgel. Mit einer Blechschere kürzt er den Zungenbecher und bringt somit den Ton in die gewünschte Stimmung. - © FOTOS: HEINZ TROMPETTER
Jean-Christophe Debély beim Intonieren der restaurierten Johann-Patroclus-Möller-Orgel. Mit einer Blechschere kürzt er den Zungenbecher und bringt somit den Ton in die gewünschte Stimmung. | © FOTOS: HEINZ TROMPETTER

Marienmünster. Vor mehr als zweieinhalb Jahrhunderten wurde sie in ihrem barocken Gewand auf die Empore der damaligen Benediktinerabtei Marienmünster erhoben. Heute ist sie, rein äußerlich gesehen, größer, aber auch farblich faszinierender geworden. Innen wie außen. Ein Juwel der westfälischen Orgellandschaft, die Johann-Patroclus-Möller-Orgel, ist restauriert.

Die delikate Aufgabe, hier das Bestmögliche restauratorisch herauszubilden, wurde von der fachlich hochgeschätzten französischen "Manufacture d’orgues Muhleisen" übernommen. Ein weltweit renommiertes Orgelbauteam, das die dreimanualige Orgel mit ihren bisher 42 (jetzt 44) klingenden Registern nach 25 Monaten quälender Rekonvaleszenz, wieder in ihren quellenmäßig belegten Originalzustand zurückgeführte. Das heißt auch, dass die vor vielen Jahren abhanden gekommenen zwei Pedalregister jetzt wieder in das Instrument eingebaut wurden.

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Wenn die Orgel am Freitag, 23. November, bei einem Festgottesdienst um 17 Uhr von Monsignore Andreas Kurte als Offiziant, die Weihe empfängt und unter den Händen des Detmolder Musikprofessors Gerhard Weinberger die gregorianische Antiphon "Gaudens gaudebo in Domino" - "Voll des Frohlockens bin ich im Herrn" erstmals erklingen lässt, hat die St.-Jakobus-Kirchengemeinde Marienmünster sowie die Orgellandschaft Westfalen wieder ein Instrument, dem der liebevolle Beiname "Königin" mit Fug und Recht gebührt.

Bei der von Johann Patroclus Möller in Marienmünster geschaffenen Orgel (1736 bis 1738) handelt es sich nicht nur um ein historisch bedeutsames Instrument, sondern zugleich um eines der best erhaltenen Zeugnisse des barocken Orgelbaus in Westfalen. Ein besonderes Kennzeichen Möllerscher Klangästhetik, so auch der Orgel in Marienmünster, ist nicht zuletzt die Tatsache, dass alle Register-Lagen vom 16- bis 1 Fuß vertreten sind. Sie wurde zwar im laufe der Jahrhunderte immer mal repariert und in Teilen auch erneuert, doch blieben wesentliche "Innereien" trotz aller Eingriffe erhalten.

Ein Glücksfall für den Erhalt der Orgel war von 1843 bis 1890 der damalige Lehrer, Organist und Orgelexperte Albert Bollens. Die Schulchronik Albert Bollens berichtet, dass im Jahr1854 bei den Bauarbeiten der beiden Kirchtürme der Abteikirche, die Orgel unter "offenem Himmel" stand. Bollens war es auch, der auf minutiöser Art, nicht nur jegliche Reparatur protokollierte, sondern zusätzlich Vorschläge vorbereitete, welche für die nachfolgenden Ausführenden, bis heute, von großer Wichtigkeit sind.

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