Tierhaltung: Ohne eine funktionierende Belüftungsanlage haben die Schweine in den Mastställen keine Überlebenschance. - © Josef Köhne
Tierhaltung: Ohne eine funktionierende Belüftungsanlage haben die Schweine in den Mastställen keine Überlebenschance. | © Josef Köhne

Marienmünster Mehr als 1.000 Schweine sterben in Marienmünster nach Blitzeinschlag

Landwirtschaft: Totaler Stromausfall setzt Belüftung und Notrufeinrichtung außer Betrieb. Landwirt ist nach dem Tierdrama geschockt

Josef Köhne

Marienmünster. Tragisch endete die Gewitternacht vom 20. auf den 21. Juli für einen Landwirt in Marienmünster, als vermutlich der Blitz in seine Schweinemastanlage einschlug und die gesamte elektrische Anlage, einschließlich der Zwangsbelüftung, lahmlegte. Da auch die Notrufeinrichtung betroffen war, erhielt der Landwirt keine Information über den Ausfall der Belüftungseinrichtung. Er wurde erst auf den Schaden aufmerksam, als er am nächsten Morgen den Stall betrat und die mehr als 1.000 verendeten Tiere entdeckte. Das Veterinäramt des Kreises Höxter war bereits am 21. Juli vor Ort. Laut Aussage der Kreisverwaltung erfolgte bereits am 22. Juli „die logistisch schnellstmögliche Entsorgung der Kadaver." Den genauen Hergang des Unglücks ermittelt ein externer Sachverständiger. Abgesehen vom finanziellen Schaden belastet den Landwirt das Leid der Tiere. Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen erklärte er, der Anblick der leblos im Stall liegenden Schweine habe ihn entsetzt und zeitweilig handlungsunfähig gemacht. »Ein Schlag, den man nicht so leicht wegsteckt« Um ein solches Drama für die Zukunft auszuschließen, habe er bereits Techniker beauftragt, eine zusätzliche, vom Stromnetz unabhängige Notrufanlage zu installieren. „Das ist ein Schlag, den man nicht so leicht wegsteckt", so der Landwirt. Dankbar zeigte sich er sich gegenüber dem Veterinäramt des Kreises Höxter. „Dort hat man unbürokratisch und sofort reagiert. Die Mitarbeiterin war sogar mehrfach während ihrer Freizeit vor Ort." Laut Auskunft der Landwirtschaftskammer in Brakel befinden sich im Kreis Höxter etwa 50 bis 60 Schweinemastanlagen mit 1.000 und mehr Tieren. Da der Ammoniakgehalt am Boden einen gewissen Grad nicht übersteigen darf, sind, Bernhard Hellweg zufolge, aufwendige Entlüftungsanlagen mit Feinfiltern vorgeschrieben, durch die die Abluft nach draußen gepresst wird. Gleichzeitig muss ausreichend frische Luft so zugeführt werden, dass sich die Schweine nicht aufgrund von Zugluft erkälten. „Wir haben in der Tierhaltung immer mehr Technik und höhere Sicherheitsstandards, wie netzunabhängige Notrufeinrichtungen und selbstständig anlaufende Notstromaggregate", so Bernhard Hellweg. „Wenn allerdings ein Blitz mit mehreren 100 Millionen Volt in die Anlagen schlägt, ist man wohl machtlos."

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