Meldebogen: Die Fischereivertreter erhalten den von Uwe Rottermund entwickelten Meldebogen für Gewässerschäden. Ludger Roters (v. l.), Alexander Kremeier, Hans-Christian Markert, Peter Thiele, Uwe Rottermund und Gustav Petz. - © Josef Köhne
Meldebogen: Die Fischereivertreter erhalten den von Uwe Rottermund entwickelten Meldebogen für Gewässerschäden. Ludger Roters (v. l.), Alexander Kremeier, Hans-Christian Markert, Peter Thiele, Uwe Rottermund und Gustav Petz. | © Josef Köhne

Marienmünster/Kreis Höxter Nur zehn Prozent der Gewässer erfüllen die EU-Richtlinie

Umweltschutz: Industrielle Landwirtschaft aber auch die Privathaushalte steht in der Kritik. Der Grüne Landtagskandidat Uwe Rottermund fordert angesichts der zunehmenden Gewässerschäden zum sofortigen Handeln

Josef Köhne

Marienmünster/Kreis Höxter. "Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel", sagt der Grüne Landtagskandidat Uwe Rottermund. Gemeinsam mit seinem Parteifreund und Mitglied des Landtags NRW Hans-Christian Markert forderte er angesichts der zunehmenden Gewässerschäden im Klosterkrug Marienmünster zum sofortigen Handeln auf. "Mehr als 100 durch den unerlaubten Eintrag von Nährstoffen bekanntgewordene Abwasserpilzschäden in NRW müssen uns nachdenklich stimmen", äußerte sich Markert ebenfalls sehr besorgt. "Es wird Zeit, dass wir alle Anstrengungen unternehmen und die EU-Wasserrahmenrichtlinie endlich umsetzen." Markert zufolge sollte das bereits bis zum Jahr 2015 geschehen sein. Zurzeit entsprechen in NRW jedoch nur etwa zehn Prozent aller Gewässer diesen Anforderungen. Als Hauptverursacher sieht er die industrielle oder intensive Landwirtschaft. "Von ihr gelangen nährstoffhaltige Abwässer aus den Biogasanlagen sowie Düngemittel und Medikamente aus der Tiermast in die Fließgewässer und schädigen diese auf Jahre", so Markert. Seine Kritik gilt ebenso den privaten Haushalten, über die jährlich tonnenweise Plastikrückstände und feinste Kunststoffpartikel - zum Beispiel Zahnpasta und Kosmetik - in die Kläranlagen und von dort in die Bäche und Flüsse gelangen. "Wir brauchen überall die vierte Klärstufe, mit der die feinen Partikel herausgefiltert und ordnungsgemäß beseitigt werden." Um bei möglichen Gewässerschäden besser und schneller handeln zu können, hat Rottermund in Absprache mit der Kreispolizeibehörde und dem Fachbereich Umweltschutz des Kreises einen Meldebogen erarbeitet, den er gestern den Vertretern der Fischereiverbände übergab. "Wenn jemand einen Gewässerschaden meldet, ist das nicht als Anzeige oder Petzerei zu werten, sondern als Unterstützung für die überlasteten Mitarbeiter des Kreises Höxter", machte der Kommunalpolitiker das Ziel deutlich. Markert wiederholte seine bereits im Frühjahr in Düsseldorf erhobene Forderung nach einer übergeordneten Umweltbehörde. "Ich bedauere es, dass die Aufgaben der staatlichen Umweltämter von der Bezirksregierung auf die Städte und Kreise übertragen worden sind. Denn wenn staatliche Stellen mit rechtlichen Mitteln ein- und durchgreifen sollen, ist eine gewisse räumliche und menschliche Nähe nicht von Vorteil", so der Jurist. Wohin eine zu große Nähe führe, lasse sich mancherorts an den Wasserkooperationen ablesen, bei denen Berater, Kontrolleure und Landwirte in einem Boot zu finden seien. Dass Markert und Rottermund sich in der Materie Gewässerschutz auskennen, zeigten sie bei Gewässeruntersuchungen im Bach bei Kleinenbreden. Dieses kleine Fließgewässer, das sich durch mehrere vom Kreis Höxter gepflegte Mähwiesen windet, zeigte einen Zustand, der von den Experten auf der fünfstufigen Werteskala mit der Note 1 bis 2 angegeben wurde.

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