Erstmalig im Bild festgehalten: Dieses Foto eines freilebenden Wolfes mit einem frisch gefangenen Frischling entstand im April 2015 in der Lüneburger Heide. - © Jürgen Borris
Erstmalig im Bild festgehalten: Dieses Foto eines freilebenden Wolfes mit einem frisch gefangenen Frischling entstand im April 2015 in der Lüneburger Heide. | © Jürgen Borris

Neuhaus/Berlin Jürgen Borris gelingt einzigartiges Wolfs-Foto

Naturschutzbund: Neuhäuser Naturfotograf wird in Berlin ausgezeichnet - gemeinsam mit drei Kollegen aus Fernsehen, Print und Hörfunk

Simone Flörke

Neuhaus/Berlin. Es ist ein spektakuläres Foto, das ihm da gelungen ist, sagt Jürgen Borris: Ein frei lebender Wolf in der Lüneburger Heide mit einem frisch geschlagenen Frischling in der Schnauze schaut den Fotografen direkt an. "Ein großer Glücksfall, dass mir das Bild gelungen ist. Und dass ich unvermutet in diese Situation gekommen bin." Der Naturfotograf aus Neuhaus hat damit nun in Berlin einen bundesweiten Preis gewonnen: den vom Naturschutzbund (Nabu) ausgelobten Journalistenpreis "Klartext für Wölfe" in der Kategorie Fotografie. Borris wurde dafür in Berlin vom Nabu-Präsidenten gemeinsam mit den Preisträgern der drei anderen Kategorien Bewegtbild, Hörfunk und Print geehrt. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. In der Jury saßen unter anderem Karsten Schwanke (ARD), Olaf Stampf (Der Spiegel), Jaane Christensen und Lars Lindemann (Geo), Horst Kläuser (WDR) und Kathrin Klinkusch (Nabu). Sie lobten bei Borris? Motiv "Wolf mit Frischling" die Bildqualität und die Szenerie und sprachen von einem Foto, "wie es nur in seltenen Fällen und mit einem Quäntchen Glück gelingt": Es sei ihm gelungen, erstmals fotografisch zu dokumentieren, wie ein Wolf einen Frischling erbeute. Jürgen Borris begleitet schon seit einiger Zeit die Rückkehr der Wölfe in Niedersachsen mit der Fotokamera. Das nun ausgezeichnete Bild gelang dem 60-jährigen Neuhäuser im April 2015 in seiner zweiten Heimat Lüneburger Heide. Als er in einem Wolfsrevier dort sechs Wölfe entdeckte und plötzlich ein starkes Wildschwein durch die Szene raste - "wohl die Mutter der Frischlinge, die die Wölfe gerade aus dem Kessel getrieben hatten" - habe er zur Kamera gegriffen, erzählt Borriss. "Es war ein hektisches Gewusel", erinnert er sich noch gut an die Situation und seinen Gedanken: "Ruhe bewahren! Und auf die Situation einlassen!" Mit dem erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb "Klartext für Wölfe" will der Naturschutzbund ein Zeichen für eine verantwortungsvolle Berichterstattung über dieses Wildtier setzen. Schon seit gut 40 Jahren ist Borris mit der Kamera in der Natur unterwegs - gern im Solling, gern auch in der Lüneburger Heide. Seine Liebe dazu hat er unter anderem im Bildband "Lüneburger Heide - Natur zwischen Heidekraut und Wacholder" ausgedrückt. In diesem Jahr erschien "Der Rothirsch - Ein Mythos im Revier" gemeinsam mit dem Fotografen-Kollegen Willi Rolfes (Vechta) und Tobias Böckermann (Texte, Neue Osnabrücker Zeitung).

realisiert durch evolver group