Will 2018 richtig durchstarten: Jungunternehmerin Mareille Willmann, Geschäftsführerin der Mühlenfeld GmbH in Holzminden. - © Simone Flörke
Will 2018 richtig durchstarten: Jungunternehmerin Mareille Willmann, Geschäftsführerin der Mühlenfeld GmbH in Holzminden. | © Simone Flörke

Holzminden Start-up: Holzmindenerin startet mit Zwiebeleien vom Mühlenfeld durch

Gründerin: Mareille Willmann hat sich in Holzminden mit ihren Delikatessen-Produkten selbstständig gemacht, vernetzt sich gerade sehr intensiv und wirbt für und mit der Regionalität

Simone Flörke

Holzminden. Mit „Zwiebeleien" in die berufliche Zukunft: „Zwiebeleien", so nennt Mareille Willmann ihr kulinarisches Start-up-Produkt: „Mühlenfeld – Gutes von hier" heißt die Marke mit regionalen Zutaten: Drei mal drei Millimeter große Zwiebelwürfel in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen mit Tomate, Ingwer-Curry, Rotwein-Rosmarien und dem Craftbier Allersheimer Baltic Porter. Es sind Chutneys zum Verfeinern, als Brotaufstrich, Dip, Marinade, zum Salat oder zum Würzen von Gegrilltem und Gebratenem. Kleine, feine Delikatessen mit Pfiff und viel Regionalität eben. Die Jungunternehmerin, vorher in der Unternehmenskommunikation von Symrise aktiv, hatte die Idee zur Gründung der GmbH schon im Sommer 2015. „Ich hatte mit einer Freundin, die in Schottland studiert hatte und die englischen Chutneys kannte, sehr viel gekocht." Und dabei getüftelt. Freunde probierten die eigenen Kreationen, es gab viel positiven Zuspruch. Aber sie stellte auch fest: „Nebenher ist nicht so einfach". Deshalb ist sie jetzt auf dem Weg vom Hobby zum Vollerwerb und testet aus, wie die Märkte, wie die Produkte funktionieren. Sie hat Ideen, was sie ins Portfolio aufnehmen könnte: vom eingelegten Gemüse bis zum selbst gebackenen Brot – die Kombination. »Vielleicht verwirkliche ich hier jetzt den Traum meines Vaters« „Mein Vater war in der Lebensmittelindustrie. Vielleicht verwirkliche ich hier jetzt seinen Traum." Mittlerweile hat das „Gute von hier" Kreise gezogen. Mareille Willmann selbst ist viel unterwegs, vernetzt sich, spricht mit Institutionen von IHK bis Wirtschaftsjunioren, mit Geschäftspartnern und Lebensmittelmärkten, tauscht sich mit anderen Gründern aus, wirbt für das Jungunternehmertum und sucht Partner. „Ich bin kein Großkonzern, aber ich kann hier Arbeitsplätze schaffen", sagt sie selbstbewusst. Im Januar will sie mit zur Grünen Woche, gemeinsam mit anderen Gründern an einem Stand werben. „Ich stehe für Regionalität", betont sie und verweist auf Partner im Weserbergland wie der Ölmühle Solling (Essig und Öle) oder Noelle und von Campe (Gläser). Wichtig ist ihr die Sichtbarkeit des Produktes: beispielsweise auch bei regionalen Weihnachtsmärkten. Da übernimmt sie auch gern mal die Rolle der Marktschreierin, spricht die Menschen an, lässt probieren, setzt auf Mundpropaganda, lernt viel. Produktion ist in Hövelhof Die Mühlenfeld GmbH hat ihren Sitz derzeit bei Mareille Willmann und ihrem Lebensgefährten Erik Bullmann („ohne ihn geht nichts") nahe des Holzmindener Mühlenfeldes. Der geläufige Name komme auch daher, dass sie Mühle und Feld – die verarbeiteten Produkte – zusammenbringen wollte, erklärt die junge Frau. Bei der Produktion der Zwiebeleien in Hövelhof ist Mareille Willmann stets mit dabei. Der Lastwagen bringt dann die Paletten ins Lager. Auch über Online-Shops vertreibt sie die Produkte. Und ist sich sicher: „2018 wird viel passieren. Aber ich muss realistisch bleiben, darf die Kalkulation und meine Kosten nicht aus den Augen verlieren." Spaß an ihren Produkten und der Weiterentwicklung hat sie eine Menge. Aber irgendwann muss sich ein Start-up rechnen, auch wenn noch so viel Leidenschaft und Herzblut drinstecken. Sie lacht: „Ich bin eben selbst und ständig."

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