Planung und Bau: Schattenspringers Geschäftsführer Christoph Brand hat zusammen mit einem Team von neun Personen das Bergwerk Holzminden geplant und auch selbst mitgebaut. Fotos: Vivien Tharun - © Vivien Tharun
Planung und Bau: Schattenspringers Geschäftsführer Christoph Brand hat zusammen mit einem Team von neun Personen das Bergwerk Holzminden geplant und auch selbst mitgebaut. Fotos: Vivien Tharun | © Vivien Tharun

Holzminden Nervenkitzel in zwei Stollen erinnert an Escape Games

Erste Gruppen knobeln sich durch das Bergwerk Holzminden

Vivien Tharun

Holzminden. Dicke Baumstämme umrahmen die Stollengänge, rustikale Bretter verkleiden die Wände und der Brandschutzlack darauf glänzt noch: „Erst vorigen Freitagmittag war die Brandschutzabnahme. Da alles gut geklappt hat, konnte am Abend schon die erste Gruppe zu uns kommen", sagt Christoph Brand, Geschäftsführer von „Schattenspringer", dem Bielefelder Unternehmen für Erlebnispädagogik. Das Bergwerk Holzminden knüpft an den Trend der „Escape Games" (deutsch: „Fluchtspiele") an, ohne dabei unheimlich zu werden. Bei den herkömmlichen Fluchtspielen wird eine Entführung inszeniert, aus der der einzelne Spielteilnehmer entkommen muss. Dabei geht es gezielt um den Nervenkitzel. In Holzminden geht es im Gegenteil dazu darum, in einer Gruppe Rätsel zu lösen und den Teamgeist zu stärken. Da muss einmal die Kombination für ein Zahlenschloss gefunden oder der Weg zu einer Rutsche frei geräumt werden. In einem von zwei Stollen ist das bereits alles möglich, der zweite soll noch diese Woche fertig werden. Geplant sei, dass später sehr große Personengruppen auf beide Rätselgänge aufgeteilt werden können und dann interaktiv mit einander kommunizieren können. Die Mitarbeiter des Bergwerks achten zugleich auf alle Teilnehmer: „Über Telefone und Kameras können die Gäste jederzeit mit jemandem aus der Zentrale Kontakt aufnehmen. Wir geben dann Tipps, falls ein Rätsel mal zu schwer sein sollte", sagt Brand. Außerdem gebe es in jedem Raum eine Tür, durch die das Spiel verlassen werden kann. Das Bergwerk ist in der ehemaligen Genossenschaftshalle an der Fürstenberger Straße 78 in Holzminden untergebracht. Auf 400 Quadratmetern sind die jeweils 70 Meter langen Stollen aufgebaut. Christoph Brand hat dabei den Aufbau der Gänge konzipiert und die anderen Teammitglieder haben die Rätsel erfunden: „Wir haben uns alle beim Aufbau gut ergänzt. Den groben Aufbau hatte ich im Kopf, aber die Kreativität kam von den anderen." Solche Vielfalt sei alleine gar nicht leistbar. Mit je nach Arbeitstag vier bis neun Personen wurde das Bergwerk innerhalb von sechs Wochen aufgebaut und konnte in Betrieb gehen. Ganze Baumstämme wurden angeliefert und vor Ort zerlegt und eingebaut. Brand selbst schneidet jetzt noch die letzten Bretter vor der Halle zu. Aber auch Leute aus externen Betrieben hätten den Aufbau unterstützt: „Die Elektriker zum Beispiel. Sie standen voll hinter dem Projekt und haben überlegt, wo sie die passenden Grubenlampen herbekommen", sagt Brand. Auch die Holzmindener Bevölkerung stünde hinter der neuen Attraktion in der Stadt. „Es läuft gut an. Wir hatten schon an diesem ersten Wochenende Gruppen hier". Und das nächste Wochenende sei ausgebucht. In einem großen Gruppenraum im Eingangsbereich soll es zukünftig möglich sein, Betriebsfeiern abzuhalten und ein Catering liefern zu lassen.

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