Kreis Höxter/Schönebeck Wenn die Sirene geht, heißt es laufen

Hochwassergebiete: Helfer aus dem Kreis Höxter schuften bis zum Umfallen

Felix Hartmann (l.) und Rainer Surmann aus Beverungen beim Sandsäcke-Verbauen. Das Wasser steigt. - © FOTOS: THOMAS KUBE (2)/DLRG/THW
Felix Hartmann (l.) und Rainer Surmann aus Beverungen beim Sandsäcke-Verbauen. Das Wasser steigt. | © FOTOS: THOMAS KUBE (2)/DLRG/THW

Kreis Höxter/Schönebeck. "Viel Wasser – viele Sandsäcke": Kurz und knapp beschreibt Zugführer Daniel Menne von der DLRG Brakel die Eindrücke gestern am frühen Abend im Hochwassergebiet nahe Schönebeck südlich von Magdeburg: Wie die Wasserretter so schuften auch die Feuerwehrleute und die Mitglieder des Technischen Hilfswerks im Kampf gegen das Wasser. Wenig Schlaf – viel Arbeit.

DLRG
"Manpower ist gefragt", sagt Menne. Der Pegel der Elbe falle zwar, doch die Deiche seien so stark aufgeweicht, dass sie in einigen Bereichen noch nicht einmal mit ihren Booten von der Seeseite an die schwammigen Dämme heranfahren könnten. "Alles, was an den Deich schlägt, schädigt ihn noch weiter", erklärt Menne, der zusammen mit fünf weiteren Kameraden aus Brakel, fünf aus Natzungen und zweien aus Warburg an dem Alt-Arm der Elbe im Einsatz ist. Und auch Rückschläge hinnehmen muss: Zwei Tage hätten sie südlich von Magdeburg an einem Wassergraben gearbeitet, das Wasser aber letztlich nicht aufhalten können.

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"Der Einsatzbereich wurde geflutet. Aber ich sehe das so: Wir haben den Menschen hier zwei Tage Wasser im Haus erspart." Nun sei man an einer anderen Stelle an einem Elb-Deich aus dem Jahr 1780. "Und toi toi toi: Er hält." Die Stimmung sei bestens, sagt der Zugführer. Er weiß aber noch nicht, wie lange er und seine Kameraden im Einsatz bleiben werden. Helfer aus Brakel, Natzungen oder Peckelsheim – insgesamt zwei DLRG-Züge aus Westfalen – sind nachalarmiert. Beeindruckt ist Menne von der Solidarität der Menschen.

Feuerwehr

Das bestätigt auch Steinheims Wehrleiter Willi Schrenner, der bei den rund 70 Einsatzkräften der Feuerwehr aus dem Kreis Höxter – insgesamt 140 aus dem Hochstift – seit Freitagabend dabei ist. Als Verbandsführer: "Die Menschen packen an. Ganze Familien, Mann und Maus füllen Sandsäcke bis Mitternacht und sind am nächsten Morgen wieder da." Gemeinsam ringen sie um jeden Meter Deich. Schrenner: "So etwas habe ich noch nicht gesehen. Und die Menschen haben immer ein freundliches Wort für uns."

Untergebracht sind die Feuerwehrleute in einer Grundschule, 25 Menschen mit Schlafsäcken in einem Klassenraum. "Sehr gut – das stille Örtchen ist allerdings nur für Kinder gedacht", scherzt Schrenner. Nach der Ankunft am Freitagabend seien sie gleich an die Arbeit gegangen. Zwei Einheiten sicherten am Samstag das örtliche Krankenhaus mit Sandsäcken, halfen im Ort mit Barrieren und Pumpen. Nach 36 Stunden war am Samstagabend für eine Nacht Ruhe. "Wir wollen nicht, dass Unfälle passieren, sondern alle Kameraden heil nach Hause bringen."

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