Höxter Höxters Konkurrent um Kraftwerk wankt

Stadt Beverungen setzt notfalls auf eigene Investoren

Bielefeld/Höxter. Gewaltige Summen stehen im Raum: Für mindestens 500 Millionen Euro plant der Aachener Stadtwerkeverbund Trianel ein Pumpspeicherkraftwerk bei Beverungen im Kreis Höxter. Ob und wann gebaut wird, hängt auch von einem politischen Streit in der Eifel ab. Dort steht Trianel seit längerem heftig in der Kritik. Jetzt hat sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in den Konflikt eingeschaltet.

Der Hintergrund: Trianel hat Pläne für drei Pumpspeicher vorgelegt, will aber zunächst nur ein Projekt bauen. Die Anlagen können mit Wasserkraft überschüssigen Strom speichern und abgeben. Beverungen konkurriert mit der Rurtalsperre in der Eifel und einem Standort in Thüringen.

Im Kreis Höxter hat die Politik den Weg erstaunlich schnell geebnet. Jetzt heißt es warten, welche Antworten Trianel an den anderen Orten bekommt.

Remmel lädt zum Gespräch

Das zieht sich hin. In der Eifel wird der Streit um die Pläne so erbittert geführt, dass Umweltminister Remmel die Beteiligten jetzt zu einem als "vertraulich" bezeichneten Gespräch nach Düsseldorf bat, wie die Kölnische Rundschau berichtet. Remmel sieht eines seiner Vorzeigeprojekte im Kölner Regionalrat blockiert. Dort fordern CDU und FDP von Trianel weitreichende Garantien, was Baurisiken betrifft. Das Unternehmen ist nicht bereit, frühzeitig teure Gutachten in Auftrag zu geben. Wann der Regionalrat eine Entscheidung fällt, ist noch offen.

Die reibungslose Vorarbeit in Höxter solle "die letzten Investoren überzeugen, lieber auf das letzte halbe Prozent Rendite zu verzichten", findet Beverungens Bürgermeister Christian Haase (CDU). Ende des Jahres will Trianel verkünden, welcher Standort den Vorzug erhält.

Auf Nachfrage erwähnte Haase einen Ausweichplan, sollte das Projekt in Beverungen "nicht in absehbarer Zeit" gebaut werden. Dann werde man ohne Trianel auf Investorensuche gehen, kündigt Haase an. "Wir würden versuchen, dass Projekt alleine zu stemmen."

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