Lüchtringen Gemeinsam stark für die Langzeitarbeitslosen

Die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg und das Jobcenter Kreis Höxter sind mit neuem Modellprojekt erfolgreich

VON AMINA VIETH
Wolfgang Topp lässt mit dem Trennschleifer die Funken sprühen. Er ist einer der neun Arbeiter auf dem Recyclinghof in Lüchtringen. Die Fensterrahmen aus Kunststoff werden von Metall und Gummi befreit, in kleine Stücke geteilt, nach Farbe sortiert und gesammelt, um sie der Wiederverwertung zuzuführen. - © FOTOS: AMINA VIETH
Wolfgang Topp lässt mit dem Trennschleifer die Funken sprühen. Er ist einer der neun Arbeiter auf dem Recyclinghof in Lüchtringen. Die Fensterrahmen aus Kunststoff werden von Metall und Gummi befreit, in kleine Stücke geteilt, nach Farbe sortiert und gesammelt, um sie der Wiederverwertung zuzuführen. | © FOTOS: AMINA VIETH

Lüchtringen. Ein neues Modellprojekt der Kreishandwerkerschaft und des Jobcenters bietet neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose. Mit dem Recyclinghof in Lüchtringen begehen die Initiatoren neue Wege und schaffen Möglichkeiten für die Integration in den Arbeitsmarkt.

Neugierig und interessiert begehen die Projekt-Initiatoren die Arbeitshalle des Recyclinghofes in Lüchtringen. Lauter Krach, Funken sprühen, der Geruch von Plastik und Gummi steigt in die Nase. Neun Arbeiter recyceln hier alte Fenster. Die Fensterrahmen werden von Metall und Dichtungsgummi befreit, nach Farbe sortiert und für die Weiterverarbeitung fertig gemacht. Holger Benninghoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Kiel sind zufrieden, als sie die Arbeit beobachten. "Für uns ist der Recyclinghof ein neuer Geschäftszweig. Wir haben uns einer neuen Herausforderung gestellt, indem wir diesen Betrieb eröffnet haben", sagt Kreishandwerksmeister Kiel.

Information

Das Projekt

27 Modellprojekte zur öffentlich geförderten Beschäftigung wurden in NRW genehmigt.

Eines davon ist der Recyclinghof der Kreishandwerkerschaft in Lüchtringen.

Der Betrieb wurde am 1. Februar 2013 aufgenommen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Jobcenters Kreis Höxter, des Kreises Höxter und durch Eigenmittel der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg finanziert.(av)

Das Projekt ist eines von insgesamt 27 in ganz NRW zur öffentlich geförderten Beschäftigung. Das Ziel ist, Arbeitslose und vor allem Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. "Wir wollen vor allem denjenigen eine Perspektive bieten, die schon mehrere Jahre ohne Job sind. Wir freuen uns, dass die Kreishandwerkerschaft den Mut hat, das mit dem Recyclinghof umzusetzen", betont Martin Schoppmeier, Geschäftsführer des Jobcenters.

Gemeinsam mit dem Jobcenter wurden die Mitarbeiter für den Recyclinghof ausgewählt und werden während der gesamten Projektphase in ihrer beruflichen Entwicklung gezielt begleitet. Eine Maßnahme dauert zwei Jahre. "Sie haben wieder einen geregelten Tagesablauf und durch die Anstellung wird auch das Selbstwertgefühl gesteigert. Sie haben das Gefühl gebraucht zu werden und dass ihre Arbeitskraft geschätzt wird", sagt Benninghoff zur Stabilisierung des beruflichen und sozialen Umfeldes. Um die Teilnehmer besser an den ersten Arbeitsmarkt heranführen zu können, erhalten sie Qualifizierungen durch einen Gabelstapler-Führerschein, EDV-Schulungen oder berufsbegleitende Deutschkurse. Auch der Erwerb von sozialkommunikativen Kompetenzen gehört dazu. "Alle reden über den demographischen Wandel. Doch wir brauchen nicht nur Zuwachs und Zuwanderung, sondern wir müssen auch an die denken, die schon hier sind und sie fördern", betont Benninghoff. Die Beteiligten des Jobcenters, der Kreishandwerkerschaft und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sind mit der Umsetzung des Projekts zufrieden. "Alle Akteure verfolgen das gleiche Ziel. Nicht alleine, sondern nur zusammen sind wir stark."

Der Recyclinghof soll langfristig in den Wirtschaftssektor des Kreises Höxter integriert werden. Es sollen noch andere Bereiche zur Demontage und Verwertung erschlossen und eine marktorientierte Dienstleistung für Mitgliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft geschaffen werden.

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