Höxter Probleme der Milchbauern ungelöst"

Rund 20 Stunden werden Denise Numrich (l.) und Carolin Schoppmeier auf ihren Traktoren nach Brüssel unterwegs sein. Karl Dohmann (l.) und Anton Struck kostet das Unternehmen jeweils rund 1.000 Euro. - © FOTO: JOSEF KÖHNE
Rund 20 Stunden werden Denise Numrich (l.) und Carolin Schoppmeier auf ihren Traktoren nach Brüssel unterwegs sein. Karl Dohmann (l.) und Anton Struck kostet das Unternehmen jeweils rund 1.000 Euro. | © FOTO: JOSEF KÖHNE

Ovenhausen (kö). Mit einer Schlepperfahrt nach Brüssel demonstrieren die europäischen Milcherzeuger seit dem vergangenen Freitag gegen die Landwirtschaftspolitik der EU und weitere Einnahmeverluste. Unter den Demonstranten sind auch zwei junge Damen aus dem Kreis Höxter. Carolin Schoppmeier (22) und Denise Numrich (19) starteten gestern Mittag von Ovenhausen aus in Richtung belgische Hauptstadt.

Vor der Abfahrt der beiden Landwirtinnen sagte der Sprecher des Bundes Deutscher Milchbauern (BDM) im Kreis Höxter, Karl Dohmann: "Für uns ist es wichtig, dass wir ein Mengenregulierungssystem bekommen, das intelligent ist und europaweit gilt."

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Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Anton Struck (Entrup) klagt der Ovenhäuser Milchbauer über die schwache Milchpreisentwicklung bei gleichzeitig hohen Futter- und Energiekosten. "Unter dieser Entwicklung haben die Milchbauern immer mehr zu leiden", sagte Struck.

Mit dem Prostet vor dem EU-Parlament in Brüssel will der BDM jenen Parlamentariern den Rücken stärken, die das Dilemma der Milchproduzenten kennen und die für deren Zukunft streiten.

Der BDM setzt sich seit Jahren für die Produktion hochwertigerer Milch ein, die unter dem Label "Faire Milch" zu einem höheren Preis verkauft wird. Den Erzeugern der "Fairen Milch" wurden höhere Abnahmepreise garantiert. Damit soll ein Ausgleich für das kostenintensivere Futter sowie die geringere Milchproduktion erfolgen.

Dohmann zufolge haben zahlreiche Landwirte im Kreis Höxter erhebliche Existenzsorgen. "Es gibt kapitalkräftige Investoren, die in die Landwirtschaft investieren, damit sie später als Industriekonzerne alleine den Markt beherrschen", sieht er dunkle Wolken über dem Weserbergland aufziehen. Für ihn steht fest: "Wir wollen keine Restgeldempfänger sein. Wir haben es satt!"

Für die Bauern stehe weiterhin fest, dass sie sich auf die EU-Administration nicht verlassen könnten. "Bis die die notwendigen Gesetze verabschieden, sind wir eine Generation weiter", glauben Dohmann und Struck. So lange aber will der BDM nicht mehr warten.

Die Schlepperwallfahrt soll die derzeit in Brüssel tagenden Regierungschefs aufmerksam und verhandlungsbereit machen.

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