Familienfest-Besucherin Laura (10) hat Schaf "Elsbeth" ins Herz geschlossen. - © FOTOS: BURKHARD BATTRAN
Familienfest-Besucherin Laura (10) hat Schaf "Elsbeth" ins Herz geschlossen. | © FOTOS: BURKHARD BATTRAN

HÖXTER Verbindung zwischen Generationen

Mehrere Tausend Besucher feiern das erste Höxteraner Familienfest

VON BURKHARD BATTRAN

Höxter. Das erste Höxteraner Familienfest geht als großer Erfolg in die Geschichte der Kreisstadt ein. Hunderte Ehrenamtliche und zahlreiche ansässige Betriebe, Institutionen und Vereine hatten sich gestern engagiert, um zum Ferienauftakt in der Kreisstadt ein geselliges Zusammenkommen für alle Generationen zu ermöglichen.

Mehrere Tausend Besucher pilgerten gestern im Laufe des Nachmittags zur Stadthalle, wo auf dem Wall das Fest gefeiert wurde. "Wenn wir von Familie sprechen, dann wollen wir diesen Begriff ganz weit fassen, Familie ist, wenn sich Menschen füreinander verantwortlich fühlen", sagte Bürgermeister Alexander Fischer. "Er richtete ein Wort an alle Kinder, die vielleicht nicht so ein gutes Zeugnis bekommen haben. "Das ist kein Grund den Kopf hängen zu lassen, denn jeder Mensch hat auch Stärken und die gilt es, heute in den Mittelpunkt zu stellen", betonte Fischer.

Auch Schirmherr Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Höxteraner Ehrenbürger wollte das ersten Höxteraner Familienfest als ein breit verstandenen Begriff sehen. "Familie das heißt heute mehr denn je, eine Verbindung zwischen den Generationen herzustellen", sagte Töpfer. Aber Familienarbeit sei auch eine gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe. "In der Vergangenheit ist vieles schiefgelaufen, darum hat Deutschland heute die geringste Geburtenrate in Europa. Wir brauchen mehr Krippenplätze und eine bessere Betreuung. Daran soll dieser Tag auch politisch erinnern", sagte Töpfer.

In der Wallstraße war eine Bühne aufgebaut worden, wo ein buntes kindgerechtes Programm stattfand. In der Stadthalle präsentierten sich Vereine und Institutionen der Jugend- und Familienarbeit. Hier hatte beispielsweise der Höxteraner türkisch-islamische Kulturverein ein großes Speisen-Büfett aufgebaut. Auch das koptische Kloster in Brenkhausen hat sich den Höxteraner Familien vorgestellt.

Auf dem Wall war zudem ein großes Gewerbezelt aufgebaut, indem sich örtliche Firmen und Dienstleister an dem Fest mit Aktionen beteiligten. "Die Aktion der Firma Reitz, die hier ein Karussell aufgestellt hat, um den späteren Erlös dafür zu verwenden, dass auch die Kinder an der Schule Mittagessen können, die von den Eltern kein Geld bekommen, hat meiner Frau so gut gefallen, dass sie gesagt hat, als Schirmherr müsse ich den Betrag hinterher verdoppeln, das will ich gerne tun", sagte der Höxteraner Ehrenbürger unter dem Applaus der Besucher.

"Also mir hat die Fahrt mit dem Solarauto der Heiligenberg-Schule am besten gefallen", zog Caner Caskus (9) ein ganz persönliches Fazit des ersten Höxteraner Familientages.

Das direkt an der Ecke zu Wallstraße gelegene städtische Höxteraner Jugendzentrum Juzi hatte sich besonders in den Familientag eingebracht. Unter anderem fand im Garten des Jugendzentrums ein kreisweiter Graffiti-Workshop teil, den das Juzi gemeinsam mit dem kreisweiten "Arbeitskreis Jugend" initiiert hatte. 20 Jugendliche ließen sich dazu von dem Fuldaer "legalen Sprayer" und Graffiti-Kunstpädagogen Ingmar Süß (30) coachen. "Ich find den Workshop voll super. Weil ich hab Kumpels, die sprayen, aber die verraten mir nix, deswegen mach ich hier mit, weil ich das auch können will", erklärt Teilnehmer Henning Polasz (21). In dem Workshop wurde ein Auto in ein Graffiti-Kunstwerk verwandelt. Es steht im Garten des Juzi und kann dort besichtigt werden.

Viel Engagement für das Familienfest hat auch der Höxteraner Integrationsverein Brücke-Moct gezeigt, der mit mehreren Folklore-Gruppen auf der Bühne für Unterhaltung gesorgt hat. Viel Applaus gab es auch für den 20-köpfigen Kinder- und Jugendchor "Königsberger Grillen" aus dem russischen Kaliningrad. Gestern Abend gab der Chor noch einmal ein ausführliches Konzert in der Marienkirche.

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