Antoni Zepeda (l.) und Sjoerd Bos binden Weidenrouten zusammen, die das Palais tragen. - © FOTO: BURKHARD BATTRAN
Antoni Zepeda (l.) und Sjoerd Bos binden Weidenrouten zusammen, die das Palais tragen. | © FOTO: BURKHARD BATTRAN

RHEDER Weidenpalais nimmt Form an

Traditionelles Hoffest am 29. April steht ganz im Zeichen der Eröffnung des lebendigen Gebäudes

VON BURKHARD BATTRAN

Rheder. Die erste Hochzeit ist schon gebucht. Im Juli wird sich das erste Brautpaar im Weidendom im Schlosspark von Rheder trauen lassen. "Vielleicht meldet sich auch noch vorher jemand an, denn bereits am Sonntag, 29. April, wollen wir im Rahmen unseres traditionellen Hoffestes die Eröffnung des Weidenpalais feiern", sagte gestern Elmar Freiherr von Spiegel.

Es geht rasend schnell voran mit dem Bau. Seit einem Monat laufen die Arbeiten, und das Palais hat schon richtig Gestalt angenommen. Fast zehn Meter ragen die beiden Türme in den Himmel. Zwischen ihnen erhebt sich die malerische sieben Meter hohe Kuppel, die einen Raum von zwölf Metern überspannt. Insgesamt 30 Meter lang wird die Halle des Weidenpalais. "Mit den beiden Türmen soll eine Referenz zum Corveyer Westwerk geschaffen werden, das möglicherweise zum Weltkulturerbe erhoben wird", hatte Projektleiter Thorsten Blume vom Kreis Höxter erklärt.

In Kooperation von Kreis und der Familie von Spiegel entsteht im Rahmen des kreisweiten Tourismusprojekts "Erlesene Natur" dieses herausragende grüne Bauwerk. Die Projektkosten werden auf 190.000 Euro beziffert. 90.000 Euro sind für das Bauwerk selbst vorgesehen. 100.000 Euro entfallen auf die Gestaltung der Umgebung. Das Weidenbauwerk selbst wird vom Land zu 80 Prozent gefördert. Der Kreis sorgt für den Bau, die Familie von Spiegel hat den Grund zur Verfügung gestellt und kümmert sich um Pflege und um eine funktionierende Infrastruktur.

Die Arbeiten am Weidenpalais laufen auf Hochtouren. Derzeit ist eine internationale Jugendgruppe mit dem Fortgang der Arbeiten beschäftigt. Unter fachkundiger Anleitung fixieren die 16 jungen Leute zwischen 16 und 28 Jahren Weidenrouten als lebendige Verstrebungen. Die Weidenäste schlagen im Boden neue Wurzeln und sorgen so nicht nur für Standfestigkeit, sondern auch für lebendiges Wachstum und ein grünes Blätterdach.

Bis die Kuppel zugewachsen ist, vergehen acht Jahre
"Bis allerdings auch die große Kuppel ganz zugewachsen sein wird, vergehen sicher noch acht weitere Jahre. Aber das Bauwerk ist in jeder Phase spannend, da es ja wächst und sich ständig verändert", erklärt Horst Peter Trapet, Baumpflege-Experte des Projektbüros Bioplan aus Höxter, das mit der Umsetzung beauftragt ist.

Das können die jungen Leute, die aktuell am Weidendom bauen, gut nachvollziehen. "Ich finde es jetzt schon ziemlich imposant, vielleicht komme ich nochmal her, wenn es fertig ist", sagt Sjoerd Bos (16) aus den Niederlanden. Das will auch Antoni Zepeda (22) aus der Nähe von St. Etienne in Frankreich. Bei der Eröffnung werden die jungen Leute nicht dabei sein können. "Unsere zweiwöchiges Camp endet am Samstag und dann kehren alle wieder in ihre Heimatländer zurück", erklärt Campleiterin Anne Novotny (30) aus Kiel.

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