Willy Gerking mit seinem neuen Buch zur Entwicklung der Geschichte um die Burg Oldenburg. - © FOTO: DAVID SCHELLENBERG
Willy Gerking mit seinem neuen Buch zur Entwicklung der Geschichte um die Burg Oldenburg. | © FOTO: DAVID SCHELLENBERG

Von Rittern und Burgen

Willy Gerking erzählt die Geschichte der Oldenburg

Marienmünster (gbr/nw). Sie duckt sich unscheinbar zwischen den hohen Baumwipfeln, die Oldenburg - hoch über dem Kloster von Marienmünster. Um sie ranken sich viele Geschichtchen. Eine neue Geschichte zum ehemaligen Sitz der Grafen von Schwalenberg hat jetzt Willy Gerking geschrieben. Darin befasst er sich mit der Geschichte der Burg und der unmittelbar angrenzenden Meierei Oldenburg.

Dabei geht es Gerking im Wesentlichen um historische Daten: "In meinem neuen Buch beschreibe ich die Geschichte der Oldenburg bei Marienmünster, die durch die Grafen von Schwalenberg begründet wurde." Gerking an dieser Stelle im Zeitraffer einige Dinge zur Geschichte:

"Alles deutet darauf hin, dass Widekind I. von Schwalenberg die Burg um 1125 als Sitz seines hochadligen Hauses auf dem heute als Oldenburg bekannten Platz errichten ließ. Gleichzeitig bildete sie den Verwaltungssitz der sich in der Entwicklung befindenden Großgrafschaft Schwalenberg, die einst von der Weser bis an den Teutoburger Wald und im Süden bis über die Diemel reichte.

Schon bald nach dem Bau der Burg, 1128, gründete Widekind gemeinsam mit seiner Frau Luttrudis das nahe gelegene Kloster Marienmünster, das lange als Hauskloster genutzt wurde. Die Schwalenberger bewohnten ihre Burg rund 100 Jahre.

Die Enkel Volkwin IV. und Adolf I. hatten dem Bischof von Paderborn bei Korbach übel mitgespielt; sie wurden exkommuniziert und waren vogelfrei. Nur ihre spätere demütige Buße rettete sie vor dem Schlimmsten. Gleichwohl verloren sie ihre Burg und wurden gezwungen, sich einen neuen Standort zu suchen, nämlich im heutigen Schwalenberg, wo sie eine neue Burg und die Siedlung mit Kirche errichteten.

Ihre alte Burg - seitdem "Oldenburg" genannt - kam in die Hände von Rittern, die sich nach der Burg "von Oldenburg" nannten und dort über 100 Jahre lebten. Das absehbare Aussterben der Grafen von Schwalenberg führte zum Verkauf ihrer Restgrafschaft an den Paderborner Bischof und die Edelherren zur Lippe. Sie waren die neuen Eigentümer, denen die Oldenburg je zur Hälfte gehörte.

Beide, Bischof und Edelherren, fanden in den Rittern und Ministerialen von Oeynhausen Lehensleute, denen sie die Burg wiederum je zur Hälfte verliehen bzw. verpfändeten. Dieser Akt, der sich 1373 und 1376 vollzog, führte zu ständigem Burgbesitz durch das alte Adelsgeschlecht derer von Oeynhausen. Sie waren bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die maßgebliche Familie, die die Geschicke der Burg und der zur Meierei Oldenburg gehörenden Dörfer bestimmten.

Denn zur Burg gehörte auch die Meierei, also das landwirtschaftliche Gut vor ihren Toren, das ausschließlich der Versorgung der Burgbesatzung diente.

Durch die Säkularisation 1803 kam die Meierei in neue Hände. 1846 erwarb die Familie von Oeynhausen die Meierei und 1850 die Burg. Bedingt durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges verlor sie die Meierei. Die Burg ging 1980 durch Verkauf in privaten Besitz."

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