Salzzufuhr: Das Einleitungsrohr am Ufer der Werra in der Nähe des K+S-Werks Hattorf bei Philippsthal in Hessen. Foto: dpa - © Verwendung weltweit
Salzzufuhr: Das Einleitungsrohr am Ufer der Werra in der Nähe des K+S-Werks Hattorf bei Philippsthal in Hessen. Foto: dpa | © Verwendung weltweit

Höxter Salzabwässer in Werra und Weser: BUND und Düngerhersteller K+S einigen sich

Der Vergleich zwischen Umweltschützern und Unternehmen kann den Streit um die Produktionsabwässer aber nicht beenden

Lothar Schmalen

Höxter/Düsseldorf. Auch nach einem Vergleich zwischen dem Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND) und dem Düngemittel- und Salzhersteller K+S Kali GmbH ist der Streit um die Versenkung von Salzabwässern im Boden und die Versalzung von Werra und Weser nicht beendet. Kritik kommt vor allem von der Werra-Weser-Anrainerkonferenz, in der zahlreiche Anrainerkommunen, Verbände und Firmen, die von der Versalzung der Flüsse betroffen sind, zusammengeschlossen sind. Die Wasserqualität leidet Der Streit um die Versalzung von Werra und Weser schwelt schon seit Jahren. Die Wasserqualität beider Flüsse leidet durch die Einleitung von Produktionsabwässern ins Grundwasser und direkt in die Werra. Das Regierungspräsidium Kassel hatte die 2016 auslaufende Genehmigung der Einleitung von Salzabwässern ins Grundwasser noch einmal bis 2021 verlängert. Dagegen klagte der BUND. Die beiden Streitparteien haben sich jetzt darauf geeinigt, dass K+S statt genehmigter sechs Millionen nur maximal fünf Millionen Kubikmeter Salzlauge versenken werde. Und für die Zeit nach 2021 werde K+S keine neue Erlaubnis mehr beantragen. Der BUND ist zufrieden Im Gegenzug zieht der BUND seine Klage zurück. Während der BUND sich darüber freut, dass mit dem Vergleich das Ende der Versenkung von Salzabwässern rechtsverbindlich garantiert sei, bewertet die Werra-Weser-Anrainerkonferenz den Vergleich anders. „Er ist nichts wert", sagt Vorsitzender Walter Hölzel. K+S müsse sich nicht an die Abmachung halten, wenn die Werra Niedrigwasser führe. Auf die Pläne von K+S, Produktionsabwässer künftig über eine Pipeline direkt in die Oberweser (bei Würgassen) einzuleiten, hat der Vergleich keine Auswirkungen. Die Pipeline, deren Bau bereits beim Regierungspräsidium Kassel beantragt wurde, soll gebaut werden, wenn andere Maßnahmen zur Reduzierung des Salzeintrags in die Werra nicht ausreichend greifen. Umweltausschuss berät erst 2018 In einem Bericht zu dem Thema an den Umweltausschuss des Landtags betont Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU), dass die Entscheidung über den Bau der Pipeline Mitte des kommenden Jahres fallen soll. Die alte rot-grüne Landesregierung hatte die Pipeline zur Oberweser abgelehnt und stattdessen eine Pipeline bis zur Nordsee bevorzugt. Noch unklar ist, wie die neue Landesregierung sich in dieser Frage positioniert. Gestern sollte das Thema im Umweltausschuss des Landtags beraten werden, doch wurden die Beratungen auf Januar 2018 verschoben.

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