Blick vom Treppenturm auf die Baustelle. - © Vivien Tharun
Blick vom Treppenturm auf die Baustelle. | © Vivien Tharun

Höxter Abrissarbeiten in Höxters Innenstadt gehen in die Schlussphase

Mit einem 40 Tonnen schweren Bagger reißt Polier Matthias Herold die Gebäude am Marktplatz ab. Das Baugelände stellt die Arbeiter vor so manche Herausforderung

Vivien Tharun

Höxter. Das Maul des riesigen Metalldinosauriers öffnet sich und pickt zielgenau aus dem Schutt am südlichen Marktplatz zwei Eisenstangen heraus. Die Stangen landen in einer Baumulde. Das metallische Urzeittier ist ein 40 Tonnen schwerer Bagger und gehört der Abrissfirma Heine aus Holzminden. Die punktgenauen Abrissarbeiten mit dieser massiven Baumaschine führt Fahrer Matthias Herold durch. Mit dem langen Hals des Baggers kann er Abbrucharbeiten in 20 Metern Höhe vornehmen. So hoch muss er an der Baustelle in Höxters Innenstadt aber nicht. „Dafür gibt es hier andere Herausforderungen", sagt Baustellenbetreuer André Windel. Zum Beispiel, Radlader, Mulden und Co. überhaupt auf das Baugelände zu bekommen: „Die Zuwegung ist hier kompliziert", sagt Windel. 300 Liter Treibstoff in zehn Stunden Über den gepflasterten Markt können die Maschinen nicht fahren und unter der schmalen Straße auf der Rückseite der abzureißenden Gebäude liegt eine Tiefgarage. „Da muss auf die Statik geachtet werden", sagt Windel. Der große Bagger kam darum mit 30 Tonnen Gewicht zur Baustelle und wurde erst vor Ort durch einen neu montierten Arm 10 Tonnen schwerer. Wer so viel wiegt, braucht aber auch viel Nahrung: „In zehn Stunden verbraucht der Bagger ungefähr 300 Liter Treibstoff", sagt Polier Herold. Bis zu sieben Tonnen Schutt und Baumaterial Dafür schafft das Gerät auch ordentlich was weg: „Mit der normalen Baggerkralle können drei Tonnen Last gehoben werden", sagt Windel. Mit einem anderen Aufsatz sind bis zu sieben Tonnen Schutt und Baumaterial drin. Und schnell soll es jetzt auch gehen, denn zum heutigen Markttag sollen alle gefährlichen Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Windel. Nichts darf mehr herunterfallen können und der Bauzaun muss wieder so stehen, dass er den Markt nicht stört. Ende der Woche sollen dann alle Abrissarbeiten beendet sein. Vorher leistet Herold aber noch Präzisionsarbeit mit dem Bagger. Eine weitere Schwierigkeit dieser Baustelle ist nämlich, die alten Gebäude so zu entfernen, dass die angrenzenden nicht beschädigt werden. „Die Mauern sind direkt nebeneinander. Das ist eine weitere Herausforderung hier", sagt Windel. Die Außenwand des Hauses, in dem das Dekorationsgeschäft „Depot" untergebracht ist, liegt schon frei. Die am braunen Treppenturm wird jetzt abgetragen. Der Treppenturm selbst bleibt aber noch bis in das nächste Jahr stehen: „Er ist der einzige Zugang zu einer Praxis im Nachbargebäude", sagt Windel. Erst muss der neue Zugang da sein, bevor der alte wegkommt. Begonnen hatte der Abriss der Gebäude Anfang November. Der Investor Fokus Development aus Duisburg plant hier einen Neubau für rund 12 Millionen Euro.

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