Hausmeister Dirk Lücke baut eine Küche ein. - © David Schellenberg
Hausmeister Dirk Lücke baut eine Küche ein. | © David Schellenberg

Höxter Flüchtlinge ziehen bald ins alte Stabsgebäude ein

Umbau: Für 850.000 Euro wird das Stabsgebäude an der Brenkhäuser Straße saniert, um künftig Asylbewerber beherbergen zu können. Großen Wert legt Hochbau-Chef Georg Beverungen auf die Sicherheitstechnik

David Schellenberg

Höxter. Funktional, wohnlich und zerstörungsarm soll die Einrichtung im umgebauten Stabsgebäude an der Brenkhäuser Straße sein. Aber auch preiswert und vor allem sicher. Für den Sachgebietsleiter im Hochbauamt, Georg Beverungen, manchmal ein schwieriger Spagat. Gut anderthalb Jahre hat er die Planung und Umsetzung des 850.000 Euro teuren Umbau verantwortlich begleitet. Bevor in der kommenden Woche aber die ersten Asylbewerber aus der Jugendherberge hierher umziehen werden, kann sich am Mittwochnachmittag die Bevölkerung in dem Gebäude umsehen (siehe Info-Kasten). Schon einmal, im Herbst 2015, waren das Stabs- und das Offiziersgebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden – vom Kreis als Erstaufnahme Einrichtung des Landes. Wegen des mangelhaften Brandschutzes war aber schon nach kürzester Zeit wieder Schluss damit gewesen.Stadt mietet die Gebäude, baut sie um und kann sie nutzen Doch die Stadt wollte die beiden Gebäude, die der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehören, nicht wieder leer stehen lassen. Die Idee: Die Stadt mietet die Gebäude von der BImA, baut sie um und kann sie weiter nutzen. Gesamtkosten: Rund 1,6 Millionen Euro, von denen die BImA den Löwenanteil schultert. Weiterer Vorteil: Die Stadt muss keine Miete für die Häuser und das 17.000 Quadratmeter große Grundstück zahlen. Im Gegenzug kümmert sie sich um die Unterhaltung. Beim langwierigen Umbau sind viele Erfahrungen der vergangenen Jahre eingeflossen. Ein Beispiel ist die von Beverungen erfundene „Blaue Lampe“. Die leuchtet immer dann im Flur, wenn in einer der Küchen der Herd an ist. Dieser kann zudem nur bedient werden, wenn zuvor die Dunstabzugshaube eingeschaltet wurde. Dritter Sicherheitsaspekt: Nach 30 Minuten schaltet der Herd automatisch ab. Mit dieser Technik will Beverungen, der seit 43 Jahren aktiver Feuerwehrmann ist, die Fehleinsätze des Löschzuges Höxter deutlich reduzieren.Größter Wert auf Brandschutztechnik gelegt Überhaupt wurde beim Umbau größter Wert auf die Brandschutztechnik gelegt. Neben automatischen Rauchschutztüren in allen Fluren und beiden Treppenhäusern wurde auch modernste Rauchmeldertechnik eingebaut – eine wichtige Vorgabe, um das ursprüngliche Bürogebäude nun als Wohnheim für bis zu 110 Flüchtlinge nutzen zu können. „Die Regelbelegung soll etwa 30 Prozent niedriger liegen“, sagt Beverungen. Auch in den Sanitärbereichen wurde anders als in der Vergangenheit geplant: So wurden überall neben normalen Klos auch sogenannte Stehtoiletten eingebaut, die in anderen Kulturkreisen die Norm sind. Waschbecken und Duschen sind mit Schlagknöpfen ausgestattet – der Wasserfluss endet nach wenigen Sekunden automatisch. Außerdem gibt es in jedem dieser Räume eine Notfallleine. Wird jemand bedroht und zieht daran, geht sofort im Haus lauter Alarm an. Hingegen sucht man Lichtschalter im Gebäude weitgehend vergebens: Ein Sensor steuert die Beleuchtung je nach Tageslicht und Bewegung im Raum. Während das Stabsgebäude so gut wie fertig umgebaut ist, soll die Sanierung des Offiziersheimes im nächsten Frühjahr abgeschlossen werden. Den Mietvertrag für die Jugendherberge, in der die Stadt bisher Flüchtlinge untergebracht hatte, wird gekündigt.Bürger sind am Mittwoch, 15. November, eingeladen Die Stadtverwaltung lädt die Bürger, insbesondere die Anwohner, ein, sich selbst einen Einblick in die Gebäude zu verschaffen. Dazu ist das Stabsgebäude, Brenkhäuser Straße 39, am Mittwoch, 15. November, von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Mitarbeiter stehen für Erklärungen bereit.

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