Im Herzen der Stadt: In der Innenstadt stehen mittwochs und samstags die Marktbeschicker. Stefan Fellmann, Fachbereichsleiter Ordnung, Recht und Bürgerservice, und Inge Ortjohann, Sachgebietsleiterin Ordnung und Straßen, sind froh, darüber und sich der Bedeutung des Marktes für Höxter und seine Bürger bewusst. - © David Schellenberg
Im Herzen der Stadt: In der Innenstadt stehen mittwochs und samstags die Marktbeschicker. Stefan Fellmann, Fachbereichsleiter Ordnung, Recht und Bürgerservice, und Inge Ortjohann, Sachgebietsleiterin Ordnung und Straßen, sind froh, darüber und sich der Bedeutung des Marktes für Höxter und seine Bürger bewusst. | © David Schellenberg

Höxter Wochenmarkt Höxter: Neukonzeption nach Bauarbeiten Markt Süd

Gesichter des Wochenmarktes (21): Zum Abschluss der NW-Serie gibt es ein Gespräch mit Stefan Fellmann und Inge Ortjohann von der Stadt Höxter über die Zusammenarbeit mit den Beschickern und was sich für den Markt noch ändert

Amina Vieth

Höxter. Bessere Kommunikation und ein gutes Miteinander, das wünscht sich ein Großteil der Marktbeschicker in Höxter mit Blick auf die Stadtverwaltung. Auch die Platzfrage war immer wieder Thema in der Serie „Gesichter des Wochenmarktes". Und die Wünsche und Kritik werden gehört – von Stefan Fellmann, Fachgebietsleiter, Ordnung, Recht und Bürgerservice, und Inge Ortjohann, Sachgebietsleiterin Ordnung und Straßen. Zum Abschluss der Serie erläutern sie, was verbessert werden soll, wie die Baustelle Marktplatz Süd sich auf den Wochenmarkt auswirkt, und wie es nach den Bauarbeiten weitergeht. KOMMUNIKATION Zu wenig Informationen seitens der Stadt und plötzliche Platzwechsel wegen anderer Veranstaltungen, wie wegen des Streetfood-Markts, kritisierten einige Beschicker. Und das nicht zu Unrecht, wie Fellmann und Ortjohann einräumen. „Bezüglich der Kommunikation gibt es noch Luft nach oben", betont Fellmann. Es soll besser werden, die Informationen besser fließen und zeitiger. Mittelsmann ist hier Andreas Bohnenpoll, Marktmeister und Bindeglied zwischen Beschickern und Stadtverwaltung. „Er kennt alle Beschicker und kümmert sich, wenn es Probleme gibt", sagt Ortjohann. „Wir bemühen uns, frühzeitig mit den Beschickern Kontakt aufzunehmen", betont sie. Stärker eingebunden werden soll deswegen auch der Marktmeister. Bei Besprechungen, die den Wochenmarkt betreffen, werde er zugegen sein. »Wir möchten, dass allezufrieden sind« Damit können die Beschicker aus erster Hand informiert werden. Bohnenpoll sei auch derjenige, der grundsätzlich regele, wer wo auf dem Markt steht. Optimiert werden sollen auch die Anschlüsse für Strom und Wasser, ergänzt Fellmann. BAUSTELLE Der Umbau des Kaufhauses Markt 1 zwang die Beschicker bereits zum Umzug. Ein zweiter wird vermutlich folgen, wenn die Arbeiten am Markt Süd fortschreiten, so Inge Ortjohann. „Den ein oder anderen Stand werden wir wohl umstellen müssen", kündigt Fellmann an. „Wir versuchen aber, beim Wochenmarkt möglichst wenig einzugreifen", betont Ortjohann. Man sei sich bewusst, dass die Beschicker nicht gerne umgestellt werden. Es sei auch immer eine Umgewöhnung für die Kunden. Ausweichflächen werde es dann in Richtung Klingemann geben. Der Bereich Stummrigestraße werde für den Wochenmarkt nicht genutzt. Die Weserstraße sei wie eine Begrenzung. Nur zu Festen wie Huxori oder Märchensonntag, wenn die Straße für den Verkehr gesperrt ist, werde sie auch einbezogen. Nach dem Abschluss der Arbeiten am Markt Süd werde es eine Neuordnung des Wochenmarktes geben, kündigen Fellmann und Ortjohann an. „Wir werden uns intern besprechen und dann die Beschicker einladen", so Ortjohann. Wie das Konzept dann aussehen soll, sei aber noch offen. Das zeige sich erst nach der Fertigstellung des Projekts am Markt. MARKTPLATZ Eine Idee ist aber, den Marktplatz auch wieder mehr für Marktbeschicker zugänglich zu machen. Dass dieser kaum noch für den Wochenmarkt zur Verfügung stehe, bedauern einige Beschicker. „Ein Marktplatz lebt davon, dass sich dort Menschen aufhalten, es kommunikativen Verkehr gibt", erläutert Fellmann. Und das solle nicht nur ein- oder zweimal in der Woche stattfinden. Deswegen habe man sich für das gastronomische Angebot dort entschieden, so Fellmann. Damit sei nun nicht mehr viel Platz für die Marktstände, gibt er zu. „Aber nach den Bauarbeiten werden bestimmt ein paar kleinere Stände wieder auf den Marktplatz kommen können", sagt Ortjohann. Sofern das dann noch von den Beschickern gewünscht sei. Oder sollte es Anfragen geben von neuen Beschickern, könnten vielleicht auch diese dort Platz finden. AUSWAHL Selten, aber immer mal wieder gebe es Anfragen von Beschickern, die auch auf dem Höxteraner Wochenmarkt einen Stand haben möchten. Einen Kriterienkatalog, nach dem die Auswahl getroffen wird, gebe es nicht. Der Anspruch sei natürlich, dass gute Qualität geboten wird, betont Fellmann. Das aktuell gebotene Sortiment sei bereits sehr vielfältig. „Es ist ein grüner Markt, Lebensmittel sind der Schwerpunkt", sagt Ortjohann. T-Shirts dürften beispielsweise nicht beim Wochenmarkt angeboten werden. Aber die Ergänzung des Marktes durch Imbissstände, den Foodtruck und die Nudelmanufaktur, erhöhe die Verweildauer. Das werde sehr begrüßt. Jemanden des Marktes zu verweisen sei nur sehr selten notwendig und geschehe dann, wenn er oder sie sich als unzuverlässig erweist. Wer nicht kommen kann oder Urlaub macht, müsse sich abmelden. „Das machen die meisten auch", lobt Fellmann. „Aber wenn es zum Roulette wird, ob einer kommt oder nicht, dann verzichten wir darauf." Er habe bisher erst einmal einem Beschicker die Zulassung entziehen müssen. ORDNUNG UND PREISE Endlos geöffnet haben dürfen die Stände aber nicht. In der Marktordnung sind die Zeiten genau notiert: von 7 bis 14 Uhr. Aktuell gibt es drei Marktordnungen, die verschiedene Bereiche den Wochenmarkt und Schweinemarkt betreffend regeln. Diese sollen nun zu einer Ordnung zusammengefasst werden. Der Rat entscheidet im November darüber. Eine wesentliche Änderung: die Erhöhung der Standgelder. „Sie wurden seit 20 Jahren nicht angepasst und sollen jetzt um rund zehn Prozent erhöht werden", berichtet Fellmann. Die Gebühren, welche vom Marktmeister „noch in bar" eingeholt werden, berechnen sich nach Quadratmetern. Neue Gebühren sind im November Thema im Rat Je angefangenem Quadratmeter sollen ab kommendem Jahr 76 Cent statt 70 Cent und mindestens 5 Euro kassiert werden. Für Waren wie Wurst, Fleisch oder Käse werden pro Quadratmeter künftig 1,52 Euro statt 1,40 Euro und mindestens 10 Euro fällig. Imbissstände sollen ab 1. Januar 2,28 statt 2,10 Euro und mindestens 20 Euro zahlen. Neu werde zudem sein, dass auch die Beschicker des Kram- und Viehmarkts jeden ersten Mittwoch im Monat ab Januar nicht mehr pro laufenden Meter, sondern auch pro Quadratmeter zahlen. Es sollen dieselben Preise wie zum Wochenmarkt gelte. KOPFSTEINPFLASTER Eine „Wunschvorstellung" hat Fellmann bezüglich der Marktstraße: einen anderen Belag. Während der Marktplatz bereits über ein ebenmäßiges Pflaster verfügt, ist die Marktstraße noch sehr ruckelig, für Menschen mit Behinderung, Rollator oder Rollstuhl schlecht zu passieren. „Auch die Beschicker müssen immer viele Maßnahmen zum Ausgleichen treffen", weiß Fellmann. Vom Behindertenbeirat aber auch von weiteren Bürgern werde immer wieder darauf hingewiesen, dass das Pflaster nicht barrierefrei und hinderlich sei. „Es ist ein Nachteil, den es zu beseitigen gilt", betont Fellmann. Aber in naher Zukunft sei keine Besserung dafür in Sicht. „Das wird sich nur dann ändern, wenn wir eine Förderung bekommen sollten", so der Fachbereichsleiter. Wann und ob das Kopfsteinpflaster einem anderen Belag weichen wird, sei unklar. FAZIT Wochenmärkte seien ein wichtiger Imagefaktor für Städte und steigerten die Attraktivität, so Fellmann. „Wir sind froh, dass wir einen so guten Wochenmarkt hier haben, der dazu auch noch so gut angenommen wird. Das hat einen sehr positiven Einfluss auf die Stadt." Der Wochenmarkt und der Kram- und Viehmarkt, „zu dem aus dem gesamten Kreis Höxter und dem Umland Besucher kommen", seien Frequenzbringer. „Und es gilt, den Markt zu erhalten und zu pflegen", so Fellmann. Anregungen, Lob und Kritik würden gerne angenommen und es werde sich gekümmert. „Wir möchten, dass alle zufrieden sind."

realisiert durch evolver group