Höxter soll erblühen: Doch die Landesgartenschau ist mehr als Blumen und Pflanzen – es geht auch im Tourismus, Infrastruktur und Soziales. - © Ludger Roters/Grüne
Höxter soll erblühen: Doch die Landesgartenschau ist mehr als Blumen und Pflanzen – es geht auch im Tourismus, Infrastruktur und Soziales. | © Ludger Roters/Grüne

Höxter So will Höxter die Landesgartenschau 2023 bekommen

Machbarkeitsstudie soll erstellt werden

Simone Flörke

Höxter. Höxter will sich auf den Weg machen zur Bewerbung für die Landesgartenschau 2023: Auf Grundlage einer Potenzialanalyse soll eine Machbarkeitsstudie entstehen, die Entscheidungsgrundlage für den Rat und bei einem Ja dann zugleich Bewerbungsunterlage wäre. Die Bewerbung ist bis zum 1. März 2018 möglich. Bürgermeister Alexander Fisher spricht von einer Vision: „Höxter soll städtebaulich, kulturell und touristisch ganz weit vorne mitspielen." Baudezernentin Claudia Koch betont die „einzigartige und großartige Chance für die Stadt" und den „Entwicklungsschub", den ein solches Großprojekt bedeute. Das sagt das Büro Es gebe schon viel Potenzial, das man zusammenführen wolle: Bei einen Zuschlag für Höxter – Siegen hatte am Freitag das Aus für seine Bewerbungsabsicht verkündet, diskutiert wird in Rheda-Wiedenbrück oder Ahlen – ständen als Grundstock sechs Millionen Euro vom Land zur Verfügung. Dazu müssen andere Fördertöpfe ausgeschöpft und ein städtischer Eigenanteil dazugetan werden, da sich die Gesamtsumme auf einen zweistelligen Millionenbetrag beläuft, so Koch. Eine Landesgartenschau mit Stadt, Weserpromenade, Weserradweg, Weserschifffahrt und Welterbe Corvey biete eine große Chance, die touristischen Angebote und Dienstleistungen nicht nur bei Angeboten, sondern auch infrastrukturell weiterzuentwickeln, neu zu vernetzen und den Gästebedürfnissen anzupassen, so Fischer. Das bringe Impulse für Gastgewerbe, Gastronomie und Kultur. Das macht das Büro Für ihre Idee haben Koch und Fischer die Höxteraner Ratsfraktionen hinter sich. Und sich Partner an die Seite geholt, die Höxter in den nächsten Wochen mit Blick auf geeignete Flächen (rund 30 Hektar) unter die Lupe nehmen und dabei Chancen und Risiken beleuchten und abwägen sollen: das Büro Heuschneider Landschaftsarchitekten aus Rheda-Wiedenbrück mit Erfahrung bei Schauen in NRW und Niedersachsen gemeinsam mit dem Büro Pesch und Partner, Architekten und Stadtplaner aus Dortmund, das Höxter bereits vom Managementplan für das Welterbe und vom Städtebaulichen Entwicklungskonzept kennt. Darauf kann das Büro in dieser sportlich kurzen Zeit zurückgreifen. Dort liegt das Potenzial Elmar Pröbsting nennt die historische Altstadt, die Weser, das Welterbe Corvey als Pfunde, mit denen Höxter wuchern könne. Flächen, die es zu fassen und in ein nachhaltiges Gesamtkonzept zusammenzuführen gelte. Laut Claudia Koch gibt es noch keine Flächenfestlegung, nur einen „groben Korridor" vom Godelheimer See bis Corvey und Aktionsfelder in den Ortschaften. Es habe auch schon mit dem Hause Ratibor Gespräche gegeben: Der Herzog begrüße die Initiative. Fischer ergänzt, dass es noch keine Landesgartenschau mit einem Weltkulturerbe gegeben habe DAS SAGT DIE POLITIK Die Reaktionen der Politik sind einhellig positiv: „Warum sind wir nicht schon früher auf die Idee gekommen", fragt Stefan Berens (CDU), begrüßt das Engagement „außerordentlich" und betont, das man nun diszipliniert an die Arbeit gehen und die Hausaufgaben machen müsse, um das „Wir-Gefühl" in der Bevölkerung zu stärken. Mit einer Landesgartenschau könne Höxter einen großen Schritt machen, „dauerhaft, nachhaltig und positiv sein Gesicht verändern", ergänzt Werner Böhler (SPD). „Und wir machen beim Bekanntheitsgrad drei Schritte vorwärts." Das Ganze funktioniere nach dem Schulterschluss von Verwaltung und Politik aber nur mit dem Mitmachen der Bürger. „Eine großartige Chance, die Region voranzubringen", nennt es Hans-Georg Heiseke (UWG): „Daumen hoch – und mit Transparenz in die Öffentlichkeit." Das „Pfund Welterbe" habe man seit 2014 kümmerlich behandelt, „jetzt haben wir die Chance, Versäumtes nachzuholen", sagt Hermann Loges (BfH). „Und wenn die Risiken überwiegen, dann hat Claudia Koch noch einen Plan B in der Tasche für kleinere Schritte." „Absolut super", wie die Verwaltung dieses Projekt mit viel Herz darstelle – da dürfe die Politik sich nicht dagegenstellen, erklärt Martin Hillebrand (FDP). Und Ludger Roters (Grüne) betonte das städtebauliche Projekt mit einer sozialen Komponente: „Die Herangehensweise ist richtig und verdient uneingeschränkte Unterstützung." Hier machen Bürger mit Um Ideen und Wünsche nach einem Impulsvortrag zu sammeln, ist ein Bürgerworkshop am Samstag, 2. Dezember, um 14 Uhr in der Aula des König-Wilhelm-Gymnasiums mit NRW-Landtagspräsident André Kuper geplant.

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