Machen es sich gemütlich: Emma (v. l.), Klaas und Emma in einer der Kindertagesstätten der Lebenshilfe Höxter. - © Vivien Tharun
Machen es sich gemütlich: Emma (v. l.), Klaas und Emma in einer der Kindertagesstätten der Lebenshilfe Höxter. | © Vivien Tharun

Kreis Höxter Gemeinsam und miteinander in den Kitas der Lebenshilfe Höxter

50 Jahre Lebenshilfe im Kreis Höxter (4): In den Kindertagesstätten der Lebenshilfe sind Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung. Dadurch ergeben sich neue Impulse, und alle Kinder lernen voneinander

Kreis Höxter. Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Wer wünscht sich das nicht? Wirklichkeit ist dieses Miteinander seit Anfang der 90er Jahre in den Kindertagesstätten der Lebenshilfe in Höxter. Gemeinsam spielen, gemeinsam lachen, die Welt erkunden, lernen und einfach Spaß haben, unabhängig von den jeweiligen Möglichkeiten. Das alles können die Kinder in den heilpädagogisch integrativen Kitas in Ottbergen und in Bühne täglich erleben. Wenn man morgens die Kindertagesstätten Mühlenwinkel (Ottbergen) und Alsternest (Bühne) betritt, hat man das Gefühl, wieder in der Kindheit angekommen zu sein. Lange Flure mit Schaumstoff-Klötzen als Hindernis-Parcours für die Bobby-Cars oder auch ein großes Foyer, in dem sich die Kinder morgens gegenseitig, von verschlafen bis herzlich – je nach Tagesverfassung –, begrüßen. Das ist ein Bild, das wohl viele kennen. Dieses Bild unterscheidet sich zunächst nicht von dem anderer Kindertagesstätten. Trotzdem sind die Einrichtungen etwas anders. Spätestens, wenn die Moto-Pädagogen in die Gruppen gehen und die Kinder zur Bewegungstherapie einladen, merkt man, dass hier etwas besonders ist. Auch der gute Betreuungsschlüssel für die Kinder fällt auf. Die Kinder werden gemeinsam gefördert und betreut Besonders ist, dass in den Kitas in gemischten Gruppen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam gefördert und betreut werden. Speziell geschultes Personal sorgt sich um die Kinder mit Behinderungen und ergänzt damit die Betreuung in der Gruppe für die Kinder mit Behinderungen. Eine Gruppe bilden durchschnittlich etwa 16 Kinder, vier davon mit besonderem Förderbedarf. „Durch das Miteinander haben die Kinder jeden Tag die Möglichkeit, voneinander zu lernen", berichtet Andrea Rehrmann, Kita-Leitung im Mühlenwinkel und seit der Gründung in 1991 mit dabei. Jedes Kind sei besonders und lasse andere Kinder an diesen Besonderheiten teilnehmen. Der eine sei ein waghalsiger Bobby-Car-Fahrer, der andere ein begnadeter Künstler am Basteltisch, die nächste baue für alle Mitspielenden die tollsten Fantasieschlösser, ein anderer kuschele unheimlich gern, der nächste habe ein unfassbar ansteckendes Lachen. Das alles und noch viel mehr könne man voneinander lernen. Impulse geben alle Kinder Impulse geben dabei alle Kinder, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht oder einem Handicap, erklären die Pädagogen. In den Häusern stehen neben den fest angestellten Moto-Pädagogen noch weitere Therapeuten wie Sprach-, Physio- und Ergo-Therapeuten zur Verfügung, die bei Bedarf einzelne Kinder gezielt fördern können. Die Kindertagesstätte Alsternest hat sich, neben der integrativen Betreuung, im vergangenen Jahr zum Familienzentrum gewandelt und als solches zertifizieren lassen. Hier werden nun Hilfestellungen und Angebote für Eltern und Interessierte zu den verschiedensten Themen rund um das Thema Kindererziehung gegeben und zudem Netzwerke mit verschiedenen Kooperationspartnern gebildet. „Das Angebot wird schon jetzt sehr gut angenommen, unser Ziel ist aber ein weiterer Ausbau", sagt Cornelia Dunkel, Kita-Leiterin im Alsternest. Ponys sind auch mal zu Besuch Ein besonderer Höhepunkt im Kita-Jahr sei es, wenn Melanie Krause, Heilpädagogin und stellvertretende Kita-Leitung, ihre Ponys in der Nähe der Kita Mühlenwinkel unterbringt. Ab diesem Zeitpunkt haben Spaziergänge plötzlich einen ungewohnten Reiz, denn jetzt werden sie begleitet von einem echten Pony. Das darf man streicheln und auch abwechselnd darauf reiten, wenn die Füße einmal müde werden. An den leuchtenden Augen der Kinder erkenne man sofort die Freude. Die Jüngeren schauen oft noch etwas ängstlich, die Älteren kennen sich dagegen schon gut aus und haben alle Scheu verloren.

realisiert durch evolver group