Haben’s in der Hand: Bürgermeister Hans Hermann Blum (Willebadessen, v. l.), Alexander Fischer (Höxter), Karl-Heinz Rempe (Regionalmanager Telekom), Bernd Plath (Städteverantwortlicher), Hubertus Grimm (Beverungen) und Hermann Temme (Brakel) - © Simone Flörke
Haben’s in der Hand: Bürgermeister Hans Hermann Blum (Willebadessen, v. l.), Alexander Fischer (Höxter), Karl-Heinz Rempe (Regionalmanager Telekom), Bernd Plath (Städteverantwortlicher), Hubertus Grimm (Beverungen) und Hermann Temme (Brakel) | © Simone Flörke

Kreis Höxter Schnelles Netz für rund 15.000 Haushalte im Kreis Höxter

Breitband-Ausbau: Ab Montag soll in Beverungen, Brakel, Höxter und Willebadessen das Internet für 14.800 Haushalte deutlich mehr Tempo bekommen

Simone Flörke

Kreis Höxter. „Langsam war gestern – schnell ist heute", mit diesen Worten leitete Höxters Bürgermeister Alexander Fischer das Treffen von ihm und seinen Kollegen aus Beverungen, Brakel und Willebadessen mit einem Quartett der Telekom ein. Grund: Am Montag, 16. Oktober, werden in den vier Kommunen die ausgebauten Ortsnetze fürs schnelle Internet eingeschaltet. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt dann auf bis zu 100 Megabit pro Sekunden und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s. 14.800 Haushalte können dann gleichzeitig übers Internet telefonieren, surfen und fernsehen. „Das gilt auch für Musik- und Video-Streaming oder das Speichern in der Cloud", erklärt Regionalmanager Karl-Heinz Rempe von der Telekom. Willebadessen und Brakel (Ortskern/Kernstadt) werden sofort komplett ans schnelle Netz gehen können, in Höxter (Kernstadt, Brenkhausen und Lütmarsen) werden einzelne Bereiche nachgeschaltet, in Beverungen (Kernstadt, Wehrden, Blankenau und Drenke) soll Ende Oktober alles komplett laufen. Dafür habe die Telekom im Eigenausbau 35 Kilometer Glasfaser verlegt, 67 Verteiler (Multifunktionsgehäuse) neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet, so Rempe. 35.000 Euro koste eines dieser Gehäuse, einen Kilometer Tiefbau dafür bezifferte er auf 50.000 bis 70.000 Euro Kosten. Im nächsten Jahr bis zu 250 MBit/S Zugleich machte er deutlich, dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei: Schon im nächsten Jahr soll bis auf 250 MBit/s hochgerüstet werden – dafür müssten nur noch die Technik und Software in den Gehäusen implementiert werden. Erdarbeiten seien für dieses Supervectoring nicht mehr nötig. In Steinheim will man noch im November fertig sein, in Warburg und Scherfede zeitnah zum Jahreswechsel, 2018 habe man Ottbergen und Peckelsheim für den weiteren Ausbau mit Glasfaserkabel im Fokus. Und zwar schon gleich mit 250 MBit/s. Deutlich machte er auch: Das schnelle Netz ist nicht sofort da, sondern muss umgestellt werden (kostenfrei) – außer beim Hausbesuch des Technikers für Montage, Um- oder Einstellung. Abhängig von den gewählten Tarifen der Kunden könne es künftig monatlich teurer oder günstiger werden. Viele Kunden hätten sich für die Umstellung schon im Vorfeld registriert. Rempe rechnet zu Anfang mit 10 bis 14 Tagen für eine solche Umstellung, später würde sich das entzerren. „Vor Weihnachten werden die meisten ihr schnelles Netz haben", sagte er. Nicht jeder hat die volle Geschwindigkeit Zweite Einschränkung: Nicht jeder bekomme die 100 MBit/s komplett: Je weiter entfernt vom Verteilerkasten, desto geringer könne die Geschwindigkeit werden. Bei rund 80 Prozent der Haushalte werde aber der Wert wohl erreicht. Die Glasfaserkabel führen nur bis zu den Kästen, danach geht’s per Kupferkabel weiter zu den Haushalten. Die vier Bürgermeister freuten sich über diesen „ersten Schritt" zum Breitbandausbau im Kreis, so Hermann Temme (Brakel). Er machte mit seinem Kollegen Hubertus Grimm aber auch deutlich: „Mit Hochdruck muss auch an der schnellen Anbindung der Dörfer und der Gewerbegebiete gearbeitet werden." Denn das schnelle Internet sei heute ein wichtiger Standortfaktor im ländlichen Raum. Und die Hälfte der Menschen lebe nun mal in den Dörfern. Deshalb verwies er auf die zweite Ausschreibung für einen geförderten Ausbau, bei dem die zehn Kommunen zusammen mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung die weißen Flecken im Kreis tilgen möchte. Für Fischer „eine der größten Herausforderungen des ländlichen Raumes", um ihn zukunftsfähig aufzustellen.

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