Höxter Neues Buch der Autorin Andrea Micus

Warum machen viele im Alter zwischen 40 und 50 Jahren ein Tief durch und warum geht es danach wieder aufwärts? Andrea Micus behandelt diese Fragen in ihrem Buch „Die Glückskurve des Lebens“

Vivien Tharun

Höxter. Wer über 60 Jahre ist, sei auf dem Abstellgleis und befinde sich in Endzeitstimmung – so denken manche jüngeren Menschen. In Realität fühlten sich aber viele gerade erst ab diesem Alter erst richtig wohl. Die Höxteraner Journalistin Andrea Micus hat sich mit diesem Phänomen befasst: „Gerade seit diesem Alter schreibe ich bessere Bücher, bin entspannter und mein Leben ist deutlich bunter." Anhand ihrer eigenen Biografie startete Micus die Recherche und fand heraus: Das Glück verläuft U-förmig und hielt diese Entdeckung in Buchform fest. „Als Kind hat man große Träume und möchte vielleicht Astronaut werden. Man ist glücklich. Dann kommt die Zeit, in der alles einstürzt", sagt Micus. Im Alter zwischen 42 und 50 Jahren komme es zur Scheidung der Ehe oder Scheitererlebnissen bei der Arbeit. Danach beginnen viele aber ein zweites – und erfolgreiches – Leben. Die Kurve ginge wieder nach oben, sagt Micus. Keine vergleichbaren Studien in Deutschland „Ich habe so viele Frauen kennengelernt, die im Alter noch einmal richtig durchgestartet sind und glücklich wurden", sagt die Höxteranerin. Da sei zum Beispiel die 80-Jährige, die den Mut hatte, sich neu zu verlieben und nun glücklich mit einem 89-jährigen Mann zusammenlebe. Den Ausschlag, das selbst Erlebte und das Glück anderer im Sachbuch „Die Glückskurve des Lebens" zusammenzufassen, gab ein Zeitungsartikel: „Ich las in der Internetzeitung Huffington Post, dass Arianna Huffington ein neues Unternehmen gegründet hat – mit 68 Jahren!", sagt Micus. Zunächst befasste sie sich mit US-amerikanischen Studien zum Thema „Glückskurve", da es in Deutschland noch nichts Vergleichbares gab. Das Ergebnis: „Völlig unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe und Einkommen fühlen sich Menschen als Kind und im Alter am glücklichsten." Selbstmitleid blockiert das Glücksgefühl So ganz mühelos käme das gute Gefühl aber nicht. Bestimmte Faktoren müssten gegeben sein, sagt die Autorin. Dazu gehören unter anderem positives Denken, Gelassenheit und das Sozialleben. Man solle viel raus gehen, sich mit Menschen treffen und auf eine Weise Liebe empfinden oder geben: „Das kann die Liebe zum Kind sein oder auch die zum Partner", auch Freunde können das Gefühl geben, geliebt zu werden. Weitere wichtige Punkte seien Kreativität, Abwechslung und Eigenverantwortung. Wer Selbstmitleid empfinde, würde auch nicht glücklich werden können, sagt Micus. Ihr Buch gibt aber auch Beispiele dafür, wie es mit dem Glücklichwerden nie klappen wird. Alle Erfahrungsberichte darin stammen von Menschen, mit denen sie für ihre zahlreichen Zeitungsartikel zu tun hatte. Glück scheitere oft daran, dass kein Mut aufgebracht werde einen neuen Schritt zu wagen. „Viele wählen dann den bequemsten Weg, anstatt etwas zu wagen", sagt die Autorin. Wer so handele bleibe unzufrieden. Mut haben und etwas wagen: Für Micus habe das funktioniert: „Ich habe jetzt mehr Aufträge als je zuvor, obwohl ich früher die Befürchtung hatte, im Alter käme nichts mehr." Lesung Am kommenden Montag, 16. Oktober, liest die Journalistin Andrea Micus aus ihrem Buch „Die Glückskurve des Lebens in der Volkshochschule Höxter, Möllingerstraße 9. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

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