Vor Ort: Lachs, Forelle und Aal sind nur ein Teil der Auswahl, die Stefan Hoppmann in seinem mobilen Ofen frisch zubereiten kann. - © Vivien Tharun
Vor Ort: Lachs, Forelle und Aal sind nur ein Teil der Auswahl, die Stefan Hoppmann in seinem mobilen Ofen frisch zubereiten kann. | © Vivien Tharun

Höxter/Fürstenau Gesichter des Wochenmarktes: Fisch frisch aus dem Rauch

Gesichter des Wochenmarktes (17): Stefan Hoppmann wollte eigentlich nur einen Angelteich haben. Daraus entwickelte sich eine Fischzucht mit Vermarktung. Kunden können bei ihm direkt auf dem Markt geräucherten Aal, Lachs und Forelle erhalten

Vivien Tharun

Höxter/Fürstenau. Frischer geräuchert geht es kaum: Stefan Hoppmann bringt auf den Höxteraner Wochenmarkt seinen eigenen Räucherofen mit. Dieser ist an seinen Fischverkaufsstand montiert und die Kunden können den Räucherfisch daraus sofort erstehen. „Das macht kein anderer Anbieter hier auf dem Markt", sagt Hoppmann. Mit seinem Stand „Forellenhof Lauenberg" steht der 46-Jährige aus Fürstenau Mittwoch und Samstag auf dem Marktplatz. Zum Fischverkauf kam er über Umwege: „Vorher habe ich Angelgeräte über das Internet verkauft", sagt Hoppmann. Das wäre auch gut gelaufen, „aber ich wollte schon immer einen Angelteich haben". Forellen waren schon immer sein Hobby. Irgendwann sei er dann losgezogen, um sich verschiedene Teiche anzusehen. In Lauenberg ist er dann fündig geworden: „Ich habe dort einfach Teiche gepachtet. Ich sage mir immer: ,Nicht lange überlegen, sondern einfach machen‘". Im Jahr 2009 stieg Hoppmann dann in die Forellenzucht und den Fischverkauf ein. Hoppmann züchtete Fische und schon bald darauf war sein erster Markt, der Herbstmarkt in Silberborn. Ein Bekannter, der selbst räuchert, hatte Hoppmann gezeigt, wie es geht. Die ersten selbst geräucherten Fische in Silberborn kamen dann laut Hoppmann gut an. Seine Waren verkaufte er zunächst nur auf den Märkten in Holzminden und Lauenförde sowie bei Veranstaltungen wie dem Märchensonntag und dem Vördener Apfeltag. Auf dem Wochenmarkt in Höxter ist er erst seit dem Jahr 2015. »Standorte der Marktstände wechseln zu oft« Den professionellen Verkaufswagen, den er jetzt hat, gab es zu Beginn seines Marktlebens noch nicht: „Der erste Wagen war selbst gebaut. Die Teile habe ich zwar immer noch, aber nach den ersten sechs Monaten musste ein neuer Anhänger her." Das war im Januar 2010. „In der schlimmsten Kälte", wie Hoppmann sagt. Die Fische, die Hoppmann nun verkauft, sind nicht mehr aus seiner eigenen Zucht, sondern von bekannten Teichwirten, der Frischfisch kommt aus Bremerhaven. Nötig wurde diese Umstellung, weil die Teiche in Lauenberg nicht mehr ausreichend Wasser führen, um noch weiter Fische züchten zu können. Der Fürstenauer legt die Fische in einem speziellen Gewürzsud ein und räuchert weiter selbst. Vier- bis fünfmal pro Woche verkauft er seine Spezialitäten auf Märkten. Am Wochenmarkt in Höxter gefällt Hoppmann, dass seine Kunden dort mit ihm zufrieden sind: „Das macht mich auch zufrieden." Die kurze Anfahrt sei für ihn ebenfalls praktisch. Etwas Kritik hat er aber auch. Die Standorte der Marktstände würden zu oft wechseln. Das würde Stammkunden die Suche erschweren. „Einige Kunden wissen glaube ich bis heute nicht, dass ich nun auf dem Marktplatz schräg vor der Bäckerei stehe", sagt Hoppmann und lacht. Etwas Sorgen macht ihm die Baustelle, die bald dort sein wird. Dann müsste sein Stand wohl wieder neu platziert werden. Was er gerne macht, ist, mit Kunden über Norwegen zu reden. „Ich war schon oft dort, und wenn jemand sagt, er habe da gerade Urlaub gemacht oder fahre hin, kommen wir ins Gespräch." Die Natur sei so überwältigend und wer den „Norwegenvirus einmal hat", der bekäme ihn nicht mehr los. Jetzt lernt Hoppmann gerade Norwegisch, weil er gerne eine Zeit lang in Norwegen leben möchte. Auch da ist sein Motto: „Einfach machen".

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