Flugdrohen ab zwei Kilogramm Gewicht können bei Absturz großen Schaden anrichten. Ab jetzt muss jeder Pilot eine theoretische Prüfung ablegen, um dieses Fluggerät steigen lassen zu dürfen. Das soll Risiken minimieren. Foto: Marc Köppelmann - © www.sportpictures.de
Flugdrohen ab zwei Kilogramm Gewicht können bei Absturz großen Schaden anrichten. Ab jetzt muss jeder Pilot eine theoretische Prüfung ablegen, um dieses Fluggerät steigen lassen zu dürfen. Das soll Risiken minimieren. Foto: Marc Köppelmann | © www.sportpictures.de

Höxter/Holzminden Kenntnisnachweis für Flugdrohnen erforderlich

Wer ab dem 1. Oktober eine Drohne von mehr als zwei Kilogramm Gewicht steuern möchte, muss sein Wissen rund um den Modellflug testen lassen

Vivien Tharun

Höxter/Holzminden. Das Problem sei nicht das Gerät, sondern dass es auch ohne Luftfahrwissen frei verkäuflich sei, sagt Klaus Mösges von der Modellfluggruppe Holzminden. Mösges spricht von Helikopterdrohnen, die in den vergangenen Jahren immer beliebter wurden. An manchen Modellen sind Kameras installiert, mit denen Luftbilder aufgenommen werden können. Zum 1. Oktober tritt nun eine neue Verordnung in Kraft: Laut Luftverkehrsordnung muss jeder, der eine Drohne von mehr als zwei Kilogramm Gewicht fliegen lassen möchte, einen Kenntnisnachweis erbringen, umgangssprachlich „Drohnen-Führerschein" genannt. „Viele rechtliche Bestimmungen sind zu beachten" Die Kenntnisprüfung kann über das Internet erfolgen. Mösges hält den Test für vernünftig: „Der Nachweis ist sinnvoll, weil man sich das Wissen über den Modellflug aneignet." Wer den Drohnenflug aber dauerhaft als Hobby betreiben wolle, für den mache es zwingend Sinn, einem Verein beizutreten. Dort wären erfahrene Mitglieder, die Lösungen für viele problematische Flugsituationen kennen. „Außerdem haben Vereine für ihre Plätze eine Aufstiegsgenehmigung und eine Versicherung", sagt Lars Reiher, Vorsitzender der Modellfluggruppe. Rund um den Drohnenflug gebe es viele rechtliche Bestimmungen, der sich eine Einzelperson oft nicht bewusst sei.Da der Kenntnisnachweis nur die Theorie umfasst, sollte jeder erst mit einer geübten Person zusammen trainieren und sich mit der Steuerung vertraut machen, bevor er seine Drohne fliegen lässt. Auf freiem Feld sei das aber verboten, sofern keine Aufstiegsgenehmigung des Luftfahrtamts vorliegt, sagt Reiher. Bei der Kenntnisprüfung wird das Wissen rund um Wetterlagen, Aerodynamik und Recht abgefragt. „Ein paar Fragen basieren auch auf gesundem Menschenverstand", sagt Mösges. Zum Beispiel, dass die Drohne nicht über Menschen und an Flughäfen fliegen dürfe. Anderes sei wieder Spezialwissen: Außerhalb eines Modellfluggeländes dürften Drohnen zu nie höher als 100 Meter fliegen und müssen ab einem Gewicht von 250 Gramm immer mit Namen und Anschrift des Piloten versehen sein. „Man muss auch lernen, dass das Fluggerät nie mit dem Wind starten oder landen sollte", sagt Mösges. Das sei für Modellflugzeuge aber wichtiger als für selbst stabilisierende Drohnen. Viele rechtliche Punkte, die für die Kenntnisprüfung relevant sind, hätten schon in früheren Jahren gegolten, sagt Reiher. Durch Beschlüsse auf Ebene der Europäischen Union habe es aber nun eine Vereinheitlichung gegeben. „Ein guter Hersteller sollte auf den Verpackungen seiner Drohen einen Hinweis zur Rechtslage haben", sagt Reiher.

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