Wollen einfach nur ein bisschen Spaß haben: Die Summer City Beats, die wieder am 16. September stattfinden, locken bis zu 10.000 junge Menschen an den Godelheimer See. - © Privat
Wollen einfach nur ein bisschen Spaß haben: Die Summer City Beats, die wieder am 16. September stattfinden, locken bis zu 10.000 junge Menschen an den Godelheimer See. | © Privat

Höxter/Boffzen Summer City Beats: Zu viel Buff für Boffzen

Samtgemeinde will Schallimmission durch eigene Messungen überprüfen. Veranstalter kündigt Veränderungen an

Amina Vieth

Höxter/Boffzen. „Welcome to fabulous Las Vegas" heißt es am 16. September, wenn die Summer City Beats zur Party am Godelheimer See einladen. Während Fans elektronischer Tanzmusik voll auf ihre Kosten kommen und zum zweiten und letzten Mal dieses Jahr ein von Nils Grewe und Jürgen Jäger-Stein organisiertes Festival besuchen, blickt man von der anderen Weserseite kritisch auf die beliebte Veranstaltung. In Boffzen fürchtet man um seine Ruhe. Die Strandklänge im Juli seien zu laut gewesen. Die Samtgemeinde will den Schallpegel diesmal überwachen. Festival-Veranstalter Nils Grewe garantiert eigene Messungen mit professionellen Geräten. Das Festzelt werde zudem die nach außen dringenden Geräusche verringern. »Uns ist an einem harmonischen Miteinander gelegen« Während der Open-Air-Veranstaltung Strandklänge am Godelheimer See sei es in Boffzen aber auch in Fürstenberg zu erheblichen Lärmbelastungen gekommen, moniert die Samtgemeinde. Samtgemeindebürgermeister Uwe König begrüße grundsätzlich das Engagement der Veranstalter und der Stadt Höxter, insbesondere für junge Menschen diese zwei Angebote zu machen. Aber insbesondere die Immissionsbelastungen durch die Bässe hätten zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt, heißt es in einer Stellungnahme weiter. Aus diesem Anlass und wegen der anstehenden Summer City Beats haben Samtgemeindebürgermeister Uwe König und der Leiter des Fachgebiets Ordnung Ralph Heinemeier ein Abstimmungsgespräch mit der Stadt Höxter geführt und die Beschwerden vorgetragen. Tatsächlich seien die Strandklänge etwas zu laut gewesen, sagt Maria Schmidt, Erste Beigeordnete der Stadt Höxter auf Anfrage von nw.de. Das sei auch im Nachgang mit den Veranstaltern besprochen worden, wie Nils Grewe bestätigt. „Wir lernen daraus für das nächste Mal. Uns ist an einem harmonischen Miteinander gelegen." Und man wisse schon, was anders gemacht werden kann. Die Bühne solle anders gedreht und die Boxen anders gestellt werden. Bei den Strandklängen habe aber auch der Wind eine entscheidende Rolle gespielt, der denn Schall stärker Richtung Boffzen getragen hat. Das Festival, das von einem Filmteam für das Fernsehen begleitet wird, findet aber nicht unter freiem Himmel statt, sondern zum Großteil in einem Sechs-Mast-Event-Zelt, dort ist die Hauptbühne aufgebaut. Durch das Zelt wird der Lärm geringer sein, betont Grewe. Auch die Stadt vermittelte das bereits im Gespräch mit der Samtgemeinde Boffzen. Es wird noch eine zweite Bühne geben. Es soll alles so arrangiert werden, „dass der Schall nicht in Richtung der umliegenden Dörfer geht", betont Grewe. „Natürlich wird man trotzdem noch etwas hören, es ist immerhin ein Festival", ergänzt Grewe, aber es werde eben nicht so laut sein. Boffzens Fachgebietsleiter Heinemeier fordert die Einhaltung der „Immissions-richtwerte für seltene Ereignisse", diese seien von 6 bis 22 Uhr 70 Dezibel und von 22 bis 6 Uhr 55 Dezibel – gemäß der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm. Die Samtgemeinde Boffzen wird auf ihrer Weserseite die Einhaltung der Immissionsrichtwerte überprüfen und eigene Messungen durchführen. Dies- und jenseits wird auch Nils Grewe selbst die Lautstärken überprüfen. „Wir haben professionelle Geräte dafür", so der Veranstalter. Er werde sowohl tagsüber als auch nachts die Messungen vornehmen. Denn auch den Veranstaltern liege daran, die Richtlinien einzuhalten. Verständnis für die zwei Veranstaltungen im Jahr wäre aber wünschenswert, so auch Jürgen Jäger-Stein. »Es sollte etwas Verständnis für zwölf Stunden Musik geben« „Es sollte etwas Verständnis für zwölf Stunden Musik geben", sagt Jäger-Stein. Die meisten hätten das auch. Das Festival trage schließlich dazu bei, dass der Kreis Höxter für junge Leute attraktiv bleibe und sie hier weiter wohnen würden. „Aus ganz Deutschland reisen die Menschen an. Das kommt der Hotel-Branche und auch dem Handel vor Ort zugute."

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