Viele Informationen: Bei ihrer Arbeit setzt Kriminalhauptkommissarin Judith Fabeck auf das große Netzwerk. - © Simone Flörke
Viele Informationen: Bei ihrer Arbeit setzt Kriminalhauptkommissarin Judith Fabeck auf das große Netzwerk. | © Simone Flörke

Höxter Judith Fabeck kümmert sich bei Polizei um Schutz der Opfer und Prävention

Die Kriminalhauptkommissarin (41) ist die neue Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Höxter und setzt auf vielfältige Informationen

Simone Flörke

Höxter. „Wissen schafft Sicherheit", sagt Judith Fabeck. Die zierliche Frau mit den blonden Haaren ist die neue Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Höxter. Dabei geht es der 41-Jährigen aus dem Kriminalkommissariat 1 nicht nur um die Unterstützung und Hilfe für Menschen, die bereits Opfer von Straftaten geworden sind. Sondern um Aufklärung und Vorbeugung: „Präventive Arbeit ist die allerbeste Arbeit", sagt sie aus Überzeugung. „Kriminalprävention ist der beste Opferschutz." Deshalb geht sie raus in Kindergärten oder Schulen, zu Vereinen und Institutionen, hält Vorträge, informiert, beantwortet Fragen, klärt auf – und vor allem: Sie sucht das Gespräch mit den Menschen. Schließlich hat Judith Fabeck, bevor sie Nachfolgerin von Annegret von Oiste-Neumann wurde, bei der Kriminalpolizei in den vergangenen zehn Jahren sehr viel mit schweren und komplexen Delikten zu tun gehabt. „Ich kann authentisch auftreten, denn ich weiß, worüber ich spreche, was in den Verfahren passiert, wie die Geschädigten sich fühlen, welche Fragen auftauchen, welche Hilfen gebraucht werden." »Es geht mir um Gerechtigkeit« Vorrangig bei Sexualdelikten, aber auch in Sachen Betäubungsmittel bis hin zur Todesermittlung hat die Kriminalhauptkommissarin schon gearbeitet. Als dann ihre Vorgängerin in den Ruhestand ging, „war klar, dass ich mit meinem Werdegang da reinpasse. Denn der Kontakt mit dem Arbeitsbereich ist für diese Aufgabe sehr wichtig." Gesagt – getan – genommen. „Ich freue mich auf diese Tätigkeit", sagt die gebürtige Höxteranerin, die am König-Wilhelm-Gymnasium Abitur machte, an der Fachhochschule Bielefeld das Studium für den Gehobenen Dienst absolvierte und seit 2002 ihre Dienststelle in der Geburtsstadt hat. „Ich wollte immer zur Polizei", sagt sie rückblickend und erinnert sich lächelnd an das Vorstellungsgespräch, in dem auch dieser Satz fiel: „Es geht mir um Gerechtigkeit." Für ihre Aufgabe setzt sie auf die großen Netzwerke im Kreis: „Meine neue Arbeit ist Schnittstellenarbeit", sagt Judith Fabeck mit Blick auf die Möglichkeiten, die die Anlaufstellen zur Beratung für Opferschutz oder gegen Gewalt an Frauen und Kindern bieten. Da habe man im Kreis schon eine Menge an Hilfsmöglichkeiten zu bieten. Es gehe darum, aufzuklären, welche Rechte ein Opfer habe – „die sind gesetzlich verankert" –, aber auch welche Hilfen wann möglich sind, was in einem Ermittlungs- und Strafverfahren bei der Polizei passiert. Ein Angebot an die Menschen, die entscheiden, ob sie diese Hilfen annehmen. „Wovon ich nichts weiß, das kann ich auch nicht erfragen", begründet die 41-Jährige ihre Aufgabe und beschreibt sie mit den Worten: „Den Menschen auf den Weg helfen – damit traumatische Ereignisse nicht zu psychischen Störungen führen und wir Spätfolgen verhindern." Es sei immer eine Einzelfallbetreuung, weiß Judith Fabeck. Dabei setzt sie auf ein dreistufiges System bei der Polizei selbst, die ihr den Weg zu den Menschen, die Hilfe benötigen, ebnet. Denn: „Jeder Kollege draußen vor Ort weiß von dieser Beratungsmöglichkeit, weist darauf hin und gibt auch mir Infos." Zudem könne sie auch Anfragen und Hinweise aus dem ermittelnden Kommissariat bekommen. Und schließlich ist da der direkte Draht zu ihr, den die Menschen nutzen können. „Die Wenigsten rufen allerdings von sich selbst aus an", weiß die Kriminalhauptkommissarin. Oftmals bekommt sie einen Hinweis der Kollegen auf eine Straftat und die Umstände und macht den Opfern dann von sich aus das Angebot der Unterstützung. „Mit viel Fingerspitzengefühl", sagt sie. Das werde auch meist sehr gut angenommen. Denn: „Die Gesellschaft ist offener dafür geworden." Infos: Ansprechpartner Opferschutz für die Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Höxter: Direktion Kriminalität, KK 1, Judith Fabeck, Bismarckstraße 18, 37 671 Höxter, Tel. (0 52 71) 9 62 13 50, E-Mail: vorbeugung.hoexter@polizei.nrw.de

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