Alles im Blick: Dr. Katrin Weiß (vorn) verabschiedet die Experten der Gewässerschau an der Mündung der Nethe in die Weser. - © David Schellenberg
Alles im Blick: Dr. Katrin Weiß (vorn) verabschiedet die Experten der Gewässerschau an der Mündung der Nethe in die Weser. | © David Schellenberg

Höxter/Kreis Höxter Experten untersuchen rund 82 Kilometer Flüsse und Bäche

Die Bevölkerung kann bei den Gewässerschauen mitmachen. Insgesamt gibt es rund 3.000 Kilometer Fließgewässer im Kreis

David Schellenberg

Godelheim/Kreis Höxter. Rund 3.000 Kilometer Fließgewässer schlängeln sich durch den Kreis Höxter. In den Bächen und Flüssen lauern Gefahren, die bei starken Regenfällen für die Menschen gefährlich werden können. Hochwasserschutz ist deshalb eine der wesentlichen Gründe, warum die Untere Wasserbehörde des Kreises gemeinsam mit Naturschützern und Anwohnern jährlich einen Teil der Gewässer abwandert und begutachtet. Umgekehrt gefährden Menschen immer wieder das ökologische Gleichgewicht der Ströme. Daher wollen die Experten bei ihrer Gewässerschau auch unerlaubte Einleitungen und Verbauungen feststellen. Am Mittwoch wurden die ersten zwölf Kilometer der Nethe bei Godelheim untersucht. Insgesamt 82 Kilometer liegen in den kommenden Tagen vor ihnen. Herabgefallene Äste und abgelagerte Gartenabfälle werden zum Problem Große, herabgefallene Äste, aber auch in unmittelbarer Ufernähe abgelagerte Gartenabfälle können zum Problem werden, wenn sie als Treibgut an Brücken hängenbleiben, erklärt Dr. Katrin Weiß, Leiterin der Abteilung Umweltschutz beim Blick auf die Nethemündung in Godelheim. Sie führen zu Rückstau und möglicherweise schwerwiegenden Überschwemmungen mit großen Schäden. Deshalb gehen ihre Mitarbeiter, aber auch interessierte Naturschützer, Fischereiberechtigte, Stadtangestellte und Anwohner möglichst nah am Ufer entlang, um mögliche Gefahren zu entdecken. Alles wird akribisch dokumentiert, fotografiert ausgewertet. Der jeweilige Grundbesitzer muss dann den Missstand beseitigen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf illegalen Einleitungen, die die Gewässer nachhaltig schädigen können. „Gar nicht so einfach", sagt Weiß und verweist darauf, dass es im Kreis immerhin 2.600 genehmigte Abflüsse in Gewässer gibt. Die meisten sind Regenwassereinleitungen. Aber auch 600 Rohre aus Kleinkläranlagen leiten Wasser nach der Reinigung in Flüsse und Bäche ein. Sie von illegalen Anlagen zu unterscheiden, bedürfe einer genauen Analyse hinterher im Büro. Solche Beanstandungen seien in den vergangenen Jahren aber sehr selten entdeckt worden. Kurzfristige Einleitungen wiemit Regenwasser vermischte Gülle Probleme bereiten vielmehr kurzfristige Einleitungen, beispielsweise mit Regenwasser vermischte Gülle, sagt Weiß. Deshalb sei ihre Behörde jederzeit dankbar für Hinweise auf Gewässermissstände aus der Bevölkerung, denn ihre Mitarbeiter können nicht ständig alles im Blick haben, Tel. (0?52?71) 9?65?44?00. So werden die wichtigsten Gewässer, wie beispielsweise die Nethe, alle drei Jahre begutachtet, Nebengewässer nur alle fünf Jahren oder sogar noch seltener. Insgesamt fallen rund 500 Kilometer Fließgewässer unter die EG-Wasserrahmenrichtlinie und werden von der unteren regelmäßig untersucht. Der Kreis hat darüber hinaus aber noch weitere Bäche und Flüsse im Blick. Ein wesentlicher Aspekt, der in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen habe, sei der naturnahe Schutz der Ströme, sagt Weiß. Bei der Gewässerschau werde deshalb auch die Wirksamkeit beispielsweise von Renaturierungen untersucht – und Ideen für weitere Projekte würden entwickelt. Die Termine im Einzelnen DONNERSTAG, 20. APRIL Nethe: Treffen um 9 Uhr an der Nethebrücke K 38 in Rheder – bis Fölser Mühle. Breitenbach: Treffen um 9 Uhr an der Unterquerung der L 954 in Erpentrup – bis Quellen im Bereich Bodostein bei Langeland. FREITAG, 21. APRIL Teichwasser: Treffen um 9 Uhr am alten Sportplatz in Ottenhausen – bis zur Einmündung in den Heubach in Steinheim. DIENSTAG, 25. APRIL Nethe: Treffen um 9 Uhr an der Kläranlage in Hembsen – bis zur Nethebrücke K 38 in Rheder. Röthe: Treffen um 9 Uhr an der Einmündung in den Beberbach – bis zur Brücke über die Kreisstraße 1 bei Pömbsen. MITTWOCH, 26. APRIL Nethe: Treffen um 9 Uhr an der Nethebrücke an der Fölser Mühle – bis zum Stausee bei Neuenheerse, Nethebrücke. DONNERSTAG, 27. APRIL Beberbach: Treffen um 9 Uhr an der Brücke vor der Einmündung in die Emmer – bis nach Bredenborn (L?755/L?886). Taufnethe: Treffen um 9 Uhr an der Einmündung in die Nethe – bis Kreuzung Radweg R6/51.

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