Wilfried W. war am 13. Prozesstag zu seiner ersten Aussage erstmals im weißen Hemd erschienen. - © Marc Köppelmann
Wilfried W. war am 13. Prozesstag zu seiner ersten Aussage erstmals im weißen Hemd erschienen. | © Marc Köppelmann

Paderborn/Höxter Bosseborn-Prozess: Wilfried W. beschreibt die Beziehung zur Mitangeklagten

Lesen Sie das Geschehen des 14. Prozesstages in unserem Ticker nach

Jürgen Mahncke

Paderborn/Höxter. Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horrorhaus von Höxter hat sich der Angeklagte Wilfried W. zum Verhältnis zu seiner Ex-Frau Angelika W. geäußert. Der 47-Jährige schilderte am 14. Verhandlungstag vor dem Landgericht Paderborn, wie sich die beiden nach einer Bekanntschaftsanzeige 1999 zum ersten Mal getroffen hatten und wie sich ihre Beziehung weiter entwickelte. „Es hat sofort gefunkt, wir haben bereits am ersten Tag Zukunftspläne geschmiedet", sagte Wilfried W. am Dienstag. Bereits am nächsten Tag hätten die beiden beschlossen, zu heiraten. Erste Probleme habe es kurze Zeit nach der Trauung gegeben. Seine damalige Frau sei schnell eifersüchtig gewesen und habe ihn ständig kontrolliert. Nachdem die Ehe der beiden Angeklagten geschieden war und sie in getrennten Wohnungen lebten, pflegten sie dennoch engen Kontakt. Auch als Wilfried W. über Annoncen andere Frauen kennenlernte, war Angelika W. weiterhin ein Teil seines Lebens. "Angelika wollte den Kontakt zu mir halten, weiter die Wäsche machen, Schriftkram erledigen. Jeden Tag kam sie zu mir, war einkaufen. Sie fragte mich, was die Frauen so machen, wir hatten jeden Tag miteinander Kontakt. Sie war oft den ganzen Tag da, hat den Garten gemacht, die Wäsche, hat Fernsehen geguckt, wollte Unterhaltung haben", so der Angeklagte in seiner Aussage. Die Ereignisse fanden noch vor dem gemeinsamen Umzug nach Höxter-Bosseborn statt. Insgesamt sind die Aussagen von Wilfried W. sehr durcheinander, teilweise merkt er dies selbst an und sagt aus, er könne sich nicht mehr genau an die Abläufe und Frauen erinnern. Die Beziehung zwischen den Angeklagten scheint zunächst aus Angst vor Einsamkeit weitergeführt worden zu sein. Später soll Angelika W. ihren Ex-Mann zum weiteren Zusammenleben sogar erpresst haben, wie dieser aussagt. Druckmittel sollen die Verbrühungen an Angelika W.s Unterarm gewesen sein. Wilfried W. wirft ihr vor, sich die Verletzung selbst zugefügt zu haben. Der nächste Verhandlungstag wurde auf den 28. März terminiert. Die Aussagen von Wilfried W. zum Nachlesen in unserem Ticker:

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