Mit Blumen: Ralph Pfeffer (v. l.), Alexander Fischer, Petra Rode-Bosse, Marc Michalek und Christian Haase vor den Gästen des Empfangs. - © Thomas Kube
Mit Blumen: Ralph Pfeffer (v. l.), Alexander Fischer, Petra Rode-Bosse, Marc Michalek und Christian Haase vor den Gästen des Empfangs. | © Thomas Kube

Höxter Gemeinsames Handeln ist gefragt

Kommandeur Marc Michalek begrüßt zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der General-Weber-Kaserne in Höxter

Thomas Kube

Höxter. Das Bedürfnis nach Sicherheit wächst in Deutschland und in der Welt – als friedensstabilisierender Faktor spiele dabei auch die Bundeswehr in Höxter eine wichtige Rolle: Beim Neujahrsempfang der Bundeswehr in der General-Weber-Kaserne war das ein zentrales Thema. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben folgten der Einladung des Höxteraner Standortältesten und Kommandeur des ABC-Abwehrbataillon 7, Oberstleutnant Marc Michalek, zu dieser sogenannten „Sicherheitspolitischen Veranstaltung“. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung einer Kurzfassung des sogenannten Weißbuches 2016 mit dem Thema „Quo vadis – Deutsche Sicherheitspolitik?“. Wir lebten in einer Zeit, geprägt von gravierenden Veränderungen. Im vergangenen Jahr hätten sich die Krisen in ihrer medialen Aufmerksamkeit mit rasanter Geschwindigkeit abgelöst, ohne auch nur einer Lösung näher gekommen zu sein. Im Mittelpunkt ständen mehrere Bürgerkriege, der Nahost- und Ukraine-Konflikt sowie die Flüchtlingskrise. „Die Ereignisse zeigen, dass das geeinte Europa und die internationale Gemeinschaft gefordert sind“, machte Oberstleutnant Michalek in seiner Vorstellung des Weißbuches deutlich. Auch die Bundeswehr in Höxter beteilige sich an friedensstabilisierenden Einsätzen in der ganzen Welt. Diese Einsätze bildeten mittlerweile den Schwerpunkt der Einsatzrealität. Eine Zielvorgabe des Weißbuches: Der gleichzeitige Einsatz von 14.000 Soldatinnen und Soldaten, aufgeteilt auf fünf Krisengebiete weltweit. Damit die Bundeswehr jedoch handlungsfähig bleibe, solle der Etat des Verteidigungsministeriums in diesem Jahr um 1,7 Milliarden auf 36,61 Milliarden Euro steigen. Im Finanzplanungszeitraum sei eine weitere Erhöhung bis auf 39,18 Milliarden Euro im Jahr 2020 vorgesehen, berichtet die Bundestagsabgeordnete Petra Rode-Bosse (SPD) als Rednerin dieser Veranstaltung. Der Bundestagsabgeordnete Christian Haase (CDU) sieht die Bundeswehr vor neuen Herausforderungen.Hohes Risiko ist mit den Auslandseinsätzen verbunden Dabei sprach er von der Verteidigung der gemeinsamen Werte in einem sich verändernden Weltgeschehen. Die Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten Trump sieht Haase mit Besorgnis. Er wies in dem Zusammenhang auf die widersprüchlichen Aussagen von Donald Trump hin, die ihn unberechenbar machten. Die Bundestagsabgeordnete Petra Rode-Bosse sieht die Bundeswehr ebenfalls vor neuen Aufgaben. Nach dem Arabischen Frühling und dem Sieg über die Taliban versprachen sich ihren Angaben zufolge viele Menschen mehr Frieden in der Welt – doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. Das Weißbuch zeige, dass sich die Aufgaben der Bundeswehr schon jetzt wesentlich verändert hätten. Ihr komme dabei eine hohe Verantwortung zu. Rode-Bosse sprach allerdings auch von einem hohen Risiko, das mit Auslandseinsätzen unweigerlich verbunden sei. Petra Rode-Bosse dankte der Bundeswehr, die in Höxter auf eine große Akzeptanz treffe. Bürgermeister Alexander Fischer sieht auch die Stadt Höxter in der Verantwortung bei der Bewältigung großer Krisen wie beispielsweise der Flüchtlingskrise. „Nur wir alle gemeinsam können dafür sorgen, dass unsere Welt jeden Tag ein Stückchen besser wird“, so der Bürgermeister. „Dies geht nur mit Toleranz in der Auseinandersetzung. Nicht durch Spaltung, nicht durch sture Ignoranz, nicht durch Streit.“ Fischer sprach von dem Gemeinschaftsgefühl. „Was die Soldaten und Soldatinnen der Welt in ihre Arbeitseinsätzen zeigen, Kameradschaft, Verbundenheit, gemeinsames Handeln für ein Ziel, das kann und muss auch für das Handeln in unserer Stadt gelten.“ Vieles von dem, was das Leben in der Stadt Höxter attraktiv mache, beruhe auf Initiativen und dem Einsatz der Menschen vor Ort. Als Dankeschön überreichte Oberstleutnant Marc Michalek den Rednern Petra Rode-Bosse, Christian Haase und Alexander Fischer Präsente.

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