Passt in der Weihnachtszeit besonders auf: Sophie (9) aus Höxter hat im vergangenen Jahr miterlebt, wie schnell ein Kleinbrand entstehen kann. Ein Windlicht aus Kunststoff entzündete sich - der Brand konnte glücklicherweise schnell gelöscht werden. - © Thomas Kube
Passt in der Weihnachtszeit besonders auf: Sophie (9) aus Höxter hat im vergangenen Jahr miterlebt, wie schnell ein Kleinbrand entstehen kann. Ein Windlicht aus Kunststoff entzündete sich - der Brand konnte glücklicherweise schnell gelöscht werden. | © Thomas Kube

Höxter Worauf bei Adventslichtern zu achten ist

Achtung bei Adventslichtern

Thomas Kube

Höxter. "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt" - so beginnt ein bekanntes Weihnachtslied. Doch manchmal brennt nicht nur ein Lichtlein, sondern gleich das ganze Zimmer oder die ganze Wohnung. Dann steht auch nicht das Christkind vor der Tür, wie es in dem Liedtext weiter heißt, sondern gleich die Feuerwehr. Meist greifen die Flammen schnell um sich, denn Adventskränze und Weihnachtsbäume sind wahre Brandbeschleuniger. Trotz aller Warnungen ereignen sich nach Angaben der Feuerwehr in der Weihnachtszeit immer noch viele Wohnungsbrände. Deshalb solle man auch bei selbstgebastelter Weihnachtsdeko den Brandschutz auf keinen Fall vernachlässigen. Anhand zweier Beispiele, die sich in der Realität so ereignet haben, möchte die neunjährige Sophie aus Höxter aufzeigen, wie schnell ein Brand ungewollt entstehen kann. Durch fehlerhafte oder ungeeignete Weihnachtsdekorationen hätte sich bei Sophie zweimal beinahe ein Brand ereignet. FEUERFESTE EINSÄTZE Vergangene Weihnachten kaufte Sophie einen selbstgefertigten Kerzenhalter aus Holz. Bei dem Kerzenhalter fehlte ein feuerfester Einsatz in dem ausgefrästen Loch des Holzes. Nachdem die Kerze bis unterhalb der Oberfläche des Kerzenhalters heruntergebrannt war, fing dieser plötzlich Feuer, während allerdings niemand darauf achtete. Der ins Holz eingezogene Wachs wirkte dazu noch wie ein Brandbeschleuniger. Dank Rauchmelder wurde der Kleinbrand aber schnell erkannt und rechtzeitig gelöscht. Wird eine Kerze, wie in diesem Fall nicht rechtzeitig ausgetauscht, sei ein Brandereignis garantiert, erklärt die Feuerwehr. Ähnlich gefährlich verhalte es sich bei Adventsgestecken, wo viele brandschutzrelevante Kleinigkeiten bedacht werden müssen, damit nichts Schlimmeres passiert. ACHTUNG BEI KUNSTSTOFF Ein Windlicht aus Kunststoff führte zur zweiten brandgefährlichen Angelegenheit bei Sophie - eine Kerze war zu nah an den Kunststoff geraten. Es kam zu einem sogenannten Entstehungsbrand, der aber beobachtet und somit schnell ausgepustet werden konnte. Anstelle von Kunststoff sollte man lieber Windlichter aus Glas verwenden, so die Experten. Die Feuerwehr rät zudem: Brennende Kerzen dürfen niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. RAUCHMELDERPFLICHT Rauchmelder helfen, Leben zu retten. Nach einer Änderung der Landesbauordnung für NRW gilt seit dem 1. April 2013 eine Rauchmelderpflicht. Demnach müssen seit diesem Zeitpunkt alle Neubauten und Umbauten unmittelbar mit entsprechenden Rauchmeldern ausgestattet werden. Für bestehende Bauten, also Wohnungen, die bis spätestens 31. März 2013 fertiggestellt oder genehmigt worden sind, wurde eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2016 eingeräumt. Diese endet nun. Ab dem 1. Januar 2017 müssen dementsprechend alle Wohnungen in NRW mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. FÜR GEHÖRLOSE Rauchwarnmelder gibt es auch für hörgeschädigte oder gehörlose Menschen. Durch die Verbindung von Rauchwarnmeldern mit Lichtblitzsignalen und Vibrationsalarm ist es auch für schwerhörige oder gehörlose Menschen möglich, während des Schlafens rechtzeitig gewarnt zu werden. Für solche speziellen Melder gibt es laut Feuerwehr finanzielle Unterstützung. Der Deutsche Schwerhörigenbund in Berlin hat eine Broschüre herausgegeben, in der ausführliche Informationen zur Verfügung gestellt werden (www.schwerhoerigen-netz.de). Ebenfalls sinnvoll sei eine Beschaffung von funkvernetzten Rauchmeldern, rät die Feuerwehr. STRASS UND HOLZOPTIK Es gibt Menschen, die keine Rauchmelder bei sich in der Wohnung anbringen, weil sie angeblich die Wohnung optisch verschandeln würden. Die Industrie hat aber auch für diese Personen etwas entwickelt: Es gibt die kleinen Lebensretter mittlerweile in allen Farben und Formen - sogar in Holzoptik oder mit Strasssteinen. Somit sollen sie zum optischen Blickfang im Haus werden. Tipps des Mieterbundes Ralf Brodda, Geschäftsführer des Mieterbundes Ostwestfalen-Lippe, erklärt, worauf man bei Anbringung und Wartung der Rauchmelder achten sollte. Anbringung: Laut Landesbauordnung ist der Eigentümer für den Einbau des Rauchmelders zuständig. Installiert der Mieter auf eigene Faust einen Rauchmelder in seiner Wohnung, kann er dem Vermieter die Kosten dafür nicht ohne Weiteres in Rechnung stellen. Brodda: „Der Mieter muss den Vermieter vorher in Verzug setzen, das heißt, er muss ihm eine Frist setzen." Das könne er aber erst ab dem 1. Januar 2017 tun, da vorher ja keine Pflicht für Rauchmelder bestehe. Wartung: Neben dem Drücken der Kontrolltaste des Rauchmelders solle man laut Brodda auch immer überprüfen, ob die Raucheinlassöffnungen frei sind oder sich eventuell durch Staub zugesetzt haben. Schließt ein Vermieter einen sogenannten Wartungsvertrag mit einer Firma ab, die sich jährlich um die Kontrolle der Rauchmelder kümmert, gibt Brodda zu bedenken, dass die Frage nach der Übernahme der Kosten sehr umstritten ist: „Hier bestehen sehr unterschiedliche Angebote und die Kosten sind teilweise unangemessen hoch."


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