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Lüchtringen Lüchtringer bauen neue Brücke am Schlangenberg

Bürgerengagement: Sechs Dorfbewohner bauen ehrenamtlich eine neue Brücke oberhalb des Sollingstadions. Die Kosten werden aus dem Topf der Ortsinitiativen der Stadt Höxter finanziert

Lena Vanessa Niewald

Lüchtringen. "Da vorne stehen noch die Reste von der alten Brücke", sagt Christoph Godehard und zieht seine Handschuhe aus. Er ist gerade dabei, ein Holzbrett zu verschrauben. Zusammen mit weiteren fünf Dorfbewohnern aus Lüchtringen baut er heute eine neue Holzbrücke am Fuße des Schlangenbergs. Es ist zwar eisigkalt und der Boden ist teilweise gefroren - doch das macht den Lüchtringern nichts aus. "Die alte Brücke war definitiv nicht mehr zu gebrauchen. Die war komplett marode. Betreten war eigentlich nur noch auf eigene Gefahr", erzählt Werner Harten. Die maroden Holzbalken hat die engagierte Gruppe zuerst entfernt. Für die neue Brücke wurde ausschließlich Holz aus dem Solling verwendet - die Balken wurden aus Lerche gefertigt. "Damit man einen guten Halt hat auf der Brücke, sind die Bodenbretter extra geriffelt", ergänzt Godehard Christoph. Er hat die Berechnungen für das benötigte Material und die Planungen für die gesamte Konstruktion der neuen Brücke selber übernommen. Insgesamt 1.200 Euro kostet das neue Exemplar. Die Materialkosten werden aus dem Topf der Ortsinitiativen der Stadt Höxter finanziert. Der Ortsverband der SPD in Lüchtringen hatte zuvor einen Antrag für die Sanierung gestellt, der später im Ortsausschuss bewilligt wurde. Um Werkzeug und Ausstattung haben sich die sechs Männer dann selber gekümmert - die Schrauben wurden den engagierten Bürgern gesponsert. Das Wetter habe zum Glück bis jetzt keine Probleme bereitet. Godehard: "Es ist zwar stellenweise schon richtig kalt, aber wir haben das jetzt durchgezogen." Die Stelle am Schlangenberg, direkt vor der alten Steinhöhle - dem sogenannten Eiskeller - liegt den Lüchtringern besonders am Herzen. "Das hier ist ein so beliebtes Fleckchen, das muss auf jeden Fall erhalten bleiben. Vor allem Kindergruppen picknicken hier im Sommer gerne oder verstecken sich in dem Eiskeller - ohne Brücke würde man dann nur noch schwer dahin", erzählt Werner Harten. Auch Wanderer würden die kleine Fläche vor der Steinhöhle häufig als Ausflugsziel nutzen. Zudem komme die Brücke einmal im Jahr groß raus, so Harten, wenn der Kreuzweg die Brücke überquert. "Es war klar, dass die neue Brücke dementsprechend auf jeden Fall bis zum nächsten Karfreitag fertig sein muss." Tretbecken verwildert weiter Ebenfalls am Fuße des Schlangenbergs, oberhalb des Sollingstadions, befindet sich das ehemalige Tretbecken. Nachdem die Quelle für das Becken langsam versiegte, kümmerte sich kaum noch jemand. Mittlerweile ist von dem einstigen schönen Tretbecken nicht mehr viel übrig geblieben. Nur noch durch Moder und Matsch ist es überhaupt zu erreichen. Statt Wasser zieren heute Moos und Gebüsch das Becken. Godehard Christoph bedauert den Zustand zwar, erzählt aber auch, dass mehrere Sanierungsversuche bislang gescheitert seien: „Das war hier immer ein beliebter Platz, aber was jetzt daraus geworden ist, ist wirklich schade." Ein bisschen Wasser tröpfele zwar noch aus der Pumpe – viel sei es allerdings nicht: „Es ist wirklich spärlich", gesteht Christoph.In Zukunft versuche er, sich mehr um das Tretbecken zu kümmern. „Wir werden auf jeden Fall zumindest erst mal Sträucher und Gebüsch rund herum abschneiden, damit das Becken wieder freiliegt – aber auch dafür braucht man ja immer freiwillige Helfer, die Zeit haben." Wenn es letztlich gar nicht mehr in Betrieb genommen werde, müsse man auch überlegen, ob man das Tretbecken nicht komplett abreißt,  so der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Lüchtringen.

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