Blick über die Weserbrücke: Michael Böhner arbeitet an den Kanälen. Der Anschluss der Brücke stadteinwärts soll heute und morgen hergestellt werden. - © Simone Flörke
Blick über die Weserbrücke: Michael Böhner arbeitet an den Kanälen. Der Anschluss der Brücke stadteinwärts soll heute und morgen hergestellt werden. | © Simone Flörke

Höxter Abriss, Sanierung, Neubau: Drei Großprojekte in Höxter

Während die Weserbrücke bald wieder für den Verkehr freigegeben werden soll, starten südlich des Marktplatzes in Kürze die archäologischen Arbeiten

Simone Flörke

Höxter. Ob auf der Weserbrücke, an der Lütmarser Straße oder hinter den Gebäuden am Marktplatz: In Höxter wird an drei Großprojekten gearbeitet. Wenn das Wetter mitspielt, wird die Weserbrücke, das Nadelöhr Richtung Niedersachsen, fristgerecht nach gut sechs Wochen fertig und damit wie vorgesehen wohl Ende des Monats für den Autoverkehr wieder offen sein. Hinter der südlichen Häuserzeile am Marktplatz sind gestern erste Bäume gefällt worden - mit Blick auf die archäologischen Arbeiten in diesem Areal, die im November beginnen sollen. Und an den Häusern in der Lütmarser Straße steht bereits der Abbruchbagger bereit, der Donnerstag oder Freitag seine Arbeit beginnen soll. Weserbrücke "Wir schauen täglich aufs Wetter, brauchen Anfang nächster Woche noch zwei, drei gute Tage in Folge", sagt Projektleiter Wilhelm Schoppmeier vom Landesbetrieb Straßen. Dann werden die Arbeiten von der Grundierung bis zum Kunststoff-Fahrbahnbelag auf das am stärksten von den Schäden betroffenen Mittelteil der instandgesetzten Brücke gut laufen. Damit liege man voll im Zeitplan und die Brücke könne wie geplant freigegeben werden, ergänzt Bernhard Tebbe (Bauüberwachung): "Ich bin optimistisch." Die Arbeiten seien sehr gut gelaufen. Gestern wurde bereits das Anschlussstück ortsauswärts asphaltiert. Heute und morgen wird auf der Brückenseite im Bereich der Gleise am Anschluss Richtung Stadtkern gearbeitet. Gestern waren dort schon erste Kanalschacht-Ausbesserungen gelaufen. Ebenfalls gestern ist deshalb eine Einbahnstraße von der Uferstraße stadteinwärts eingerichtet und ein Bereich abgesperrt worden: Denn der Anschluss wird bis zur Hälfte hinein in die Einmündung asphaltiert. Heute und morgen ist laut Tebbe deshalb bei der Deutschen Bahn eine sogenannte "Betra" (Betriebs- und Bauanweisung) beantragt worden. "Damit sind die Bahnschranken außer Funktion", erklärt Tebbe. "Das wird die nächsten zwei Tage von Hand geregelt. Zwei Mann stehen an den Gleisen." Donnerstag, so schätzt er, seien die Fahrbahn-Anschlüsse der Brücke zu beiden Seiten hin dann fertig sein. Ab Freitag werde die Einbahn-Reglung wieder aufgehoben. Abschließende Kunststoffbelag-Arbeiten an der "Problemstelle" im Mittelteil der Brücke - Hauptursache für die kurzfristige Instandsetzungsmaßnahme, weshalb dort schachbrettartig 14 Flächen ausgebessert wurden - sowie letzte Schadenbehebungen in kleineren Teilbereichen des Gehwegs stehen dann für nächste Woche an. Wenn das Wetter bei diesem Zeitplan mitspielt. Lütmarser Straße Dort steht bereits der Bagger für den Fortgang der Abrissarbeiten zur Umgestaltung des gesamten Quartiers. Beginnen soll der Bagger Donnerstag oder Freitag. Der Abriss passe sich der Räumung der Wohnungen in den vier Gebäuden (eines ist ein Doppelhaus) zwischen der Straße An der Steinmühle und der schon entstandenen Freifläche an, erklärte Fachbereichsleiter Heiner Brockhagen. "Die Umzüge von Privatpersonen und Geflüchteten laufen wie abgesprochen und ganz in Ruhe. Das haben wir den Bewohnern so zugesagt." Die Baufirma sei andernorts aber etwas früher fertig geworden. "Das ist ganz in unserem Sinne", so der Fachbereichsleiter. "Sie können viel von den Abrissarbeiten schaffen, bevor die Schule wieder beginnt." Zeitliches Ziel: "Ende November." Parallel laufe bereits die Ausschreibung für die Neubauten der Asylunterkünfte: zunächst drei Gebäude im Paket, ein viertes später als Option. Marktplatz Drei Bäume hinter der südlichen Häuserzeile am Marktplatz sind gestern gefällt worden. "Erste leichte Vorarbeiten für die Realisierung des neuen Marktplatz-Quartiers", so Brockhagen auf NW-Anfrage. "Auch, damit die archäologischen Grabungen im November beginnen können." Man sei auf der Zielgeraden mit den Projektverantwortlichen, was die städtischen Belange für die Neugestaltung dieses Areals angehe. Die archäologischen Arbeiten dort bezeichnet Brockhagen als "hoch spannend" und "eine der größten archäologischen Grabungen in Höxter in den vergangenen Jahren". Stadtarchäologe Andreas König werde die Arbeit, die Abfolge und das Prozedere erläutern, wenn es im November losgehen soll. Bei Funden würden weitere Spezialisten des Denkmalamtes aus Münster hinzugezogen. Brockhagen schmunzelt: "Es ist durch Quellen belegt, dass das gotische Stadtsiegel, das im 16. Jahrhundert verschollen ist, damals beim Sturm der Bürgerschaft aufs Rathaus aus dem Fenster geworfen wurde." Vielleicht werde es ja dort gefunden.

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